Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1553307
712 
1612 
1613. 
Werke bestimmen kann. In „The Mercers' Company" zu Lon(l011 ist 
ein Becher mit diesem Stempel, und nach der schriftlichen Aufzeich- 
nung 1499 herbeigeschafft. Vgl. Art-Jouri1al-1855 p. 269. 
1612. AFrancesco Barattini? Unter diesen Buchstaben führen wir 
einen italienischen Formschneider ein, welcher einen Theil 
b_b' d der etwas rohen, aber gut geschnittenen Blatter eines 
 l I seltenen likechtbuches geliefert hat. Es erschien unter fol- 
gendem Titel: Opcra nova Duelle overo [iori delßarmi par Marozzo da 
Bologna. Matinee in Aedibius Antonii Bergolae 1536, 4. In einer neuell 
Bearbeitung, und mit Holzsclinitten bereichert, erschien dieses Werk 
unter dem ausführlicheren Titel: Opera nova de Achille Marozzo Bolog- 
nese maestro generale de Farte de FArmi 1568. In Venctia appresso gli 
heredi di Marchio Sessa. 4. Der Buchstabe b auf den Holzschnitten ist 
nicht immer in derselben Form, und zieht sich auf etlichen Holzschnitten 
auch mehr in die Lange. Für die spätere Ausgabe könnten einige 
Platten nachgeschnitten werden seyn. 
Unter dem Buchstaben b. hat vielleicht hlrancescoBarattini seinen 
Namen angedeutet. Er war von Geburt ein Römer, und so könnten 
die Buchstaben b. B. auf anderen Holzschnitten des Fcchtbuches Barm- 
tini Romano bedeuten. An einen Künstler aus der Familie der Bol- 
drini. ist nicht zu denken. 
Der zweite Buchstabe, nur etwas kleiner, findet sich auch auf der 
in Holz geschnittenen Schlussvignette in L. Pictorio's „Dominicale et 
Santuario. In Venetia, Francesco di Alessandro Bindoni 1532, fol. 
Dieses Blatt stellt den Erzengel Raphael mit dem jungen Tobias vor. 
Ob der Buchstabe b sich auf Bindoni beziehe, bleibt dahin gestellt. 
1613- Giovanni Bellini, Giovanni Bonconsiglio il Maresoalco, Be- 
b b ß nedatto oder Bartolomeo Montagen, Sandro Botticelli, 
-  1 - Glanantonio Bresciano, Bernardus ictor u. A. könnten auf 
diese, auf Holz- und Metallschnittcn der alten paduanisch-venetianischen 
Schule vorkommenden Buchstaben Anspruch haben.  G. Bellini, oder 
Giambellini, der Sohn des Jacopo Bellini von Venedig, ist der Haupt- 
meister der venetianischen Schule des 15. Jahrhunderts. Man hat 
verschiedene Gemälde seiner Hand, in denen sich Beispiele eines 
milden Ernstes, einer heiteren Anmuth, und einer hohen sittlichen 
Würde vorfinden. Ucber ihn ist schon viel geschrieben worden, so 
dass wir uns hier des weiteren enthalten müssen. Nur hinsichtlich der 
Lebensgränzen des Meisters ist noch zu bemerken, dass man 1421, 
1424 oder 1426 als Geburtsjahr desselben angibt. Einen genaueren 
Anhaltspunkt geben uns die Nachrichten über Gentile Bellini, den 
Bruder des Giovanni Francesco. Negro nennt in seinem Periarchon (1500) 
den ersteren „Maior natu Gentilis", und konnte es wohl am bessten 
wissen, da er dessen Zeitgenosse war. Nach Vasari erreichte Gentile 
fast 80 Lebensjahre, der genannte Schriftsteller lasst ihn aber irrig 
1501 sterben. Sein Tod erfolgte am 22. Februar 1507, und wenn da.- 
her Gentile fast 80 Jahre alt wurde, so muss er 1427 oder gegen 1427 
geboren werden seyn. Da wir ferner kaum zweifeln dürfen, dass Gio- 
vanni Bellini Gentilels jüngerer Bruder sei, so kann man als dessen 
Geburtsjahr 1428 nehmen, oder noch etwas weiter herabgehen, da die 
Familie der Bellini auch einen Bellino Bellini, und einen Andrea Bel- 
lini zahlt. Nach der gewöhnlichen Angabe lebte Giovanni noch 1516, 
allein es ist auffallend, dass Tizian 1514 an ein von G. Bellini unvol- 
lendetes Gemälde die letzte Hand gelegt hatte. Dieses Bild stellt ein 
Bacchanal vor, befand sich lange in der Sammlung Aldobrandini zu 
Rom, und kam erst in unserem Jahrhunderte nach Amerika. Sicher ist,
        

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