Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1553139
1574- 
11575. 
695 
Der unbekannte deutsche Meister B. war ein Zeitgenosse des Martin 
Schön, ist aber nur als schwacher Nachahmer desselben zu betrachten. 
Er gehörte vielleicht zur Classe der Goldschmiede, da die Figur des 
Heilandes von sehr mittelmässiger Zeichnung, und das Ganze vielleicht 
als erster und wohl als einziger Versuch auf Kupfer zu betrachten ist. 
Er scheint auch älter als Martin Schön zu seyn, da im Heilande noch 
der frühere Typus festgehalten ist. Wollten wir nun nach einem Träger 
des Zeichens umsehen, so wäre allenfalls der ältere Barthel Schön von 
Ulm zur Hand, welcher nach den Steuerbüchern von 1427-1444 in 
voller Thätigkeit war, und wohl noch später gearbeitet hat. B. Wuruss 
von Ulm könnte nicht eintreten, da dieser Künstler schon von 1370 an 
in Urkunden vorkommt. 
Der Stich des Blattes ist kräftig, aber anscheinlich nicht durch den 
gewöhnlichen Grabstichel bewirkt, sondern durch ein anderes spitzes 
Instrument, dessen Wirkung J. Sprickmann auch auf Blättern von M. 
Schön und Zwott bemerkt haben will. Wir haben durch die Güte des 
Herrn R. Weigel dieses Blatt zur Einsicht erhalten, und glauben eben- 
falls, dass die wellenförmigen, das Holz des Kreuzes nachahmenden 
Linien, und jene am Boden, nicht mit dem gewöhnlichen Stichel ge- 
macht sind, in den Blättern des M. Schön ist aber nach unserer Ansicht 
keine analoge Arbeit nachweisbar. Die Linien des Meisters B haben 
etwas Rauhes, als wenn sie geätzt wären, was aber nicht der Fall ist. 
In der Muskulatur des Heilandes sind aber die Grabstichelungen sehr 
merklich. Auf den sicheren Namen des Künstlers wird man wohl ver- 
zichten müssen. 
1574- Bernardino Mei, Maler von Siena, war in Rom thätig, und 
ß, wird von P. della Valle bald mit Paolo Veronese, bald mit Guer- 
 cino, und den Carracci verglichen. In Rom und in Siena sind 
Gemälde von ihm, welche aber kein neuerer Schriftsteller in della Valle's 
Weise gewürdiget hat. Letzterer verfolgte seine Spur von 1636-1653, 
Titi lässt ihn 1676 in Rom sterben. 
B. Mei radirte auch in Kupfer. Seine Blätter bestehen in Thesen, 
Vignetten, Devisen u. A. Gandellini, und nach ihm Malpe legen ihm 
obiges Zeichen bei. Es muss demnach aus den Buchstaben BS be- 
stehen, und Bernardino Sienese gelesen werden. Wir kennen ein ra- 
dirtes Blatt, welches eine Schlacht vorstellt. Der Feldherr, oder viel- 
mehr die Bellona, sprengt zu Pferd nach dem Vorgrunde, wo Todte, 
ein Helm, eine Flinte, und ein Schild liegen. Rechts in der Ferne 
sind Reiter im Kampfe, und oben auf Wolken erscheinen die mytho- 
logischen Hauptgötter. Links unten gegen die Mitte steht: B. de Meis F. Ex. 
H. 9 Z. Br. 5 Z. 10 L. Dieses seltene Blatt scheint nicht von Ber- 
nardino Mei zu seyn. Der Verfertiger gehört einer früheren Zeit an. 
Durch den Buchstaben B der Künstlerunterschrift geht quer durch ein 
Strich, welcher vielleicht als I zu nehmen ist, so dass der Meister Jo- 
hannes Baptista geheissen haben könnte. Der Name de Meis ist wohl 
in's Lateinische übersetzt, und somit wäre angedeutet, dass der Künstler 
aus dem Geschlechte der Mei stamme. In Köln lebte um 1590 ein 
vRaphael de Mey, welcher aber mit dem Italiener wohl nicht verwandt 
ist. Zu dem im Künstler-Lexicon erwähnten Bernardino Mey kommt 
demnach ein etwas älterer Joh.Bapt. de Meis. Das I durch den Buch- 
staben B kann nicht Inventar bedeuten. 
157 5. Balthasar Jenichen, Kupferstecher von Nürnberg, bediente sich 
B gewöhnlich eines aus BI, anscheinlich B H, bestehenden Monogrammes, 
und daher werden wir unter diesem Zeichen ausführlich über ihn 
handeln. Bartsch P. gr. IX. p. 532 kennt seinen Nßilälin nicht, und
        

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