Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1555013
BRO. 
2058- 
2059. 
883 
2053. Unbekannter Kupferstecher. Wir führen unter dieser Ab- 
 breviatur den Verfertiger eines grossen 
B _ ROÄ CM J, Blattes ein, welches eine satyrische Vor- 
' Stellung der TGIIIIISChGI; Kirche enthält, 
in drei aneinan er zu ügenden Stücken 
D  G. W66. Z g-OJ? von 52 Z. 9 L. Breite, und 15 Z. 4 L. 
Höhe. Im Mittelgrunde nimmt die Kirche einen grossen Theil ein, 
und gestattet den Einblick in das Innere. Links steht das Evangelium 
in Gestalt einer mit Dornen gekrönten Frau, welche einen Vorhang 
weggezogen hat. Bei dem Evangelium sind andere allegorische Figu- 
ren, die Gnade, die Barmherzigkeit, der Glaube, eine dem Evangelium 
sich zuwendende Auserwählte, und eine vom Starrsinn zurückgehaltene 
Verworfene. Die allegorisehe Gestalt der frohen Botschaft verbreitet 
mit der Fackel Licht über die Vorgänge in der Kirche, welche über 
der rechts beündlichen Eingangsthüre als die römische bezeichnet ist. 
In der Kirche wird eine Todtenfeier gehalten, das Requiem gesungen, 
die Bezahlung dafür eingenommen, der priesterliche Segen gegeben, 
Dispensen und Indulten ganz verschiedener Art ertheilt, geweihte Ker- 
zen und Ablass gekauft, die Taufe und das Abendmahl gespendet, und 
die Messe gelesen etc. Ein Theil der menschlichen Figuren hat ver- 
zerrte und Thiergesichter. Im Vorgrunde schreitet von links her eine 
Prozession nach dem Eingange der Kirche zu, ebenfalls mit Fratzen- 
gesichtern. Zwei Figuren, die eine mit der Bischofsmütze, die andere 
mit der vicrspitzigen Calotte, und _jede einen grossen Schlüssel haltend, 
sitzen auf der Thürschwelle, und lassen die nackten und vollen Bäuche 
und Beine sehen. Am Schenkel der einen steht: Oholo, an jenem der 
andern: Ohaliba. Hinter ihnen ragt die Figur des Unsinns hervor. 
Am Ende des Blattes tanzen Männer und Weiber um eine Säule, auf 
welcher ein Cruciiix angebracht ist. Hier und da beigegebene Zahlen 
weisen auf eine Erklärung hin, welche wohl gedruckt beigegeben 
wurde. Im Rande ist ein Gedicht in neun dreizeiligen Columnen ein- 
gestochen. Im Bilde selbst sind einige Beischriften in holländischer 
Sprache angebracht. Links unten im Boden ist die Abbreviatur des 
Stechers und Verlegers in Einer Zeile gestochen. 
Von diesem Werke haben wir durch Herrn Börner Kunde. Die 
Composition ist von einem holländischen Meister, und sie erinnert 
theilweise an Höllenbreughel. Stünde Rob. vor dem B, so könnte man 
an Robert Baudous denken, allein es ist nicht anzunehmen, dass hier 
eine solche Versetzung stattiinde. Füssly schreibt einem W. Robyn 
eine grosse satyrischc Darstellung zu, unter dem Titel: Den Alleen 
opugte en onvervalste italiaansche doctor en Warzegger, roy. fol. Viel- 
leicht ist unter B. Rob. ebenfalls ein Robyn verborgen. 
2Ü59. Angiolo Bronzino, Maler von Florenz, war Poniormoß: 
M- A" Schüler und folgte als solc er der 
  Richtung des Michel Angelo, bis 
er durch das Studium der Werke der Venezianischen Schule erkannte, 
dass er nicht berufen sei, den Genius desselben zu bannen. Er leistete 
aber in der Zeit des immer mehr um sich greifenden Verfalls noch 
Vorzügliches, besonders in Zeichnung und Composition. Doch ist sein 
Colorit bleifarbig, und die Carnation scheint öfter mit Schminke auf- 
getragen zu seyn. Vorherrschend ist aber gewöhnlich ein grelles Gelb. 
Diess gilt zunächst von einigen historischen Gemälden; in seinen Bild- 
nissen herrscht aber ein frisches und kräftiges Leben, so dass 
Bronzino als Portraitmaler vorzuziehen ist. Der wie oben geschriebene 
Name des Meisters steht auf einem Gemälde in der k. k. Gallerie zu
        

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