Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1554228
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1868. 
welche ebenfalls auf Jenichen gedeutet werden, und zwar mit mehr 
Recht, als die obigen Zeichen, welche demnach ebenfalls aus B I be- 
stehen müssten. Auffallend ist auch die Schrift, welche z. B. auf 
Bildnissen vorkommt. Auf den Blättern mit dem Monogramme ist 
sie meistens schöner und grösser eingestochen, als auf jenen mit B. I. 
Die kleineren Versalien weichen nicht selten von den grösseren ab. 
Sie sind nicht calligraphisch, sondern flüchtig behandelt, wie auf allen 
Bildnissen mit solcher Schrift. Mehrere Blätter tragen auch die Cur- 
rentschrift der Zeit, besonders wenn Sprüche vorkommen. Nur die 
Namen der Personen sind in Antiqua gestochen. Die meisten Blätter 
mit den flüchtigen Versalien und der Currentschrift sind mit B. I. be- 
zeichnet, und gehören zu den geringeren Arbeiten Jenichen's. Man 
möchte also versucht seyn, den Monogrammisten BH von dem Meister 
B. I. zu unterscheiden, zumalen Jenichen sein Monogramm auch etwas 
anders zeichnet, wie das fünfte Zeichen beurkundet, welches aber 
selten vorkommt. Sollten indessen wirklich zwei Künstler zu unter- 
scheiden seyn, so ist auch der Monogrammist BH nicht durchhin 
mit gleicher Kunst verfahren. Er leistete aber jedenfalls mehr, als 
der flüchtige, ja mittelmässige B. 1., welcher sicher Balthasar Jenichen 
heisst. Wir kommen auf den hIeister B. I. unten zu sprechen, 
da. er hier keine Stelle finden kann. Die gegebenen Monogrammen 
sind nach den Originalen copirt. Drei derselben gibt auch Bartsch X. 
Table de monogrammes pl. 3 N0. 37. Das aus B1B gebildete Zei- 
chen bei Bartsch mussten wir ausscheiden, da. es einem anderen Mei- 
ster angehört, und unter B1 8m. zu setzen ist. Das grosse Mono- 
gramm mit löffelähnlichem Schneidemesser gibt ebenfalls der genannte 
Schriftsteller. Wir haben es nicht vorgefunden, es muss sich aber 
auf dem Holzschnitte finden, welchen Bartsch IX. p. 543 No. 33 be- 
schreibt. Dieses Blatt stellt zwei in der Landschaft sitzende Herren 
mit ihren Damen vor, welchen der Narr Unterhaltung gewährt. Der 
Künstler copirte das Blatt N0. 212 des Werkes von H. S. Beham, 
zeigt sich aber hierin in Zeichnung und Schnitt so ungeübt, dass die- 
ser Holzschnitt selbst unter den geringsten Stichen und Radirungen 
des B. Jenichen steht. Dasselbe Zeichen, mit dem zweiten Messer- 
chen, ündet man auch auf zwei Bildnisseu, welche Bartsch unbekannt 
blieben. Heller beschreibt ein Blatt mit einem Türken, welches das- 
selbe Zeichen tragt. 
Bartsch P. gr. IX. p. 532 ff. verzeichnet 33 Blätter, welche theils 
mit dem Monogramme, theils mit den Initialen B. I. bezeichnet sind. 
Den Namen des Künstlers hatte der genannte Schriftsteller nicht er- 
fahren, so wie ihm auch viele Blätter desselben entgangen sind. Heller 
gab 1844 Zusätze zum Peintre-graveur heraus, und beschreibt von 
S. 66 an eine Anzahl von Blättern des B. Jenichen. Durch Heller 
wissen wir auch, dass dieser Künstler viele Kupferplatten im Vorrathe 
hatte. Paul Beham kaufte 1621 von der Wittwe desselben allerlei ge- 
stochene Platten im Gewichte zu 1 Ü?" 20 üQ-wofür er 50 ßl bezahlte. 
Folgende Blätter tragen das Monogramm des Meisters, und kom- 
men bei Bartsch und Heller nicht vor. Von mehreren haben wir 
durch Herrn Börner Kunde, andere liegen im k. Kupferstich-Cabinet 
zu München. Sie gehören grösstentheils zu den Seltenheiten. Unter 
den Buchstaben B. I. zählen wir andere Stiche auf, worunter vielleicht 
das eine oder das andere Blatt ebenfalls das Monogramm trägt. Wir 
notirten auch Blätter aus verschiedenen Catalogen, in welchen die 
Angaben nicht immer bestimmt sind.  
1) Ecce Homo. Halbe Figur mit gebundenen Händen en face. 
Rechts unten das Zeichen. Gut gestochen. H. 3 Z. 9 L. Br. 2Z. 7L.
        

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