Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1552161
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1423. 
ohne A V nicht von einer zweiten Platte kommen, sondern dass diess 
die dritten Abdrücke der Originalplatte mit den Retouchen seien. 
19) Der ruhende junge Herkules. Er sitzt auf einem Baumstamm 
in der Landschaft, und stützt sich mit beiden Händen auf die Keule. 
Anscheinlich nach Giulio Campagnola, aber ohne Zeichen. H. 4Z.3 L. 
Br. 3 Z.  Dieses Blatt ist in Malaspina's Catalog II. p. 79 beschrie- 
ben, und dem Agostino beigelegt. 
20) Die Hexenfahrt, auch das Gerippe, und das Gespenst genannt, 
(lo Stregozzo, 1a Carcasse, le Spectre, la Sorcellerie), nach Rafael. 
H. 11 Z. 2 L. Br. 23 Z. 2 L.  Bartsch N0. 426 macht in der Be- 
schreibung dieses Blattes auf Dinge aufmerksam, welche sich bei der 
Vergleichung nicht finden. Er sagt z. B., dass vier nackte Männer das 
Gerippe mit der Hexe fortschleppen, und dass auf demselben zwei Böcke 
zu bemerken seien; allein nur zwei Männer sind die Führer, und 
rechts ist nur ein Bock. Derjenige, auf welchem links vorn der Knabe 
mit dem Horne reitet, gehört nicht hieher. Seine Stellung bezeichnet 
aber Bartsch richtig.  Die Composition schreibt Lomazzo dem Michel 
Angele zu, und Bottari bezeichnet den Giulio Romano als Erfinder. 
Auch Passavant findet die Idee dem Buonarotti, oder dem L. da Vinci 
angemessen, er erkennt aber doch im Charakter der Zeichnung des 
Nackten so sehr RafaePs Art und Weise, dass diesem die Composition 
wohl unbedenklich zugeschrieben werden kann. Dass auch schon in 
älteren Zeiten dem Rafael die Erfindung beigelegt wurde, bezeugt ein 
kleines Bild von Spagnoletto in der Sammlung des Herzogs von Wel- 
lington, welches RafaePs Namen trägt. Auf dem Kupferstiche kommt 
aber dessen Name nicht vor, und wenn daher Ferrario die Inschrift: 
Raph. im). beifügt, so wollte er wohl nur dem Rafael die Composition 
vindiciren, obgleich Beisätze dieser Art irre führen. Man kennt keinen 
Abdruck mit dieser Abbreviatur. Die ersten Abdrücke der sich im Oa- 
binet zu Coburg befindenden Platte sind nach Bartsch jene ohne die 
Buchstaben A V auf dem Horne des reitenden Knaben, und mit dem 
weissen Täfelchen, welches unten in der Mitte auf dem Boden liegt. 
Dieses hat die Form des Täfelchens von Marc Anton, mit dem gerade 
laufenden Henkel, wie oben unser erstes Täfelchen mit A V zeigt. 
Die unbezeichneten Abdrücke mit der Tablette des Marc Antonio 
brachten vielleicht auf die Idee, dass das Blatt von diesem gestochen 
sei, und dass erst bei der Retouche die Buchstaben .4 V ihre Stelle ge- 
funden hätten. A. Zanetti-smacht aber im Cabinet Cicognara p. 311 auf 
zwei superbe Abdrücke aufmerksam, wovon der eine mit dem Zeichen 
auf dem Horne, der andere ohne A V ist. Der erstere zeigt auf dem 
Täfelchen unten die deutlichen Spuren der Buchstaben VA, da sie ver- 
kehrt erscheinen. Der Abdruck ohne A Vauf dem Horne hat ein weisses 
Täfelchen, so dass dieses später polirt wurde, aber ohne dass die Platte 
eine Retouche erlitt. Demnach waren die Abdrücke ohne A V und mit 
dem weissen Tafelchen nicht die ersten. Man möchte auch glauben, 
dass die Buchstaben A V auf dem Horne nur desswegen weggenommen 
oder zugedeckt wurden, um dem Marc Anton das Blatt unterzustellen, 
da es dieses Meisters würdig ist. Diese Manipulation fallt aber nicht 
in die spätere Zeit, da die alten Abdrücke mit und ohne AV von 
gleicher Schönheit sind, und daher von keiner Retouche die Rede seyn 
kann. Es scheint, dass die Buchstaben A V nur verrieben sind. 
21) Der Tanz von Faunen und Bacchantinnen, sechs Figuren in 
einem Zuge von links nach rechts. Der Faun mit der Doppelfiöte er- 
öffnet den Reigen, und eine Bacchantin mit dem Tambourin folgt ihm. 
Ein zweiter Faun mit der Schalmey kommt hinter ihr, und sofort eine 
Bacchantin mit der Rebenkrone, ein anderer Faun mit zwei Flöten,
        

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