Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1554079
1822- 
4823. 
789 
reitet ein solcher auf dem Bocke, welcher von einem anderen Liebes- 
gotte am Stricke gezogen, und von einem dritten links fortgestossen 
wird. Im Vorgrnnde stützt sich ein Amoret knieend auf die Kugel 
mit den Buchstaben BF, während er mit dem Pfeile in seiner Linken 
nach dem vor ihm sitzenden kleinen Liebesgotte stösst. H. 3 Z. 10 L. 
Br. 2 Z. 10 L. 
Der Grund dieses Niello ist schwarz. Die Umrisse der Figuren 
sind kräftig geführt, und die Schatten mit feinen Strichen gegeben. 
Der Meister ist unbekannt. Nach Frenzel dürfte es gewagt Seyn, 
Francia Bolognese zu lesen. Auch hat die Arbeit wenig Aehnlichkeit 
mit den Stichen des Sandro Botticelli, welcher aber bei richtiger 
Stellung der Buchstaben nicht F. B. signirt haben würde. Ferner 
will Frenzel- diesen Nielleur auch nicht mit dernMeister bei Bartsch 
XV. N0. 545 verwechselt wissen. 
Das Blatt der Sternbergkchen Sammlung wurde 1836emit 47 Tha- 
lern bezahlt.   
1822. Niccolo Boldrini, oder Battista Franco. Nach Brulliot n. 
N0. 241 findet man diese Initialen auf einem Holzschnitte, 
J welcher die Kreuzabnehmung vorstellt, eine Coniposition 
von mehreren Figuren, darunter Johannes mit gefalteten 
Händen.  Links unten bemerkt man die Buchstaben B F. 
H. 8 Z. B1". 6 Z. 
IMan schreibt dieses Blatt dem Niceolo Boldrini zu, so dass Bol- 
drini Fecit zu lesen seyn würde. Allein man kann auch den Zeichner 
oder Maler unter BF vermuthen, allenfalls den Battista Franco, da 
dieser auch zwei andere Holzschnitte auf solche Weise bezeichnete. 
Boldrini bediente sich eines aus NB bestehenden Monogramms, und 
es ist nicht nachzuweisen, dass er auch mit den Buchstaben BF ge- 
zeichnet habe. 
 Battista Franco, genannt Semoleo, findet unter B. F. V. F. 
B  B F eine ausführliche Stelle, und (laher beschränken 
 2 ' ' wir uns hier auf die Blätter, welche ihm wenig- 
stens der Zeichnung nach zugeschrieben werden können. Es sind 
diess Holzschnitte von geistvoller Behandlung, so dass man annehmen 
müsste, Semoleo habe sich über jenes Vorurtheil hinailsgesetzt, wel- 
ches jetzt bezüglich der Malerformschnitte noch hier und da herrscht. 
Jedenfalls dürfte das erste, Bartsch unbekannte Blatt von ihm selbst 
geschnitten seyn. 
i) Die Grablegung. Rechts hält ein Jünger den Leichnam des 
Herrn, und hinter ihm stehen Männer. Links sieht man die hl. Frauen 
mit der zu den Füssen Jesu knieenden Magdalena. Unten links B. F. 
H.8Z. Br.6Z.1L. 
2) Der christliche Heros, B. XII. p. 136 No. 14. In Mitte des 
Blattes kämpft ein Krieger im antiken Oostiim mit dem Schilde gegen 
Dämonen an, und der Tod sucht ihm den Weg zu versperren. An 
seiner Seite sieht man die allegorischen Figuren des Glaubens, der 
Liebe und der Religion. Im Vorgrunde links lehrt Christus die Jünger, 
und rechts gehen die Verdammten in Flammen auf, und werden von 
Drachen zerfieischt. Oben krönt Christus in einer Glorie von Engeln 
und Cherubim den Helden. Das Ganze umgibt eine Bordure mit In- 
schriften: Bonum certamen certavi, cursum consumavi, fidem servavi, in 
reliquo reposita es! mihi corona juatitiae. Pauli Apo. ad Timot. C. III. 
In der unten aufgedruckten Dedication an Ludovico Gonzaga sagt An- 
drea Andreani, dass er Sem0leo's Zeichnung lange Zeit in seinem 
Monogrammisten. 55
        

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