Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1546508
Initialen. 
colaus Nicolai erschien, für welches neben anderen auch der fragliche 
Monogrammist Holzschnitte geliefert hatte. Anton Sylvius war ver- 
muthlich-der Bruder des Buchhändlers Wilhelm Sylvius von Antwerpen, 
und wir halten ihn für den Träger des gegebenen Zeichens. Christ 
verdient keine Beachtung, wenn er in seinem Monogrammeubuche S. 64 
vermuthet, dass die Holzschnitte in den Fabeln des G. Faerno und in 
den Emblemen des Sambucus von Abraham de Bruyn herrühren, weil 
dieser von 1560--1580 zu Antwerpen, und auch in Cöln gearbeitet hat. 
Im neuen allgemeinen Künstler-Lexicon haben wir unter 17 Num- 
mern eine bedeutende Anzahl von Werken des Anton Sylvius verzeichnet, 
und darunter verschiedene Ausgaben des Todtentanzes. Seine freien, 
etwas vergrösserten Nachbildungen des Holbeiiüschen Todtentanzes er- 
schienen zuerst 1555 im Verlage des Arnold Birkmann zu Cöln in 
53 Blättern. Alle Bilder sind von der Gegenseite, mit Ausnahme des 
Edelmannes N0. 16. Dieses Werk fand solchen Beifall, dass sich die 
Auflagen häuften, theils mit lateinischem, theils mit deutschem Texte. 
Wir haben solche von 1557, 58, 60, 66, 67, 72, 73 u.s.w. Ueber diese 
Ausgaben des Todtentanzes gibt Professor Massmann in seiner Literatur 
der Todtentanze S. 34, 44 u. 55 Aufschluss, und einige beschreibt auch 
R. Weigel in den Kunstkatalogen. Die Ausgabe von 1572 bezweifelt 
Massrnann, Merlo (Kunst und Künstler in Cöln, 8.429) weiset aber die 
Existenz nach. Sie erschien mit lateinischem Text unter dem Titel: 
Imagines [ Morlis 1 His Accesscrvnt I Epigrammata, e Gallico idiomate a  
Georgio Aemylio in Latinum translata etc. Coloniae, Apud haeredes 
Arnoldi Birkmanni. 1 Anno 1572, kl. 8. Nur fünf Blätter tragen das 
Monogramm des Künstlers. Nach BtWeigel (K. K. N0. 8714) hat aber 
A. Sylvius zwei verschiedene Copien dieses Todtentanzes gefertiget. 
Weigel besass nämlich dievergrösserten Copien in zwei von Caspar 
Scheyt 1558 und 1560 besorgten Ausgaben, ohne Druckort, welche aber 
wahrscheinlich Birkmannlsche Verlagsartikel sind, und für jene deut- 
schen Leser berechnet waren, welche die lateinische Sprache nicht ver- 
standen. Aus dem Bücherverzeichnisse des A. Birkmanmschen Verlages 
von 1598 geht deutlich hervor, dass in demselben Ausgaben des Todten- 
tanzes mit deutschem und lateinischem Text vorhanden waren, wie aus 
der Note bei Merlo 1. c. S. 429 erhcllet. Sicher stammt auch die deutsche 
Ausgabe von 1557 ohne Druckort aus der Birkmanmschen Offizin. Die 
verkleinerten Nachbildungen kommen in G. von Wolschateifs Todtentanz 
vor, und tragen das letzte der gegebenen Zeichen. Diese Ausgabe hat 
holländischen Text: De Doodt vermaskert  Antverpen, P. Bellerus 
1654, 8. Wenn diese Blätter nicht schon in früheren Ausgaben vor- 
kommen, können sie unmöglich von A. Svlvius herrühren, und sie sind 
demnach Copien von Copien, wahrscheinlich von A. Sallaert, welchem 
dagegen irriger Weise auch der Birkmamrsche Todtentanz von 1555 
zugeschrieben wird. 
Zur Vervollständigung des Artikels über Anton Sylvius im Künstler- 
Lexicon machen wir ferner auf die 8 Blatter aufmerksam, welche in 
der Prachtausgabe der Dietenbergerlschen Bibel-Uebersetznng. Cöln, 
QuentePs Erben und Calenius 1564 und 1582, mit dem Zeichen des 
A. Sylvius vorkommen. Auch in Eder's's Compendium catechismi eatho- 
lici. Göln, Quentel und Calenius 1570, und in Feuchüs kleiner katho- 
lischen Hauspostille. Cöln 1576, 8, sind Blätter mit dem Zeichen. 
Merlo vermuthet daher, der Künstler habe einige Zeit in Cöln gelebt, 
allein er kann sich seiner Auftrage eben so gut in Antwerpen erlediget 
haben, da inzwischen auch Werke mit Illustrationen in jener Stadt er- 
schienen. Zu seinen schönsten Blättern gehören jene der Horae Bea- 
tissimae Virginis Mariae ad usum Romanum  Antverpiae, ex ofßcina
        

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