Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1554631
196i. 
845 
8) Die Landschaft mit der Flucht der hl. Familie in Aegypten. 
In Mitte des Blattes breiten sich Palmen aus, und unter diesen kommt 
die hl. Familie hervor. Joseph voran führt den Esel am Zaume, und 
Maria mit dem Kinde sitzt auf diesem Thiere. Rechts und links des 
Blattes sind Gebäude, und über dem Dome rechts geht die Sonne 
unter. Unten rechts stehen die dritten Initialen. H. 8Z. Br. 12 Z. 8L. 
Dieses Blatt weicht in der Behandlung von den anerkannten Ar- 
beiten del Moro's ab. Es ist kräftig geätzt, und der uns vorliegende 
alte Abdruck ist auf ein Papier gemacht, welches von ganz anderer 
Textur ist, als jenes der Radirungen und Stiche des B. del Moro. 
9) Reiche Landschaft mit Gebäuden, Felsen und einem Flusse, 
welcher die Stadt trennt. Rechts vorn sieht man einen Hirten bei 
fünf Kühen, und Fischer am Flusse, und links vorn ist Jupiter in 
Umarmung einer Nymphe. Unten links in der Ecke B. M. H. 6 Z. 
2L. Br.9Z.7L. 
Von diesem Blatte gilt dasselbe, wie oben gesagt. 
10) Die Landschaft mit Venus und zwei Liebesgöttern, nach dem 
Meister F. P., anscheinlich F. Parmigianino. H. 10 Z. 4 L. Br. 15 Z. 9 L. 
Das Zeichen del Marc's kommt im ersten Drucke nicht vor. Es 
wurde erst später eingestochen. 
H) Vier Darstellungen nach Art der Pa-storalen mit Ruinen und 
ländlichen Gebäuden. In einer derselben sieht man drci Wanderer, 
und durch die offene Thüre eines Hauses in der Nähe drei Männer 
am Tische, wahrscheinlich die Jünger in Emaus. Auf einem andern 
Blatte steht: Aprcsso Gio. Franc." Camocio. H. 7 Z. 2 L. Br. 10 Z. 9 L. 
Diese Landschaften sind geätzt, und ohne Zeichen und Namen 
del Moro's. Im Catalog Malaspina II. p. 141 werden sie ihm zu- 
geschrieben. 
1961. Bernarclollialpizzi, oder Battista del Moro? Die Kupfer- 
BM stiche mit diesen Initialen werden bald dem Battista del Moro, 
bald dem Bernardo Malpncei (Malpizzi) beigelegt. Auf letzte- 
 ren nimmt Zani Enc. meth. II. p. 339 Rücksicht, weiss aber 
nur durch Tradition, dass eine Darstellung Abraham's vor den drci 
Engeln ihm zugeschrieben werde, ohne ein sicheres Blatt von ihm be- 
zeichnen zu können. Das Blatt mit den Engeln vor Abraham be- 
schreiben wir unten, glauben aber nicht, dass der Stich von Malpizzi 
herrühre. Es ist auch ein Irrtlium, wenn man hinsichtlich MalpuccPs 
sich auf Christ bezieht. Dieser Schriftsteller sagt im Monogrammen- 
buche S. 126 nur, dass ein B und M auf Bernardo Malpuccio bezogen 
werde, von welchem er aber keine andere Nachricht habe, als dass 
ihm Holzschnitte in Helldunkel zugeschrieben werden. Kupferstiche 
mit B. M. kannte aber Christ, nämlich jene des Battista del Moro, 
welcher unter vorhergehender Nummer seine Stelle findet. Dieser 
Schriftsteller scheint also die missverstandene Quelle zu seyn, nach 
welcher die Radirungen und Stiche mit B. M. bald dem Malpucci, 
bald dem B. del Moro zugeschrieben werden. Wenn iiun der erstere 
wirklich in Kupfer gearbeitet hat, so sind seine Blätter entweder im 
Verzeichnisse der Radirungen des delMor0,Bartsch P. gr. XVI. p. 177 ff. 
auszuscheiden, oder es rühren die unten beschriebenen Stiche von ihm 
her, wofür aber der Beweis nicht geliefert werden kann. Battista del 
Moro scheint aber ebenfalls der Stecher nicht zu seyn, da wenigstens 
das Blatt mit Abraham vor den Engeln nicht für ihn spricht. 
Bernardo Malpizzi war Maler und Zeichner, und arbeitete gegen 
Ende des 16. Jahrhunderts in Mantna. Er zeichnete für den Form- 
schneider Andrea Andreani den Triumph des Julius Cäsar, welchen
        

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