Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1546550
Fortunius, mit der Dedication an Pietro Cabello. Bartsch VIII. 13 be- 
schreibt es nicht so ausführlich, als Zanctti im Oabiuet Cicognara No.52. 
In Siena schnitt Andreani wahrscheinlich auch ein von Bartsch und 
Zanetti nicht crwähntes Blatt, da es die Dedication: A Fabio Burng 
di Nobil. Senese, trägt. Dieses selteuste Blatt des Meisters stellt Ti- 
zian's berühmtes Bild im Vatiean dar, die sechs Heiligen, oder S. Nicola 
betitelt. Wir haben nach Weigel, Kunstkatalog N0. 13,914b, auch im 
Allgemeinen Künstler-Lexicon unter Tiziano Veeelli Nachricht darüber 
gegeben. Boldrini hat dieselbe Darstellung in Holz geschnitten, man 
darf aber Andreaniis Blatt nicht für einen zweiten Druck von der 
Platte des Boldrixii nehmen, wie diess die italienischen Forscher über 
Tizian's Holzschnitte gethan haben. Andreani übertrug das Bild von 
der Gegenseite. Bei ihm steht St. Catharina links, bei Boldrini rechts. 
Auch ist "ein Ilnterschied in der Grösse; Andreanils Blatt ist 15 Z. 
hoch, und 19 Z. 8 L. breit, jenes von Boldrini 13 Z. 8 L. hoch, und 
18 Z. 8 L. breit. Dann setzte Andreani rechts unten seinen und 
Tizian's Namen darauf. 
Nach 1598 finden wir den A. Andrcani in Mantua. Hier schnitt 
er in neun Blättern den Triumph des Cäsar nach A.Mantegna, welcher 
von vier Platten gedruckt ist, und zu den merkwürdigsten Formschnitt- 
werken des 16. Jahrhunderts gehört. Zu den neun Blättern mit dem 
Friese gehört ein Titel- und ein Schlussblatt. Das erstere, das seltenste 
von allen, zeigt von drei Platten gedruckt die Büste des Herzogs 
Vineenzo Gonzaga von Mantua mit dem Lorbeerkranze auf einem Gonsol, 
und unter diesem Bildnisse ist eine vielzeilige Inschrift. Das Schluss- 
blatt enthält sechs corinthische Säulen, welche zwischen die Abtheilungen 
des Frieses gesetzt werden können, wenn nämlich die Blätter der Länge 
nach zusammengefügt werden. Es reichen aber die sechs Säulen nicht 
aus, und somit wurde die Hälfte auf einem anderen Blatte wiederholt. 
Das Formschnittwerk enthält demnach im completten Zustande 12 Blätter. 
Das letzte mit drei Säulen hat das Monogramm des A. Andreani und 
die Jahrzahl 1598. Br. 17 Z. Bartsch, P. gr. XII. 18, gibt von der 
Inschrift des Titelblattes nur die drei ersten, und die beiden letzten 
Zeilen, sie ist aber so wichtig für das Verständuiss des 'Verhältnisses 
Andreanils zu seinem Protektor Gonzaga von lilantua, und für dessen 
Rückkehr in's Vaterland, dass Zanetti, Cabinet Cicognara p. 53, die- 
selbe vollständig geben zu müssen glaubte. Der dedicatorische Titel 
schliesst mit den Worten: BERNARD. MALPITIUS PICT. MANT. F. 
MANTUAE MDXCVIIIL, und Bartsch schliesst daraus, dass B. Mal- 
pizzi Mautegna's Fries wenigstens in Helldunkel gezeichnet, wenn er 
nicht zugleich auch die Umrisse unmittelbar auf die Holzplatten ge- 
macht hat. Allein wir wissen durch Zaui, dass der Maler Malpizzi 
auch einen Kunsthandel trieb, und der auffallende Schluss der Inschrift 
berechtiget daher eher zu der Annahme, dass der Buchstabe F. nicht 
Fecit, sondern Formis bedeute. Wir haben daher die Adresse des 
Verlegers in einer Form, wie sie zu jener Zeit öfters vorkommt. Man 
hat ztvar den Andreani von jeher nur als einen gewöhnlichen Form- 
schneider behandelt, es ist aber kein Grund vorhanden, ihm die Fertig- 
keit des Zeichueus abzusprechen. Als wirklicher Kunsthändler erscheint 
er, wie oben bemerkt, erst von 1602 an, und somit kann Malpizzi wohl 
der Verleger des Frieses nach Mantegna seyn. 
Zu den eigenhäudigen F ormschnitten des Künstlers zählt Zauetti 
auch einige Blätter ohne Datum, wie die Grablegung Christi nach Joseph 
Scolari, und die Anbetung der Könige nach B. Luini, letztere als ein 
Werk aus AndreanPs Jugendzeit. Den Todtenkopf, und das matt mit 
der römischen Courtisane nach A. von Eyb's poetischer Perle dürfte 
Mouogrammislon.  3
        

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