Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1554668
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1965- 
4966. 
beschreibt, welches uns ebenfalls zur Einsicht vorlag. Ueberdiess 
haben wir Kunde von einem alten, mit b M bezeichneten Holzschnitt, 
welcher die Kreuzigung Christi vorstellt. Eine nähere Beschreibung, 
und ein Fascimile der Signatur war uns nicht vergönnt. 
1965- Benedetto Montagna, Maler und Kupferstecher von Vicenza, 
ß o ist neben Giovztnni Bonoonsiglio einer derjenigen Meister, 
M welche um l490!l520 in Venedig zur Illustration von lite- 
f rarischen Werken durch den Holz- und Metallschnitt beige- 
7" liY tragen, und dadurch dem Buchhandel einen grosseu Ruhm 
verschafft hatten. Wir haben im Künstler-Lexicon IX. S. 406 mehrere 
Werke aufgezählt, deren Bilderschmuek theilweise von B. Montagna 
herrühren könnte, zu einer sicheren Bestimmung ist man aber auch 
jezt noch nicht gekommen. Unter dem Buchstaben b. N0. 1613 haben 
wir ebenfalls auf verschiedene illustrirte Werke aufmerksam gemacht, 
es konnte aber nur muthmasslich ausgesprochen werden, dass das eine 
von Bellini, das andere von Boncousiglio oder B. Montagna seinen 
Schmuck erhalten habe. Jedenfalls lieferte unser Künstler Beiträge, 
und wenn je ein Holz- oder Metallschnitt nach seiner Zeichnung, oder 
von ihm selbst ausgeführt wurde, so ist es jener mit dem ersten der 
obigen Zeichen, welches ohne Zwang auf B. Montagna gedeutet werden 
kann, und zwar auf der Titelvignette zu Tullii (Ciceronis) I)e Officiis. Amicitia 
et Senectute. Paradowa cjusdem etc. Venetiis per J0. de Trid-ino al. Ta- 
cuino MD VI , fol. Diese Vignette stellt den Täufer Johannes vor, wie 
er auf das Lamm deutet. Um seinen Kreuzstab schlingt sich ein Band 
mit den Worten: Ecre Agn? Bei. Das erwähnte Werk enthält auch 
schöne Titelbordüren, und andere Vignetten in kl. qu. 8. Die Zeich- 
nungen, und vielleicht auch die Holzschnitte rühren von demselben 
Künstler her, keines der Blatter ist aber bezeichnet. 
Die Initialen b. Mx auf weissem Grunde stehen ebenfalls auf einem 
Holzschnitte, welcher wahrscheinlich von B. Montztgna herrührt. Dieses 
Blatt stellt eine Sibylle vor, welche unter einem Bogen steht, mit der 
Linken das Gewand anzieht, und die Rechte erhebt, um auf die am 
Bogen eingegrabene Schrift aufmerksam zu machen: P. P. P. P. E. 
S. S. S. E. V. V. V. V. V. V. V. F. F. F. F. Ueber der Sibylle liest 
man in beweglichen Lettern: In arcu Romac sibylla sculpi fec. haslitteras 
quae postea per Bedam devlaratae su-nt. Rechts unten sind die Buchstaben 
b. M x. Man findet diesen Holzschnitt in einem 1499 von Johannes de 
Tridino zu Venedig gedruckten Buche: Valerii Probi Grammatici de 
interpretandis Romanorum litteriis opusculztm etc. H. 5Z.9 L. Br. 3 Z. 7 L. 
Die bezeichneten Holzschnitte tragen entschieden das Gepräge der 
paduanisch-venetianischen Schule, welcher B. Moutagna angehöret, wie 
Bellini, Boncoxisiglio und andere Meister jener Zeit. Die Buchstaben 
b. M. könnte man ausserdem nur noch auf Bartolomee Merlo 
deuten, welcher aber in Verona thätig war. Man ündet einen schönen 
Holzschnitt von seiner Hand, welcher die in einer Nische sitzende 
Madonna mit St. Rochus und St. Sebastian vorstellt. Unten steht: In 
Virona per Barlolomeo MerIo fac. Es scheint demnach, dass Merlo 
nicht in Venedig, sondern in Verona seinen Wirkungskreis gefunden 
habe, und wir bleiben daher he1B._Montagna, obgleich es nicht bis zur 
Evidenz bewiesen ist, dass die Initialen b. M. sich auf ihn beziehen. 
1966. Broder Mathiesen, auch BfOdBfläS Mathäus gcgannt, Maler 
von Husum, stan an angs in iensten des 
B' Math fa 1648 gottorpischen Hofes, und wurde 1665 als 
Hofmaler nach Berlin berufen. Die k. dänische Gallerie bewahrt 
Bildnisse und Genrebilder von ihm.
        

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