Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1552739
AVV. 
1473- 
4474. 
655 
nach Pisa, um die von jenem Meister im Qampo santo begonnenen 
Darstellungen aus dem Leben däsl liil. Ralllfiäl fzu vollenden. Antonio 
Veneziano muss also damals ein a er von u gewesen seyn und so- 
mit ist weni stens die Zeit nicht entgegen, wenn wir ihm die ,erwähnte 
g    
thronende Madonna von 1336 zuschreiben. Vasari lasst den Künstler 
1384 im 74. Jahre sterben, Dr. Förster (Beiträge zur Kunstgeschichte 
S. 177) ersah aber aus Urkunden, dass Antonio noch von 1387-1388 
im Dome zu Pisa gemalt habe. Der Künstler müsste demnach das 
Bild von 1336 als Jüngling gemalt haben. Als solcher soll er den 
Unterricht des Agnolo Gaddi genossen haben, wie Vasari bemerkt, 
allein Gaddi ist nicht älter als Antonio Veneziano. 
1473. Aaert van Waes soll fder Träger diesesl Zleicäiens seyn. 
Man findet es au Zeichnungen we c e cenen aus 
 M. dem Leben der Bauern vorstellen. Eine solche, ehe- 
 K dem in der Sammlung des Herrn E. Harzen in Ham- 
j f? burg, zeigt einen Leyermann, welchervlgrei zwei Blaulerg 
und einer Frau am Tische sitzt. Man lässt den A. van aes gewö n ic 
um 1650 sterben, nach der beigefügten Jahrzahl lebte er aber noch 
1658.  Unter den Buchstaben A. v. W. kommen wir auf diesen 
Künstler zurück. 
1474. Adrian van de Velde gehört zu den ausgezeichnetsten 
 Malern der holländischen Schule, dessen Werke man in 
 - ' den berühmtesten Gallcrien bewundert. Ihm hatte die 
Avv. Natur alle Gaben verliehen, von welchen er schon als 
A25) Knabe von fünfzehn Jahren den vcrständigsten Gebrauch 
 machte. In der katholischen Kirche zu Amsterdam kann 
J3l'1,'f' man ihn als jungen Historienmaler kennen lernen, das 
Ihm) f: Fach aber, in welchem er excellirte, ist die Landschafts- 
füvzv f, malerei, worin ihn Jan Wynants unterrichtete. Van 
de Velde malte Figuren _und Thiere mit gleicher Vollkommenheit, 
und die landschaftliche Beigabe war ihm das Mittel, um seinen Ge- 
mälden nur um so grösseren Reiz zu verleihen. Im Künstler-Lexi- 
con XX. S. 28 haben wir ihm einen ausführlichen Artikel gewidmet, 
und daher müssen wir uns hier auf einen engeren Raum beschränken. 
Der Künstler starb 1672, kaum 33 Jahre alt. Die grösseren Initialen 
A. V. V. findet man auf einigen Gemälden des Meisters, und auch auf 
Zeichnungen auf diesen theils auch in Cursiven. Bartsch P. gr. I. p. 215 
beschreibt 21, radirte Blätter von A. van de Velde, deren ebenfalls mit 
den Cursiven bezeichnet sind, wie sie iii der Reihe 3-6 gegeben sind. 
Die zweiten Initialen, nur etwas grösser, stehen auf einem Blatte zur 
Folge der Meisterwerke des Künstlers, B. N0. 11  Von Bartsch 
No.-16 beschrieben, stellt es eine Ziege vor, welche in Profil nach 
rechts gerichtet neben einer grossblätterigen Fflanze ruht. Rechts gegen 
den Hintergrund zu bemerkt man ein Lamm welches sich in den 
Rücken beisst. Links unten stehen die Buchstaben A. V. V. H. 2Z. 
6L. Br.3Z. 7L. Dieses Blatt ist im alten Drucke fast unauffindhar, 
und daher wurde es zu wiederholten Malen copirt. Eine ältere Copie 
trägtddie zweiten Initialen, welche die Form jener das Originals hablen, 
nur ass sie etwas kleiner gehalten sind. Diese opie önnte a er 
mit dem Blatte Van de Velde's verwechselt werden, da sie das Bild 
von derselben gibt. Das Original ist indessen höchst geistreich und 
meisterhaft behandelt, während die Nachbildung eine ängstliche, weniger 
freie Hand verräth. Eine zweite COpäB kommt unter den Buchstaben 
A. V. V. D. vor. Ein anderes ange lich mit A. v. V. bezeichnetes 
Blatt erwähnt R. Weigel in den Supplements au Peintre-graveur I.
        

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