Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1552673
AVO. 
1464. 
649 
IV. Mit den genannten Zusätzen, und ohne Pagination (Tom. II. 
p. 66) links unten im Rande. Die Bordüre ist gestochen. Basan fügte 
später dem zweiten Bande seines Dictionnaire de graveurs Abdrücke 
bei, und daher kommt die Signatur. Beim letzten Drucke wurde sie 
wieder ausgeschliffen. 
43) Der Charlatan vor dem Zelte. Mit dem Namen und der Jahr- 
zahl 1648. 
B. Weigel beschreibt drei verschiedene Abdrücke, Guichardot zeigt 
aber vier Plattenzustande an, so dass zwischen I. und II. bei Weigel 
eine Druckgattung fällt. 
I. Aetzdruck ohne Einfassung. Im Grunde links bemerkt man einen 
Mann und einen Knaben auf dem Wege, und dann eine Hütte. Aeus- 
sert selten. W. I.  
II. Der Mann mit dem Knaben und das Haus, in I. ganz leicht 
gezeichnet, sind durch eine Gruppe von vier Kindern ersetzt. Um das 
Bild geht eine mit der Nadel gezogene Einfassung, ausserdem ist aber 
die Platte nicht mit der kalten Nadel übergangen. Es fehlen die sehr 
engen Striehlagen derselben, wodurch ein Sohabton erzielt ist. Schön 
und selten. 
III. Mit vielen Ueberarbeitungen mittelst der Sohneidnadel, und 
mit Schabton in den enggeschlossenen Lagen. Der Topf zwischen den 
Beinen des Charlatan, und das Fass, auf welchem er den Kram aus- 
legt, bemerkt man kaum. Sehr schön und selten. W.II. 
IV. Die retouchirten Abdrücke. Die Baume im Grunde, welche in 
den vorhergehenden Abdrücken sehr leicht behandelt sind, wurden auf- 
geätzt, und erscheinen demnach sehr roh und steif. W. III. 
45) Der Violinspieler und der kleine Leyermann vor den Bauern 
unter dem Baume. Mit dem zweiten der oben gegebenen Zeichen.  
Diese Vorstellung enthält mehr als zwölf Figuren, die Beschreibung 
fehlt aber im Künstler-Lexicon X. S. 407. Hier geben wir Merkmale 
zur Kenntniss der Abdrücke an. 
I. Fast reiner Aetzdruck, vor vielen Ueberarbeitungen mit der Schneid- 
nadel, und mit ganz leichter Einfassung. An dem vor der Hausthiire 
sitzenden Manne, und auf dem Boden zwischen diesem und dem Fasse 
bemerkt man keine diagonalen Strichlagen. Sehr selten. 
II. Mit der Ueberarbeitung an den bezeichneten Stellen, so dass 
der Körper, die Beine und der Hut des sitzenden Mannes mit diago- 
nalen Linien übergangen sind. Weitere Retouchen wurden mit der 
Schneidnadel nicht vorgenommen, und daher vermisst man jene Stellen, 
welche durch die engen Lagen und dem Grate einen Tuschton haben. 
Die Einfassung ist so schwach wie im ersten Drucke. 
III. Mit leichten Retouchen durch die Schneidnadel, ohne Anwend- 
ung des Stichels. Einige Stellen sind durch enger geführte Nadel- 
Arbeiten starker betont, nach Art der Sohabkunst, und diess merkt man 
namentlich auch in den Schatten des Thurmes, welcher im früheren 
Drucke horizontal, und nicht regelmässig übergangen ist. Auch im 
Fenster, wo die beiden Figuren stehen, ist der Schatten kräftiger. Die 
Einfassung wurde mit der Nadel verstärkt. 
IV. Die mit der Schneidnadel retouchirten Abdrücke. Während 
früher der beschattete Theil der Mauer des Thurmes nicht regel- 
massig horizontal überarbeitet erscheint, so ist jetzt der Schatten eng 
übel-schnitten. An dem sitzenden Bauer bemerkt man aber keine per- 
pendikulüre Strichlage, und die Mütze des links vom Baume stehenden 
Mannes ist nicht retouehirt. Vor dem weiteren Abdrucke der Platte 
wurde mit dem Stichel hineingearbeitet, was nicht schwer zu erkennen 
ist. Die Einfassung ist in III. und IV. gestochen.
        

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