Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1552726
654 
AVV- 
1471- 
4472. 
Sollte sich diese Stelle auf die Gemälde des Altarschreines beziehen, 
so wäre es ein Beweis, dass dieselben schon vor Vollendung der Stühle 
vorhanden waren. Passavant, aus dessen Beiträgen zur Kenntniss alter 
Malerschulen, Kunstblatt 1846 N0. 46, dieser Artikel mit dem Zeichen 
entnommen ist, vermuthet, dass der Altarschrein 1467 vollendet worden 
seyn könnte. Am linken Schenkel des Mundschenken in einem Ge- 
mälde aus dem Leben des Täufers steht nämlich die Zahl X VII. Der 
rechte Schenkel ist durch ein Gewand verdeckt. Die Jahrzahl 1517 kann 
es nicht bedeuten, da die Art der Darstellung und Zeichnung dagegen 
streitet. Der Künstler könnte sich daher auf dem verdeckten Theile 
des Oberbeines den Anfang der Jahreszahl MCCCCL gedacht haben, 
wodurch sich die von 1467 ergeben würde. 
Der Altar in Blaubeuren wurde von Philipp Walther nach der 
Zeichnung von Carl und Manfred Heideloff gestochen, roy. fol.  Unter 
dem altgeformten Monogramm H. A. kommen wir auf dieses Altarwerk 
zurück, da es sich auf einem der Gemälde aus dem Leben des Täufers 
befindet. Im Artikel des Bartholomä Zeitblom im Künstler-Lexicon ist 
derAltar ebenfalls beschrieben, da die Gemälde demselben zugeschrieben 
werden, was nur theilweise richtig ist. Schliesslich bemerken wir noch, 
dass das Monogramm H. A. sich nicht auf den Ulmer Maler Hans 
Acker beziehe, wie man früher hatte annehmen wollen. 
1471. Unbekanntes, wenn nicht iingirtes Zeichen. Dieses Zeichen 
legt Christ in seiner Monogrammen-Anzeige S. 112 dem 
Anton von Worms bei, und auch Heller (Geschichte der 
Formschneidekunst S. 138, und Monogrammen-Lexicon S. 44) 
nimmt diess gläubig hin. Allein Christ sagt nur, er habe 
das Zeichen von anderen „vorgerissen gefunden," auf Holz- 
schnitten des A. von Worms sei es ihm aber nicht vorgekommen, und 
er halte daher dasselbe nicht für recht. Das Monogramm ist wahr- 
scheinlich aus jenem des Adrian van der Venne No. 1388 entstanden, 
wenn nicht vollkommen erfunden. 
1472- Antonio Veneziano? In FrenzePs Catalog der berühmten 
 o Sammlung des 
" war) n Grafen v. Stern- 
ZZI berg  Mander- 
scheid I. S. 162, wird eines alten unbekannten italienischen Meisters 
gedacht, welcher seinen Namen in der gegebenen Weise andeutete, 
und zugleich durch die beigefügte Jahrzahl die Periode seiner Wirk- 
samkeit bestimmte. Ein neuerer Künstler hat ein Gemälde oder eine 
Zeichnung desselben im Umriss gestochen. Dieses Blatt stellt die 
Madonna mit dem Kinde auf dem Throne, von vier Heiligen umgeben, 
dar. Rechts neben dem Hauptbilde ist die Taufe Christi, links die Be- 
gräbniss des Heilandes, und oben die Verkündigung dargestellt, fol. 
Der Stecher fügte auch das Zeichen des alten Meisters bei, welches 
aber auf dem Originale wahrscheinlich ausgefüllte Linien zeigt, und 
in der Copie nach der Copie bei Frenzel nicht vollkommen getreu seyn 
dürfte. Wir lesen A V. A(1'm0) Jnüiamationis) MCCCXXXVI. 
Der Meister A. V. könnte mit Antonio Veueziano Eine Person seyn, 
über welchen wir im Künstler-Lexicon XX. S. 58 ausführlich ge- 
handelt haben. Vasari scheint wenig Bilder von ihm mehr gesehen 
zu haben, und daher beschränkte er sich fast nur auf die Aussage, 
dass Antonio, welcher sich nach einem neuerlich im Pisaner Dom- 
Archive aufgefundenen Documente Antonius Franciaci de Venetiis nennt, 
viele Werke in Tempera und Fresco gemalt habe. Nach dem 1344 
erfolgten Tode des Simone di Martino (Memmi) begab sich der Künstler
        

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