Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1553714
1714 
1715. 
753 
1714. Bernhard Palissy, Glas- und Majolica-Maler, wurde zu An- 
fang des 16. Jahrhunderts in der Diöcese von Agen 
geboren, und erhob sich als armer Töpferjunge zum 
Künstler und Gelehrten. Wir haben im Allgemeinen 
Künstler-Lexicon X. S. 475 Nachricht über ihn ge- 
geben, und bemerkt, dass die von Palissy bemalten 
 Vasen, Schaalen, Platten 8m. auf den Tafeln des 
Königs von Frankreich und der Grossen des Reiches angestaunt wur- 
den. Sechzehn Jahre vertlossen mit Versuchen in Bereitung der Masse 
und der Emailfarben, und erst gegen 1555 war seine Kunst, welche 
in Italien schon früher geblüht hatte, als vollkommen gesichert anzu- 
sehen. Er hatte sie aus sich selbst erfunden. Die Palissy-Fayence 
ist daher eigenthümlich in Form und Farbe. In ersterer Hinsicht hat 
die französische Renaissance-Periode nicht viel geschmackvollere Ge- 
fässe aufzuweisen. Die Figuren, womit dieselben geziert sind, beleidi- 
gen nie das keusche Auge. Auch hinsichtlich der Zeichnung ist nur 
Lob zu sagen, da sich Palissy der Kupferstiche nach Rafael, Rosso, 
Primaticcio 8m. bediente. Selbst Zeichnungen dieser Meister liegen 
zu Grunde. Die historischen, mythologischen und allegorischen Dar- 
stellungen und die öfter zu reichen Ornamente, die Piianzen und Rep- 
tilien 8m. erscheinen in colorirtem Relief. Die Färbung ist gewöhn- 
lich klar und hell, aber nicht bunt, da der Künstler nicht stark variirte. 
Das weisse Email hat die Reinheit von jenem des Luca della Robbia, 
ist aber nicht so glänzend, wie das der Manufaktur in Delft. Das oben 
gegebene Zeichen des Künstlers ist mit dem Griffel in die noch weiche 
Masse eingegraben. 
Die reichste Sammlung von Werken Palissy's ist im k. Museum 
zu Paris, und im Hotel Cluny, wo M. de Sommerard eine Sammlung 
eingerichtet hatte. Auch in anderen Cabinetten sind Majoliken von 
diesem Künstler. Man findet indessen auch Fayence-Stücke im Style 
des Palissy, wie es scheint, absichtliche Nachahmungen, da diese 
Werke auch in der Färbung, in den Ornamenten, in der von dem 
Künstler beliebten Anwendung von Reptilien, Pflanzen 8m. mit jenen 
Palissy's analog sind. Er selbst wählte aber diese Naturgegenstände 
immer in der Umgebung von Paris, während die Nachahmungen andere 
Formen zeigen. In der Färbung herrscht ein einförmiges Braun, wel- 
ches in Palissy's Werken nicht vorkommt. Man glaubt, dass dieses 
seltene Fayence aus dem südlichen Frankreich stamme. Auch gleich- 
zeitige deutsche Arbeiten im Style dieses Künstlers findet man, sie 
machen sich aber durch ein schmutziges Roth bemerkbar. Abbild- 
ungen von Werken des B. Palissy, und ausführlichere Nachrichten 
über den Künstler ündet man in folgendem Werke: Collections towards 
aHistory of Pottery and Porcelain. By J. Marryat. London 1850. Von 
noch grösserer Bedeutung ist aber folgendes Werk: The life ofBernhard 
Palissy, of Saintes; his Lubours a-nd Discoveries in Arts und Sciense: with 
an Outli-ne of his Philosophical Doctrines, und a Translation of Illustrative 
Selections from his works. By Henry Morley. 2 Vols. London 1852 u. 1855. 8. 
1715- Giovanni Battista Bertano, auch Britano genannt, wurde 
zu Anfang des 16. Jahrhunderts in Mantua geboren, und 
VIV ilach Lanzi (Storia della pittura IV. p. 16. Edit. 1818) 
von Giulio Romano unterrichtet. Bertano war Architekt, 
"Eva" und kam unter dem Pontificate Paul III. (1534-1549) 
AI Nv zweimal nach Rom, um Studien zu machen. Uebrigens 
beschäftigte er sich auch mit dem Vitruvius, welcher 
N4 überhaupt zu seiner Zeit für die Architekten massgebend 
war. Er gab ein Werk über diesen Meister heraus, 

        

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