Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1552173
1342. 
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und dann eine Bacchantin mit flatterndem Bande auf dem Kopfe. Rechts 
in halber Höhe 1516 A (gothisch) V. Die Zeichnung soll Rafael nach 
einem antiken Bildwerke gefertiget haben. In zwei Blättern. H. 6 Z. 
5 L. Br. 19 Z. 2 Z.  Bartsch N0. 250 spricht von einer sehr guten 
origiualseitigen Copie in zwei Blättern, er fand aber nur jenes mit der 
linken Hälfte der Darstellung vor. Seit Bartsch sind viele Jahre ver- 
flossen, ohne dass jemand die rechte Hälfte der angeblich grösseren 
Composition zu Gesicht bekommen hat, und man kann daher füglich 
an der Existenz des rechten Blattes zweifeln, da das linke ein Bild für 
sich gibt. Bartsch glaubt auch, dass die linke Hälfte von Marc Anton 
gestochen sei, oder dass sie wenigstens der Weise desselben sehr nahe 
komme. Allein das fragliche Blatt ist nichts weniger als Marc Ant0n's 
würdig, da es weder in der Feinheit der Zeichnung, noch in der Be- 
handlung für ihn spricht. Wir halten es für Copie eines geschickten 
Künstlers, welcher das Blatt des Agostino zum Vorbilde genommen 
hatte, ohne es zu erreichen. Diese Copie erschien im Verlage des 
Anton Salamanca, da sie im späteren Drucke die Adresse desselben 
trägt, wie Agostinols Stich der ganzen Darstellung, in welchem die 
linke Seite ebenfalls schöner gestochen ist, als die rechte. Darin liegt 
wohl das ganze Geheimniss. Die Copie ist mit dem Originale von 
gleicher Höhe, hat aber nur eine Breite von 10 Z. Das Zeichen kann 
sie nicht tragen, da dieses in Agostinds Blatt rechts vorkommt. Hiero- 
nymus Hopfer hat diese Darstellung in einem einzigen Blatte copirt, 
B. N0. 29. H. 6 Z. 8 L. Br. 12 Z. 8 L. Auch in dieser Copie ist 
die eine Hälfte schöner behandelt, und besser in der Zeichnung, als 
die andere. 
22) Das gemeinschaftliche Bad in einer Art offenen Vestibuls. 
Zwei Männer und zwei Frauen sind rechts in einer grossen Wanne, 
und daneben schickt sich ein Mann und ein junges Weib zum Einsteigen 
an. Von links her kommt ein anderes Paar, und vor demselben trägt 
das Kind eine Vase. Oben schweben zwei Amoretten, welche Pfeile 
auf die Badenden senden. Neben den Füssen der herankommenden 
Frau ist ein kleiner Merkurstab zu sehen. Links in der Ecke steht 
auf der Tafel: RAPH. VRBI. PINXIT. 1516, und rechts bemerkt man 
das Tafelchen des Agostino Veneziano mit A V, wie oben unter den 
Zeichen gegeben. H. 8 Z. 6 L. Br. 12 Z. 6 L. Die Zeichnung wird 
dem Rafael mit Unrecht zugeschrieben, sowie auch der Stich nicht von 
Agostino herrühret. Es handelt sich um eine ziemlich rohe, veränderte 
Copie nach dem Blatte von Giulio Bonasoue B. N0. 177. Im Cabinet 
des Marchese Malaspina di Saunazaro war die Platte, im Cataloge des- 
selben II. p. 76 wird aber irrig angegeben, dass das Blatt einen Ball 
vorstelle.  Eine zweite gegenseitige Copie des Blattes von Bonasoue 
hat den Namen. des Steckers: Io. Georgius sculpsit. Links auf der Tafel 
ist Rafael als Erfinder angegeben, und rechts steht die Dedication des 
Mattia Bolzetta an Girolamo Scala. In der Arbeit ist diese Copie der 
ersteren vorzuziehen. Keine von beiden wird von Bartsch erwähnt, 
und wenn diese Blätter anderwärts dem Meister mit dem Merkurstabe 
(Jakob da Barbary) zugeschrieben würden, so beruht diess aufeinem Irrthum. 
23) Drei Carrikaturen in Kniestück, nach Leonardo da Vinci. Links 
sieht man eine Alte mit einer grossen Haube, und mit weit vorstehender 
Unterlippe. Sie halt in der Linken eine Börse, welche ihr der rechts 
gestellte Mann von abschreckender Gestalt zu entreissen versucht. 
Zwischen beiden ist eine Art Pierrot, welcher aus vollem Halse lacht. 
Der Grund ist schwarz, aber rechts oben gegen die Ecke zu steht auf 
weissem Grunde die Jahrzahl 1516 mit A (gothisch) V darunter, 
H. 5 Z. 7 L. Br. 4 Z. 4 L. Dieses sehr seltene Blaäi ist geistreich 
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