Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1546580
Prachtwerke vereiniget sind: Holzschnitte berühmter Meister. Eine Aus- 
wahl von schönen, charakteristischen und seltenen Originalformschnit- 
ten 8m. Leipzig 1851 Hi, fol. Im fünften Hefte ist ein Facsimile des 
Holzschnittes von Altdorfer, welcher den hl. Hieronymus in der Grotte 
vorstellt, B. No.57. Dieses Blatt hat ein höchst originelles, malerisches 
Gepräge, so wie es nur die Hand des zejchnenden Künstlers aufdrücken 
kann. Es spricht im Vergleiche mit anderen, wie z. B. mit den Blät- 
tern, auf welchen die beiden ersten Zeichen mit den Jahr-zahlen vor- 
kommen, entschieden für die Eigenhandigkeit Altdorfeüs. Doch ist der 
hl. Hieronymus nicht das einzige Blatt dieser Art. Eines der herr- 
lichsten Originalblätter des Meisters ist auch der Betende vor der Ma- 
donna, B. 49. Man betrachte ferner aus der kleinen Folge, welche 
den Sündenfall und die Erlösung des Menschen zum Gegenstand der 
Darstellung hat, das meisterhafte Blättchen der Gruppe am Baume, wo 
der Heiland an's Kreuz geschlagen wird. Auch hier ist die malerische 
IIand Altdorfer's zu erkennen, und kein anderer Fomischneider konnte 
in so kleinem Raume eine solche malerische Wirkung erreichen. Alt- 
dorfer's Hand erkennt man auch in einem farbigen Holzschnitt, oder 
einem sogenannten Helldunkel. Dieses Blatt stellt die schöne Maria 
von Regensburg vor, das Kniestück der hl. Jungfrau mit dem Kinde 
in einer architektonischen Einfassung gleich einem Hausaltarchen. Das 
Blatt wird von Bartsch No. 51 beschrieben. R. Weigel gibt es im 
ersten Supplementhefte seines Prachtwerkes (1856) in Facsimile. Die 
Originalabdrücke in Farben sind äusserst selten. 
Es wird indessen keinem einfallen, alle Holzschnitte Altdorfefs 
für Original zu erklären; ein grosser Theil ist von anderer Hand nach 
Zeichnungen des Meisters gefertiget, und wohl viele sind unter seiner 
Aufsicht ausgeführt. Derjenige, welcher dem Verfasser des Peintre 
graveur offen den Krieg erklärte, ist C. Fr. von Rumohr, zuerst in der 
Schrift: Hans Holbein der jüngere in seinem Verhältnisse zum deut- 
schenFormschnittwesen. Mit Anmerkungen von R. Weigel. Leipzig 1836. 
Eine weitere Begründung folgte 1837 in dem Werke: Zur Geschichte 
und Theorie der Formschneideknnst, von C. F. v. Rumohr, und 1840 
trat A. E. Umbreit in die Schranken mit der Schrift: Ueher die Eigen- 
händigkeit der Malerformschnitß Die Zahl derjenigen, welche sich 
für diese Eigenhandigkeit erhoben haben, ist bedeutend, aber seit Jahren 
spinnt sich der Streit fort. Der Kampfplatz war namentlich das Stutt- 
garter Kunstblatt, welches in den Marztagen die Segel strich. In dem 
darauffolgenden deutschen Kunstblatt traten die Kämpfer bereits mit 
weniger Erbitterung auf, und wenn die Gegner der Eigenhändigkeit 
unter der Bedingung die Hand reichen wollen, dass man ihnen zuge- 
stehe, dass sicher nicht alle alten Formschnitte von den Zeichnern und 
Malern herrühren können, so wird der ewige Friede nicht lange auf 
sich warten lassen. Die Ansicht aber, dass die alten Maler das Schneid- 
messer immer mit Stolz von sich gewiesen haben, ist eben so unhaltbar, 
als wenn man behaupten wollte, Thorwaldsen habe es verschmäht in 
Thon zu modelliren, weil er die Finger beschmutzen könnte. 
Blätter, welche im Peintre graveur von Bartsch nicht 
beschriebensind:  
Kupferstiche. 
Die Kunde von einigen dieser seltenen Stiche verdanken wir dem 
Herrn Joh. Andreas Börner. 
1) Stßebastian am Baume von einem Pfeile durchbohrt. Seine Arme 
sind an die Aeste gebunden, und links unten ist Gesträuch und eine Hütte, 
sowie das Zeichen mit derJahrzahl 1501 oder 1511. H. 3Z. 3L. Br. 1 Z. 9 L. 
Dieses Blatt ist verschieden von jenem bei Bartsch No. 23.
        

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