Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1555031
BRU. 
2063. 
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oder Fluweelen Breughel, zu verstehen. R. Robinson stach nach ihm 
ein Blatt in Mezzotinto, welches eine Landschaft vorstellt, in welcher 
der Hirt seine Schaafe gegen den Wolf vertheidiget. Sie ist bezeichnet: 
Brugill pinx. Jo. Smilh. 0.17., qu. fol. Auf diesen Künstler bezieht sich 
auch die Bezeichnung "Bruglß In." auf einem Kupferstiche von J. 
Moyreau. Dieses Blatt stellt eine Landschaft mit Bauern vor, unter 
dem Titel: Rärrräation flamande. qu. fol. BRVEGEL und BRVEGHEL 
zeichnete er auf seinen Gemälden. In der k. k. Gallerie zu Wien ist 
eine Anbetung, ein kleines Bild auf Kupfer mit dem Namen: BRVEGEL 
FEC. 1598. In der k. Eremitage zu St. Petersburg sind Landschaften 
von 1607 und 1610 mit dem Namen BRVEGLIEL bezeichnet. Es 
schrieb aber auch Peter Breughel der Alte, oder der sogenannte 
Bauern-Breughel (Boeren-Breughel), häufig BRVEGEL auf seinen Ge- 
mälden, und ein Gleiches verhält sich mit seinem gleichnamigen Sohne, 
welcher in Holland der „Helsche Breughel", d. h. Höllen-Breughel ge- 
nannt wird, da er mit Vorliebe Hexen und Teufelsspuk malte. Die 
Gallerie in Wien bewahrt mehrere Bilder von der Hand des alten 
Breughel mit dem Namen BRVEGEL und den Jahrzahlen 1559,1560 
und 1563, sowie solche ohne Datum, deren auch in anderen Gallerien 
vorkommen. Man muss daher unterscheiden, ob irgend ein Bild dieser 
Art von dem älteren oder dem jüngeren Peter Breughel herrühre. Die 
Bauernscenen des alten sind von energischer Auffassung, und voll 
Leben und Bewegung in den gemeinen Gestalten. Andere Gompositiouen 
haben Aehnlichkeit mit jenen des Jeronymus Bos (J. Agnen von Her- 
zogenbuseh), sind aber nicht selten hart und bunt gemalt. Der Höllen- 
breugheP malte im gleichen Genre, und dazu Fcuerbilder, meist phan- 
tastische Scenen der Unterwelt. Bei ihm fehlt aber das kräftige Leben 
des alten Breughel, und er zeigt ein ziemliches Ungeschick in der Be- 
handlung. Der schwächere Theil sind die heiligen Figuren, immerhin 
besser ist das Lumpengesindel gemalt, welches er einführt. Das Alter- 
thümliche entscheidet nicht für P. Breughel sen., es macht sich auch in 
den Bildern des jüngeren Breughel bemerkbar. Die Lebensgrenzen 
des alten Viesen- oder Boeren-Breughel sind nicht genau bestimmt. 
Einige lassen ihn 1510, andere 1530 im Dorfe Breugel bei Breda ge- 
boren werden. Seine Geburt dürfte aber vor 1530 fallen, da der 
Künstler nach C. van ll1ander's Versicherung schon 1551 als Meister 
in die" St. Lukasgilde zu Antwerpen aufgenommen wurde. Um 1553 
befand er sich in Rom. Wir ersehen diess aus zwei radirten Blättern 
des Meisters mit der Schrift: Petrus Breughel feo. Romae A". 1553 
Exud. Hoof-. Das eine dieser Blätter enthält eine Rheinansicht mit 
Merkur, welcher die Psyche durch die Luft entführt, das andere stellt 
eine Landschaft, und Schiife auf dem Canale vor. In der Luft zeigt 
sich aber Dädalus und Jkarus. H. mit dem Rande 10 Z. Br. 12 Z. 
6 L. Andere Radirungen eines Breughel sen. gehören entschieden zur 
Gattung der Marinen, und sind fast von derselben Grösse. Man liest 
auf diesen seltenen Blättern den Namen BRVEGHEL und BRVEGEL, 
worunter aber der alte Bauernbreughel vielleicht nicht zu verstehen ist. 
Man weiss nämlich auch von einem Marinemaler Hieronymus Breughel, 
welcher in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts thätig war. Brugel 
inu. Cock exc. 1559 steht auf dem Titelblatte einer Folge von 13 
Kupferstichen, welche die Tugenden und Laster in der bekannten 
phantastischen Weise des Bauernbreughel vorstellen. Auf einem alten 
Blatte von 1570 aus H. Coek's Verlag, welches zwei hässliche Bauern 
mit einem jungen Mädchen vorstellt, lesen wir: Bruegel inuentor. Man 
nimmt gewöhnlich an, dass der alte Breughel 1570 gestorben sei, er 
lebte aber noch 1599, da er in diesem Jahre den Andries Daniels zum 
Monogrammisten. 61
        

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