Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1546762
129- Abraham Bloomaert soll der Maler eines Bildnisses seyn, 
welches sich in der Sammlung des Marquis A. Taccoli Ca- 
nacci befand. Der Catalog wurde 1796 in Parma gedruckt, 
B und da wird bemerkt, dass das Portrait jenes eines Mannes in 
schwarzer Kleidung mit Barret von gleicher Farbe sei. Das 
Costüm ist also das des 16. Jahrhunderts, Bloemaert trat aber zu 
einer Zeit auf, in welcher sich die Mode bereits geändert hatte, und 
somit bezieht sich das Monogramm vielleicht um so weniger auf ihn, 
als auf den Kupferstichen nach diesem Meister ein anderes Zeichen 
vorkommt. Sollte das Bildniss von einem niederländischen, unter ita- 
lienischem Einfluss stehenden Meister herrühren, so ist an Barend van 
Orley zu denken, welcher aber 1541 starb. Sollte ferner in Bildnissen mit 
obigem Zeichen der Einfluss Holbein's unverkennbar seyn, so dürften 
sie von Arnold Brun oder Bruyn herrühren, über welchen wir unter 
Nr; 126 gehandelt haben. Auf späteren Bildnissen, welche von 1600- 
1640 gemalt seyn könnten, dürfte an Abraham Bretschneider zu denken 
seyn, welcher unter No. 134 seine Stelle findet. 
IÜÜ. Unbekannter Meister, wenn nicht einer der Vorgänger der 
[-9 bekannten Breughel. Durch gütigellrIittheilung des Hrn. Di- 
rektors Passavant haben W1l' von einem Kupferstiche Kunde, 
H welcher in italienischer Weise sehr derb behandelt ist, aber 
B einem deutschen oder holländischen Meister angehöret. 
Eine Marine. In der vorderen Galeere mit vielen Menschen ist 
man beschäftiget die Segel einzuziehen, und weiterhin zeigen sich sechs 
andere Galeeren, zwei Zweimaster und sechs Boote. Rechts im Vor- 
grunde schwimmt ein Vogel auf dem Wasser, und tiberdiess bemerkt 
man sechs Delphine. Oben rechts ist das Zeichen. H.9Z.5L. Br. 9Z. 6L. 
Das gegebene Monogramm können wir nicht deuten. Indessen sahen 
wir andere alte Blätter mit Schiffen, welche aber nicht so derb be- 
handelt sind. Sie sind jedoch kraftig radirt, und mit der kalten Nadel 
übergangen. Auf einem derselben steht der Name: brueghal. Dieser 
Meister gehört wohl zur Familie der Breughel, es ist aber kein 
A. Breughel bekannt, welcher in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts 
als Marinemaler thätig war. Der erwähnte Brueghel arbeitete sicher 
um 1540. Seine Blätter bilden eine Folge. Graf Enzenberg besitzt 
deren vier. 
131- Unbekannter Meister, welcher in der zweiten Hälfte des 
15. Jahrhunderts in Deutschland lebte. In der Sammlung des 
FB Peter Fischer in Basel war ein Blatt, welches die Madonna, oder 
eine Jungfrau vorstellt, und mit dem gegebenen Monogramme versehen 
ist, wie wir durch eine gefällige Mittheilung des Herrn Professor Mass- 
mann wissen, aber ohne die Grösse angeben zu können. Der Zeichner, 
oder Kupferstecher gehört vielleicht der elsassisch- schweizerischen 
Schule an, und sollte vielleicht nicht AB, sondern HB zu lesen seyn, 
so möchten wir auf Hans Baldus oder Baldolf aufmerksam machen, 
welcher 1471 als Maler der Zunft zum Himmel in Basel beitrat. 
132. Augustin Braun oder Brun, Maler und Kupferstecher von 
H ß Oöln, dürfte nach Merlo (die alt-kölnischen Meister S. 164) 
B , aus der Familie der Brun oder Bruyn stammen. Bar- 
tholomäus Brun sen. hatte schon 1533 eine Malerwerkstatt in Cöln. 
Seine Söhne Arnt (Arnold) und Bartholomaus folgten ihm nach, und 
Augustin könnte der Sohn des letzteren gewesen seyn. Dieser Maler 
starb um 1607, und Augustin blühte um 1590-1622. Sandrart nennt 
ihn einen herrlichen Künstler, der in Cöln „fürnehme und gute Arbeit
        

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