Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1552210
1426 
1428. 
603 
aus A VV. bestehenden Monogramms. Auf Blättern mit Vasen und 
Grotesken zum Gebrauch für Goldschmiede wird der Kenner unter- 
scheiden, ob darunter Adrian de Vries oder Adrian van Vianen zu 
verstehen sei. Wir fanden Blätter mit A. V. dem ersteren zugeschrieben, 
aber wie oft, ohne nähere Bestimmung. 
1425. Unbekannter Zeichner, welcher um 1840 in Paris thätig 
war. Daselbst erschienen vor wenigen Jahren humoristische 
 Schriften, welche unter dem Namen der Physiologien bekannt 
sind. Auf den Holzschnitten der "Physiologie du bas bleu" findet man 
obige Initialen, welche wahrscheinlich den Zeichner andeuten. 
1427. Verlagszeicheu eines Augsburger Formschneiders. Herr 
.A.v Inspektor G.Becker macht im deutschen Kunstblatt 1853 
S. 318 auf in Holz geschnittene, reichverzierte An- 
fangsbnchstaben auf schwarzem Grunde aufmerksam, 
 mit der Bemerkung, dass auf den Blättern mit den- 
' selben A. V. stehe (Augusta Vindelicorum). Das Werk 
besteht in 10 Blättern unter dem Titel: Capital und Versal Buch aller- 
hand grosser und kleiner Alphabeth, zu den Haubtsclzrißtcn und Büchern, 
desgleichen in Canlzleyen vnd gemein zu gebrauchen. ganz zierlich geordi- 
nicret durch Hans Rogel Formschneydcr, Burger zu Augspurg. Anno 1568. 
Bey Johann Vlrich Schönigks sel. Erben. Dass die Initialen A. V. Au- 
gusta Vindelicorum bedeuten, unterliegt keinem Zweifel, ohne Titel- 
blatt, welches den Hans Regel als Formschneider nennt, könnte man 
aber unter A. V. den Künstler oder Schreiber vermuthen. Das von 
Herrn Inspektor Becker erwähnte Werk haben wir nicht gesehen. 
Das zweite Zeichen mit den Buchstaben A. V. darüber, fanden wir 
ebenfalls auf Blättern eines grossen figurirten Alphabetes mit Arabesken, 
und je einer stehenden Ileiligeniigur auf weissem Grunde. H. 4 Z. 
Br. 3 Z. 6 L. Die Holzplatten sind in Augsburg noch vorhanden. 
Neue Abdrücke findet man in dem Werke: Augsburger Formschneider- 
arbeiten des XV. und XVI. Jahrhunderts. Augsburg 1829, dann in Metz- 
ger's Denkschrift des Buchdrucker Jubileums 1840. Diese Buchstaben 
sind viel älter als jene von Hans Regel, indem sie gegen das Ende des 
H. Jahrhunderts geschnitten wurden. Das Zeichen im Schilde ist dem 
Stadtpyr von Augsburg nachgebildet, und die Buchstaben A V. darüber 
bedeuten "Augusta Vindelicorurn." 
1428. Agostino Veneziano als Medailleur? Diese Initialen deuten 
A V auf den Verfertiger eines sehr schönen gegossenen Medaillons 
  mit dem Bildnisse des Pietro Aretino. Die Umschrift nennt ihn 
DIVVS. PETRVS. ARETINVS. Im Revers sitzt er auf einer Sella 
curulis mit dem Buche unter dem Arme, und neigt sich zu fünf alle- 
gorischen Figuren im antiken Gewande, welche Geschenke zu seinen 
Füssen legen. Diese ideal gehaltene Darstellung erklärt folgende U1n- 
schrift: I PRINCIPI TRIBVTATI DAI POPOLI IL SERVO LORO 
TRIBVTANO.  Köhler ist der erste, welcher in seinen Münzbelustig- 
ungen XVI. S. 194 die Initialen A V auf Agostino Veneziano, den be- 
kannten Kupferstecher deutete, und auch spätere Schriftsteller waren 
nicht abgeneigt, den Agostino alsVcrfertiger des Medaillons anzunehmen. 
Allein die Sache bleibt immerhin zweifelhaft, da die Medaille vor 1536 
gefertiget sein müsste, zu einer Zeit, in welcher man es wohl nicht ge- 
wagt hätte, auf einer Schaumünze den satyrischen und laseiven Dichter 
Divus Aretinus, und die Fürsten an ihntributpflichtig zu nennen. Der 
Medaillen dürfte nur einige Jahre vor dem 1557 erfolgten Tod Aretino's 
gefertiget worden seyn, und das älteste Datum der Blätter des Agostino
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.