Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1552182
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1423. 
gestochen, aber in einer für Agostino ungewöhnlichen Manier. Es lag 
ihm augenscheinlich eine zarte Federzeichnung vor, welche genau ge- 
geben ist. Das Exemplar des Cabinet Cicognara (Zanetti N0. 460) be- 
findet sich jetzt in der k. k. Sammlung zu Wien. Ein zweites ist in 
Th. Wilson's Catalog p. 57 N0. 114 beschrieben. Der von Heinecke 
(Diet. des Art. I 632) erwähnte Abdruck wird wohl im Cabinet zu 
Dresden seyn. Ein viertes Exemplar kennen wir nicht.  Eine gegen- 
seitige Copie hat die Adresse: Cock etc. H. 5 Z. 10 L. Br. 4Z. 7L. 
24) Der Soldat, welcher seine Beinkleider an den Harnisch befestiget. 
Der Grund ist mit horizontalen Strichen bedeckt, und links am Pfeiler 
eines Porticus steht 1517 A V. H. 5Z. 10 L. Br. 4Z. 2Z.  Diese 
Figur ist aus Michel Angelo's berühmtem Pisaner Garten entnommen, 
oder vielmehr einem Studium zu dieser Figur, welches Agostino zur 
Vorübung des grossen Blattes mit den sogenannten Kletterern B. No.423 
gestochen hat, da dieselbe Figur darin vorkommt. Doch bemerkt man 
wesentliche Veränderungen. Die Hosen des Soldaten liegen eng an, 
während sie in den Kletterern Falten machen. Die rechte Hand und 
der Schenkel sind hier beschattet, licht in dem grossen Stiche. Auch 
die Haare sind anders geordnet, und der landschaftliche Grund fehlt 
ganz. Die Baumgruppe links ist durch einen Pfeiler ersetzt. Der 
Artikel bei Bartsch N0. 463 ist etwas verwirrt. Er sagt, dass das Ori- 
ginal ohne Zeichen, und von der Gegenseite des Blattes der Kletterer 
(Grimpeurs) sei, so dass die Figur dort nach rechts, in dem sogenannten 
Originalstiche des Soldaten nach links gerichtet seyn muss. Die Buchstaben 
A V mit der Jahrzahl findet Bartsch nur in einer genauen, aber gegen- 
seitigen Copie, in welcher die Figur nach links gerichtet seyn soll. 
A. Zanetti (Cabinet Cicognara p. 294) hält aber diese angebliche Copie 
gerade für das Original, nämlich die oben erwähnte Darstellung. Die- 
jenigen, welche das Blatt ohne A V. 1517 dem Marc Anton zuschreiben, 
verdienen keine Berücksichtigung, da der Stich nichts weniger als den 
Styl jenes Meisters verräth. Zanetti erklärt das undatirte Blatt für 
Copie nach Agostino Veneziano. In einer zweiten Copie von 1517 sind 
die Buchstaben A Vnicht mit doppelten Linien gezogen, sondern schwarz. 
Im Originale ist die rechte obere Ecke weiss, in der Copie ist dieselbe 
mit dem Reste des Grundes mit einer horizontalen Lage bedeckt. Diese 
Copie hat Salamanca's Adresse. 
25) Ein-verziertes Feld mit Laubwerk. Fast in Mitte des unteren 
Theiles bemerkt man einen Vogel, welcher die Traube bickt. Etwas 
höher erscheint eine Eidechse, und im_ oberen Theile zeigt sich ein 
grosser Schwan. Ueber der Eidechse gegen links stehen in einem 
Fleuron die Buchstaben A. V. H. 11 Z. 2 L. Br..7 Z. 2 L.  Bartsch 
N0. 562 sagt, dass dieses Blatt ohne Zeichen sei, die Buchstaben A. V 
sind aber sehr nett eingestochen. Wenn nun Bartsch das Blatt genau 
besichtiget hat, so gibt es Abdrücke ohne Initialen. Indessen sind jene 
mit A. V so vollkommen und rein, dass man daran zweifeln möchte. 
Das Fach der Ornanientik hat nichts Schöneres aufzuweisen, als dieses 
Blatt. Man will darin ein antikes Vorbild erkennen. Links durch- 
schneidet eine Theilungslinie den Akanthusbüschel, so dass man das 
Feld verdoppeln kann. 
26) Die Vase mit den Akanthusblttttern, nach der Antike. Wo 
sich das Vorbild befand, besagt folgende Inschrift "am Plinthus: ROME. 
IN EGLE. S. AGNETIS. EXTRA. MVROS. Ohne Zeichen. H. 9 Z. 
Br. 6 Z. -i Bartsch N0. 540 kennt die ersten Abdrücke vor Salamaneais 
Adresse nicht, doch ist aber die Platte mit derselben nicht retouchirt. 
 Die sehr schöne gegenseitige Gopie erkennt man an der Beleuchtung. 
Das Original ist von der rechten Seite beleuchtet, die Copie von der linken.
        

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