Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1546531
Initialen. 
Die genannten Künstler arbeiteten meistens nach einfachen Skizzen, 
grösstenthoils nach den geistreichen Entwürfen des Parmigianino, und 
beabsichtigten nur eine malerische Wirkung, Andreani hatte aber aus- 
geführte Zeichnungen zur Vorlage, und suchte dieselben im Holzschnitt 
getreu wieder zu geben. Es war ihm daher mehr um die Form, als 
um die malerische Wirkung zu thun. Doch hat auch er Blätter in 
Hellduukel geliefert, welche den Vergleich mit den schönsten früheren 
Werken dieser Art aushalten. Nach 1600 änderte aber Andreani seine 
Rolle, und WLlPdC in Mantua zum gewöhnlichen Kunsthändler, welcher 
auf (iewinn ausging. Er kaufte verschiedene Platten von H. da Carpi, 
Antonio da 'l'rento, Vieentino, Ghandini Sun, restaurirte dieselben, und 
liess sie mit seinem Monogramme versehen wieder abdrucken. Dadurch 
wurden viele Kunstfreunde verleitet, dem Andreani selbst eine grosse 
Anzahl dieser Blatter zuzuschreiben, obgleich sie in der Behandlung 
von den seinigen ganz abweichen. Andere dagegen glaubten, Andreani 
habe Originalbläitter copirt, und diese Copien mit seinem Zeichen ver- 
sehen, was nicht der Fall ist. Die neuen Abdrücke von alten Platten 
belaufen sich gegen 30 Blätter, und fallen von 1602-1610. Die Blätter 
mit den Nymphen im Bade nach Parmigianino von 1605, und Mucius 
Scävola. nach B. Peruzzi von 1608, hielt selbst Bartsch für eigenhändige 
Werke des Andreani, sie sind aber wahrscheinlich von Hugo da Garpi. 
Von den badenden Nymphen kennt Bartsch einen Abdruck ohne An- 
dreanils Monogramm, glaubt aber, dieser sei von zweiter Gattung. Allein 
nlan dürfte darin eher den alten Druck erkennen, wo die drei Platten 
dem Bilde eine kräftige Wirkung verliehen. In den Abdrücken mit 
Andreanfs Monogramm sind die Halbtinten viel lichter, wesswcgen die 
Schatten zu stark hervortreten. Auch das Blatt mit Mucius Scavola 
dürfte im alten Drucke ohne Zeichen des Andreani vorkommen. Ein 
späteres Datum, als 1610, findet sich auf Andreani's Verlagsartikeln 
nicht, man lasst aber den Künstler erst 1623 sterben. 
Bartsch beschreibt im zwölften Bande des Peintre graveur 25 Blätter 
von Andreani, oder schreibt sie ihm wenigstens zu. Zanetti, Cabinet 
Cicognara p. 41, schätzt aber die Zahl der Holzschnitte mit AndreanPs 
Zeichen auf 60  70, worunter ihm wenigstens 20 Blätter nicht ange- 
hören. Sie sind als Verlagsartikel zu betrachten. Zanetti zahlt fast 
alle Originalschnitte in chronologischer Ordnung auf, so dass wir ausser- 
dem auch ein Bild der ausserordentlichen Thätigkeit dieses Meisters 
erhalten. 
Im Jahre 1584 finden wir ihn in Florenz, wo er die Gruppe des 
Gio. da Bologna, den Sabinerraub, von zwei Seiten darstellte. Das 
eine dieser Blätter ist dem Cav. Niccolo Graddi, das andere dem Ber- 
nardo Vecchietti dedieirt. Beide sind von drei Platten gedruckt. Hier- 
auf führtc er dieselbe Darstellung nach einer neuen Zeichnung auf 
zwei Platten aus, und widmete sie dem Gio. de" Medici. Im Jahre 1585 
dedicirte er in Florenz dem Gio. Battista Dati das grosse Blatt von 
zwei Platten, welches Christus vor Pilatus im Prätorium nach Gio. da 
Bolognals Basrelief in der S.Nunziata zu Bologna vorstellt. In demselben 
Jahre widmete er dem Principe Gio. de Medici die Grablegung Christi 
nach Raifaello da Reggio, dem Niccolo Gaddi die Darstellung der 
hl. Jungfrau mit mehreren Heiligen nach J. Ligozzi, und eine Alle- 
gorie Ligozzi's über die Einwirkung der Leidenschaften dem Gross- 
herzog Francesco de Medici. Diese drei Blätter gehören zu den 
schönsten Erzeugnissen des Künstlers, wvovon die beiden letzteren von 
vier Platten gedruckt sind. In Florenz gab er auch die Abbildungen 
der Basreliefs an dem Piedestale der Gruppe des Sabinerraubes in 
acht Blättern heraus, und dedicirte sie dem Johann Fugger in Augsburg.
        

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