Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1553731
1717- 
1719. 
755 
1717. Barend Bosman, Marinemaler, ist nach seinen Lebensver- 
hältnissen unbekannt. Er kann mit dem gleichnamigen 
ß Miniaturmaler, welcher um 1742 in der Nähe von Dort- 
recht geboren wurde, nicht Eine Person seyn, da das Ge- 
mälde mit dieser Bezeichnung und dem Namen des Malers auf 
der Rückseite, die undeutliche Jahrzahl 1711 oder 1741 trägt. Es 
ist dies ein kleines sehr schönes Seebild mit einem runden Thurme 
am Ufer des leicht bewegten Wassers. In der Gallerie zu Islington 
war ebenfalls ein Gemälde von ihm, eine Marine bei Mondbeleuchtung. 
Boydell hat dieses Bild unter dem Titel "Moon-Liglu" gestochen. B. 
Bosman lebte wahrscheinlich in Holland. 
1718- Bernardo Belotto, genannt Canaletto, Maler und Radirer, 
ßß wurde 1724 geboren, und von Antonio Canale unterrichtet, von 
welchem er den Beinamen erhielt. Er malte Ansichten von 
Venedig und des venetianischen Festlandes, welche nicht mit jenen 
des Antonio Cannle verwechselt werden dürfen. Auf einigen dieser 
Bilder stehen die Buchstaben B. B., zuweilen mit dem Beisatze: ü Ca- 
nalelto. Später malte er auch Decorationen für die Schaubühnen. Das 
grosse patomimische Ballet, welches 1758 auf dem Hoftheater in Wien 
gegeben wurde, hatte er unter dem Titel: „Le Turc amoureux", selbst 
radirt. Auf diesem höchst seltenen Blatte steht aber: Ber. Beloui diz 
Canaletto  1759, s. gr. roy. qu. fol. Seine Hauptwerke sindjedoch 
in der k. Gallerie zu Dresden, Wohin sie aus dem BrühPschen Palais 
gebracht wurden. Es sind die vielen trefflich gemalten Ansichten 
von Dresden, Pirna, Warschau 8m, deren Belotti auch in Kupfer 
radirt hat, gewöhnlich in grossem Formate. Einige Blätter gehören 
jetzt zu den grossen Seltenheiten, wie die innere Ansicht der Pavil- 
lons und der Gallerien des Zwinger, die Ansicht der Frauenkirche in 
der Rammischen Gasse, die Ansicht von Pirna. vor dem Dohnathore dtc. 
Die Hauptfolge der Ansichten von Dresden besteht in 16 Blättern. 
Die zweite Folge der Radirungen enthält 12 Ansichten von Pirna, 
Sonnenstein und Königsstein, gr. qu. fol. 
Auf mehreren Blättern dieses Meisters stehen die Cursivbuchstaben 
BB. mit dem Beisatze: detto ü Canaletto fe. Darunter erwähnen wir 
die sehr seltene Ansicht einer Brücke mit zwei Bogen, welche sich 
auf dem venetisuiischen Festlande findet, qu. 8. In gleicher Grösse 
ist ein Blatt, welches einen Hügel vorstellt, hinter welchem einige 
Kirchthürme emporragen. Die kleinen, aus Canalettds früherer Zeit 
stammenden venezianischen Ansichten gehören alle zu den Seltenheiten. 
Dieser Künstler starb 1780 in Warschau. 
1719. Zeichen einer Tapetenfabrik, wahrscheinlich in Brüssel. 
 Man findet es auf prächtigen I-Iautlisse-Tapeten, 
welche ehedem die Zimmer und Säle der chur- 
fürstlichen Residenz in München zierten, und wahr- 
b scheinlich aus Antwerpen oder Brüssel bezogen 
wurden. Die brahantischcn Teppiche waren zur 
Zeit des Churfüirsten Maximilian I. nicht nur die 
Hauptzierde der Gemächer in der Residenz, son- 
dern auch mehrere Grosse des Reiches erwarben solche Kostbarkeiten 
nach dem Beispiele des Hofes. Der Ohurfürst schickte grosse Sum- 
men nach den Niederlanden, bis er 1603 selbst eine Hautlisse-Manu- 
factur errichtete, aus welcher bis 1615 viele grosse Tapeten hervor- 
gingen, wie jene mit der Ottonischen Geschichte nach den Cartons von 
P. Candito, bekannt durch die Kupferstiche des G. Ambling äc. Die
        

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