Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1554880
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2023. 
de Bry gestochen, und desswegen deutet Christin seiner Monogrammen- 
Erklärung S. 129 das Zeichen auf diesen letzteren Meister, mit der 
Bemerkung, dass damit Blätter in B0issard's Bildnisssammlung und in 
dessen Werk über römische Alterthümer bezeichnet seyen. Brulliot I. 
N0. 1105 erklärt daher in einem zweiten Artikel das erste Zeichen 
herkömmlicher Weise ebenfalls auf Th. de Bry, aber ohne sich über- 
zeugen zu können, dass die Erklärung richtig sei. Andere deuteten 
das Monogramm auf einen unbekannten Bartolome Reif at, welcher 
gegen 1610 nach Georg Pecham gestochen haben soll, wie Brulliot 
bemerkt. Dieser Reifat ist sicher corrumpirt aus dem Namen des 
Bartolome Reiter entstanden, welcher um jene Zeit ein paar Blätter 
nach Pecham radirt hatte, aber sich eines aus BR. F. bestehenden 
Monogramms bediente. Es bleibt daher nur Robert Boissard übrig, 
dessen Blätter mit jenen des Reue Boyvin geringe Aehnlichkeit haben. 
Zu den seltensten Blättern mit dem Namen dieses Meisters gehört 
die Geisslung Christi in einer Composition von 13 Figuren, wovon 
selbst Zani keine Kunde hatte. Es ist glänzend gestochen, in Hoch- 
folio. Eben so verhält es sich mit einem Blatte in Aldegrevefs Ma- 
nier, welches ein Badezimmer mit acht Frauen vorstellt, ähnlich dem 
sogenannten Wiedertäuferbad des genannten Meisters. Der Verleger 
ist Jean le Clerc, und der Stich in folio. -Ein Quartblatt mit R. Bois- 
sard's Namen gibt das Urtheil des Paris, mit Figuren im Charakter 
des Lukas van Leyden. Unter den Bildnissen steht jetzt jenes des 
Earle of Essex zu Pferd aus William Kip's Verlag (1600) in hohem 
Preise, fol. Auch das Portrait des französischen Rechtsgelehrten Pierre 
Belloy, und jenes des Pierre Bonsard, le prince des poätes francais, 
wird hoch gehalten, 4. 
2923. Jakob de Bray von Haarlem, Salomon's Sohn, hatte den 
R  Ruf eines vorzüglichen Bildniss- und Historienmalers. In 
faul; Haarlem findet man auch noch Werke von ihm, welche das 
Lob rechtfertigen, wir wissen aber nicht, 0b auf irgend einem Ge- 
mälde das gegebene Zeichen vorkomme. Man findet es jedoch auf 
zwei radirtexi Blättern (N0. 1 u. 10), welche von früheren Schrift- 
stellern, wie von Heinecke, Huber und Martini, Malpe und Bavarel dcc. 
irrig dem Rene Boyvin zugeschrieben wurden, da das Zeichen Aehn- 
lichkeit mit jenem dieses Meisters hat. Das Blatt mit der Hagar 
wurde auch dem Reuier Brackenburg zugeschrieben, welcher keinen 
Anspruch darauf machen dürfte. Brulliot I. N0. 1037 schreibt dem 
J. de Bray auch ein aus den Buchstaben J BR bestehendes Mono- 
gramm zu, welches aber dem Jean Rabasse angehöret, und nur die 
Buchstaben J R enthält. Es ist fein geritzt, und etwas undeutlich. 
J. de Bray soll nach der gewöhnlichen Angabe 1664, wenige Wochen 
vor seinem Vater, gestorben seyn, er lebte aber noch 1674. 
Radirungeu dieses Meisters. 
Bartsch räumte ihm im Peintre-graveur keine Stelle ein, wir 
sichern ihm aber hier eine solche mit der Bemerkung, dass vielleicht 
nicht alle Blätter von der Hand dieses Künstlers herrühren. Das 
eine oder das andere wird dem Salomon de Bray zugeschrieben, wenn 
nicht Dirk de Bray mehr Anspruch hat. Sicher ist, dass Jakob de 
Bray auf Kupfer radirt hat, und somit dürfte er der Verfertiger seyn. 
Unter dem Monogramm D B kommen wir auf ein weiteres Blatt 
zu sprechen. 
1) Die Verstossung der Hager. Abraham steht rechts, und Hagar 
vor ihm erhebt bittend die Hand, während Ismael sich an sie schliesst.
        

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