Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1555048
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Schüler annahm. Nach 1.606 dürfte er aber nicht mehr gearbeitet 
haben. Eine Winterlantlschaft mit Schlittschnhläufern in der k. k. 
Gallerie zu Wien ist: P. BRVEGHL 1601 bezeichnet. Auf einem 
Gemälde im Museum zu Berlin mit dem Zuge des Heilandes nach 
Golgatha, welchen eine Menge lumpigen Gesindels begleitet, steht: 
P. BREVGHEL. 1606. Ein zweites Bild derselben Gallerie, eine 
Schlägerei von Bauern und Lanzknechten, ist bezeichnet: P. läretighel. 
Von diesem sogenannten Viesen- oder Boeren-Breughel ist wahrschein- 
lich auch die im Stiche bekannte Oomposition, welche eine grosse 
Dorfkirchweih darstellt. Auf einer Fahne mit der Abbildung der 
älteren Ritter steht: laet die boerm haer kermis houucn. BRVEGEL. 
INVENTOR. Au Palais d Paris Paul de la Houve exeud. 1601, gr. qu. fol. 
Der jüngere Peter Breughel (Helsche Breughel, Breughel cPEnfer) 
tritt erst 1609 in dem Buche der Antwerpner Malerzunft (Liggere van 
S. Lucas Gulde) auf, und somit werden die erwähnten Bilder von 
1601 und 1606 nicht von ihm herrühren. Ein von H. Hondius 1644 
nach ihm gestochenes Blatt mit einer Dorfhoehzeit dürfte auf den 
Schluss seiner. künstlerischen Laufbahn deuten. Jan Breughol (Flu- 
weelen Breughel, Breughel de Velours) ist ültcr, als P. Breughel jun., 
denn er erscheint schon 1597 im Liggere van S. Lucas Gulde als 
freier Meister. Man lässt ihn daher irrig 1568 oder 1569 geboren 
werden. Sein Tod soll 1625 erfolgt seyn. 
Aus diesem Artikel möge man die Zeitbestimmung im Künstler- 
Lcxicon und in anderen Kunstbüchern berichtigen. 
 Franz Balthasar Solvyns, Zeichner und Maler, wurde 1760 
zu Antwerpen geboren, war Schüler von Quertemont, stand in 
(ß Paris einige Zeit unter Vincent's Leitung, und sehiiite sich dann 
von Reiselust getrieben nach Indien ein. Er kam mit dem berühmten 
englischen Maler Th. Daniell zusammen, und war diesem als Zeichner 
behülflieh. Solvyns richtete ein besonderes Augenmerk auf die Sitten, 
Gebräuche und das Costüm der Hindu, und veröffentlichte in Calcutta 
ein Werk darüber: The Costume of Ilindoslan elucidaled in LX eoloured 
Engravings with Description in English und French. talcen in the gears 
1798-1799 by B. Solvyns, 4. Von diesem Werke existiren nur 50 
Exemplare, da die Platten beschädiget wurden. Der Künstler ver- 
anstaltete aber nach seiner 1806 erfolgten Rückkehr aus Indien ein 
neues und grösseres Costümwerk unter dem Titel: The Ilivndoos, or 
Deseription of their manners, coslumes, ceremonies etc. drawn from natura 
in Bengal und engmved in CCLII. Plates by B. Solvyns. l:- Voll. fol. 
In den genannten Werken sind Originalradirungen des Künstlers, und 
theils mit dem Monogrammc bezeichnet. In seiner früheren Zeit malte 
er Marinen, und radirte solche in Kupfer. Eines dieser Blätter ist 
mit dem Monogramme und der Jahrzahl 1785 versehen. Solvyns ver- 
lebte die letzten Jahre seines Lebens in Antwerpen, und hatte den 
Rang eines Capitains des Hafens der Stadt. Er starb 1824. 
2Ü65. Bernard van Schande]? Man findet ein schön und malerisch 
radirtes Blatt, welches die Ansicht eines italienischen Dorfes, 
B4  oder einer kleinen Stadt mit alten Gebäuden zum Gegenstande 
hat. Im Vorgrunde links knieen zwei Pilger im Gebete vor 
dem Bilde der hl. Jungfrau, welches oben an einer blauer zu sehen 
ist. Rechts bemerkt man verschiedene Gebäude, und die Ruine eines 
alten Thurmes. Im Mittelgrunde reitet ein Bauer auf dem Esel. 
Rechts oben ist das gegebene Monogramm des Künstlers. H. 3 Z. 
8L. Br.5Z.5L.
        

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