Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1553679
1706. 
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Die beiden B könnten daher Brandino Bresciano bedeuten. Erfunden 
wird das Monogramm wohl nicht seyn, um allenfalls für Baccio Bran- 
dini, d. i. Baccio Baudinelli, ein Zeichen zu haben. 
1706 Barthel Beham oder Behem, Maler und Kupferstecher, 
BB wird von Sandrart zu den vorzüglichsten Künstlern der ersten 
Hälfte des 16. Jahrhunderts gezählt. Nach einer früheren 
Tradition wurde er 1490 oder 1496 zu Nürnberg geboren, man folgte 
aber noch mehr der Angabe Doppelmayris, welcher behauptet, dass 
der Künstler 1540 oder um 1540 im 38. Jahre gestorben sei, und 
zwar in Italien. Sandrart hatte nämlich in Erfahrung gebracht, dass 
sich Barthel Beham, oder Böhm, wie dieser Schriftsteller ihn nennt, 
lange Zeit in Rom und in Bologna aufgehalten habe. Er bringt ihn 
mit Marc Anton in Berührung, und wollte wissen, dass dieser berühmte 
Meister mehrere Kupferstiche des B. Beham unter seinem Namen 
herausgegeben habe. Saudrart hat aber aus einer trüben Quelle ge- 
schöpft. Vasari sagt im Leben des Marc Anton nichts von Beham, 
wvahrend er den Georg Pencz und Aldegrever nennt. Auch könnten 
bei aller Vortrefflichkeit nur die wenigsten Blätter Behanrs dem Marc 
Anton unterschoben werden. Der grösste Theil ist in Deutschland 
zwischen 1520-1537 gestochen, und nur in den späteren Blättern ist 
hinsichtlich der Reinheit der Zeichnung, und der Technik des Stiehes 
ein Einfluss der italienischen Schule zu bemerken. Bartsch nimmt 
aber an, dass der Künstler zweimal in Italien gewesen sei, vor 1520, 
und gegen 1540; allein Beham erscheint in den Blättern von 1520 ab 
noch immer als origineller deutscher llleister, und blieb es bis zum 
Ende seiner Tage. Nur ein Wechsel des früheren deutschen Styls 
ist zu bemerken, aber in der Art, dass der Fortschritt nicht auf 
Kosten der Eigenthümlicbkeit geschah. 
Vergleicht man jedoch die Gemälde mit den Kupferstichen, welche 
dem B. Beham zugeschrieben werden, so sind erstere im Style öfters 
so abweichend von den letzteren, dass man zwei Meister des Namens 
B. Beham vermuthen könnte, oder vielmehr vermuthen muss, und zwar 
in der Art, dass dem Kupferstecher die wenigsten Gemälde übrig 
bleiben. Bartsch beschreibt 64 Blätter von ihm, welche so meister- 
haft gestochen sind, dass sie die grüsste Uebung voraussetzen, welche 
ein in der Kraft der Jahre verstorbener Meister wohl nicht in dem 
Grade besitzen konnte, wenn er auch eine so bedeutende Anzahl von 
Gemälden hinterlassen hat, wie sie ihm zugeschrieben werden. Dar- 
unter sind historische Darstellungen, aber keine derselben ist unseres 
Wissens durch den Stich bekannt, was in jeder Hinsicht auffallend 
bleibt. Warum sollte denn der Maler nicht auch Bilder durch den 
Stich vervielfältiget haben? Und ein Maler Bartolomaus Behem hat 
gelebt, aber in München, nicht in Nürnberg, wo vermuthlich der 
Wirkungskreis des Kupferstechers zu suchen ist, da Hans Sebald 
Beham daselbst mehrere seiner Blätter copirte, von denen aber keines 
den Namen trägt. Bezeichnet ist ein Gemälde in der k. Pinakothek 
zu München, welches die Auffindung des hl. Kreuzes durch die Kai- 
serin Helena vorstellt. Neben dem herzoglich bayerischen Wappen 
steht: Cruav Christi ab Helena reperitur, a Macario, morma suscitata, 
adprobatur Anno CCXLIII. Tiefer zeichnete der Maler: 1530. Bar- 
tholomae Behem. Ein Werk desselben Meisters von 1540 stellt den 
Marcus Curtius vor, welcher sich zum Heile Roms in den Abgrund stürzt. 
Dieser Bartholomäus Behem war Hofmaler des Herzogs Wilhelm IV. 
von Bayern, und er ist wohl statt des Kupferstechers zu nehmen, 
wenn es heisst, dass ihn der erwähnte Herzog, oder gar schon der
        

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