Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1546575
in der anderen Hand neben einer Ara darstellt. Altdorfer müsste dieses 
Blatt als Knabe von zwölf Jahren gestochen haben, es ist aber so gut, als 
die Blätter späteren Datums. Im achtzehnten Jahre müsste er ferner als 
Maler bereits seine Höhe erreicht haben. In der St. Moriz-Kapelle zu 
Nürnberg ist nämlich eine Kreuzigung Christi mit dem Monogramme und 
der Jahrzahl 1506. In diesem Bilde offenbaret sich ein Künstler, 
welcher in seltenere Grade von dem Geiste Dürefs flllrclldrungen ist. 
Die Zeichnung ist so fein, und der Ausdruck der Affekte so ergreifend 
und edel, wie man diess nur in wenigen Gemälden AltdorfeNs wieder 
findet, da er bekanntlich sehr ungleich ist. Bei glühender Carnation 
ist das Ganze ungemein klar, und die Ausführung von miniaturartiger 
Sorgfalt. Wenn Altdorfer dieses Bild als achtzehnjähriger Jüngling 
gemalt hat, so blieb er als Mann häufig unter der Erwartung. Im 
Jahre 15H war er in Regensburg bereits als Bürger ansässig, beklei- 
dete dann verschiedene städtische Aemter, und erhielt zuletzt die Stelle 
eines Stadtbaumeisters, als welcher er nach der gewöhnlichen Annahme 
1538 starb, da von diesem Jahre sein Testament datirt ist. Herr 
Krännei- in Regensburg, welcher dem historischen Verein daselbst einige 
Bilder von Altdorfer verehrte, hat viele Materialien über diesen wich- 
tigen Künstler gesammelt, welche manche dunkle Punkte seines Lebens 
aufhellen würden. Vgl. Waagen, Kunstwerke und Künstler in Deutsch- 
land II.  123. 
Wir haben im Küustler-Lexicon auf eine Anzahl von Gemälden 
dieses Meisters aufmerksam gemacht, man findet aber deren noch viel 
mehr, theils auch i111 Privatbesitze.  Die vier ersten der gegebenen 
Zeichen, mit und ohne. Jahrzahl, stehen auf Gemälden, und auch auf 
Holzschnitten. Das dritte Monogramm findet man auf Kupferstichen, 
doch auch in kleinerer Form, wie das in der zweiten Reihe gegebene. 
Das achte Zeichen tragen die kleinen Holzschnitte, welche den Sünden- 
fall und die Erlösung des Menschengeschlechtes vorstellen, auf welche 
wir noch zurückkommen. Das sechste, abweichende Zeichen steht auf 
einer radirten Landschaft, welche in derselben Weise behandelt ist, 
wie jene Landschaft, deren ungewönliches Zeichen wir N0. 46 gegeben 
haben. Es möchte fast scheinen, dass noch ein zweiter Künstler an 
(len unserm Meister zngesChriebenenXTerken Theil hat, da. sie in der 
Auffassung und Behandlung so ungleich sind. Das fünfte Zeichen setzte 
Conrad Meyer auf einen nach Altdorfer gefertigten Stich unter dem 
Titel: Christenkampf. fol. Das letzte Monogramm findet man auf einem 
Blättchen mit dem Bildnisse des Künstlers. Huber und Malpe legen 
den Stich desselben irrig dem A. Altdorfer bei. Dieses Blatt ist von 
einem jüngeren Meister, gehört aber jedenfalls in die zweite Hälfte 
des 16. Jahrhunderts. 
Bartsch P.gr. VIII. p.42 ff. beschreibt von diesem Künstler, welchen 
die Franzosen auch Petit Albert nennen, 96 Kupferstichc, und fügt 
dann 63 Holzschnitte bei, welche aber nach seiner Ansicht nur nach 
Altdorfer's Zeichnung von fremder Hand gefcrtiget seyn sollen. Bartsch 
ist bekanntlich der Grossmeister (lerjenigen Parthei, welche gegen die 
Eigenhändigkeit der Maler-Formschnitte ankampft. Der berühmte Ver- 
fasser des Peintre gravcur kam zu der Ansicht, dass es die alten Maler 
gleichsam unter ihrer Würde gehalten hatten, das Schneidmesser selbst 
zu führen, was aber einem A. Dürer, A. Altdorfer u. s. w. sicher nicht 
in den Kopf gekommen ist. B. v. Rumohr, R. Weigel, Umbreit 8m. 
haben eine Menge Beweise gegen die zu weit greifendeAnsicht des 
A. v. Bartsch beigebracht, es ist aber der Streit noch immer nicht ge- 
schlichtet. Zur endlichen Vermittlung entschloss sich R. Weigel zur 
Herausgabe von Facsimiles alter Maler-Formschnitte, welche in folgendem 
3 s
        

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