Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1546756
126 
128. 
genau bestimmt sind. Diess gilt auch für das Allgemeine Künstler- 
Lexicon, so wie überhaupt der ganze Artikel mit jenem des genannten 
Werkes verglichen werden möge. Nach der gewöhnlichen Annahme 
blühte B. van Orley von 1500- 1550. Andere lassen ihn um 1490 
geboren werden, und um 1560 sterben. Der Künstler starb in Brüssel 
den 6. Jänner 1541 in einem Alter von 70 Jahren. Er wurde dem- 
nach 1471 geboren.  
126- Barend van Orley, über welchen wir im vorigen Artikel ge- 
handel thaben, soll auch der Träger des ersten Zeichens 
B  seyn. Wir verdanken es der gütigen Mittheilung des 
Herrn Direktor Passavant, welcher das Monogramm einem 
Gemälde in der k. Gallerie zu Dresden entnahm. Dieses Bild stellt die 
Geburt Christi vor, und gehört einem niederländischen, unter italie- 
nischem Einiiuss stehenden Meister des 16. Jahrhunderts an, als welchen 
Passavant den Barend van Orley erkennen möchte. v 
Julius Hübner, der berühmte Direktor der k. Gallerie in Dresden, 
welcher 1856 einen neuen Catalog anfertigte, schreibt das erwähnte 
Gemälde dem Augustin Braun zu, welcher um 1600  1630 in Cöln 
arbeitete, und dessen wir N0. 132 erwähnen. Herr Hübner beschreibt 
von No. 1715  1719 fünf kleine Gemälde, und darunter ein solches 
n1it dem Besuche der hl. Maria bei Elisabeth, welches ebenfalls mit 
dem Monogramme versehen ist. In dem genannten trefflichen Cataloge 
ist ein Facsimile desselben beigefügt, welches aber von dem ersten Zeichen 
abweicht, indem eine Querlinie durch das B reicht, und der rechte 
Schenkel des gothischen A breiter gehalten ist. Es frägt sich aber 
auch noch, ob die Bilder von Augustin Braun oder Brun gemalt seien. 
Hübner äussert durch das beigefügte Fragezeichen selbst einen Zweifel, 
welcher sich auf die Zeit der Entstehung der Gemälde beziehen könnte, 
0b nämlich Braun um 1630 dieselben gemalt habe. Auf Kupferstichen 
hat Braun's Zeichen eine andere Form. Man könnte daher auch versucht 
seyn, an Arnold Brun oder Bruyn zu denken, den älteren Sohn des Bar- 
tholomäus Bruyn sen. Dieser Meister war schon vor 1550 thätig, und 
starb zwischen 1577 und 1580. Er malte historische Darstellungen und 
Bildnisse, wovon letztere den Vergleich mit Holbein aushalten. 
127. Abraham Breughel, genannt Rhyngraf oder der Neapolitaner, 
malte mit grosser Kunst Blumen und Früchte, welche noch 
in aller Frische prangen. Auf einigen Gemälden steht 
dieses Zeichen, dessen sich aber auch ein älterer Künstler 
dieses Namens bedient zu haben scheint. In der k. Gal- 
 lerie zu Neapel sind nämlich zwei Gemälde mit diesem 
Monogramme, wovon das eine einen Mönch vorstellt, dem der Sack 
abgeschnitten wird, das andere sechs Blinde zeigt, welche nacheinander 
in den Fluss stürzen. Die Composition ist in der Weise des älteren 
Breughel, welcher durch seine Spuckgeschichten bekannt ist. Nach 
Ilcinecke soll dieser Künstler auch radirt und in Holz geschnitten 
haben, wir fanden aber kein Blatt dieser Art vor. 
Abraham Breughel starb zu Neapel 1690. Er war der Sohn des 
Jan Breughel, welcher unter dem Namen des Jungen bekannt war. 
Den 28. November 1631 wurde er in Amsterdam geboren. 
128. A. Bernard. Zeichner und Radirer zu Paris, zeichnet sich 
im Fache der Ornementik aus. Man hat folgendes 
IQ! Werk von ihm: Recueil d'Ornements de 1a Renaissance 
 dessines et graves ä lleau-forte. Folge von 30 Blättern 
x mit Ornamenten, und dem Monogramm des Meisters. 
Das Werk unternahm Letouze, und sein Nachfolger Grimm setzte es fort. 
Ueber Bernard haben wir keine nähere Nachricht.
        

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