Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1552154
1324. 
597 
unten am Steine steht A (gothisch) V 1516. Links unten ist die Adresse 
des Anton Salamanca. H. 6 Z. 2 L. Br. 4 Z. 9 L.  Dieses Blatt 
wird nur im Cabinet Cicognara N0. 459 erwähnt. Es rührt sicher von 
Agostino her, wie A. Zanetti bemerkt. 
15) Das vor einer Grotte knieende Weib mit einem Fernglase, oder 
einem Auge in der Hand. Man glaubt, unter dieser Figur sei die Wissen- 
schaft vorgestellt, welche die Geheimnisse der Natur zu erforschen 
suche. Rechts auf einem Felsen steht: AGVSTINO DE MVSIS. 
H. 4 Z. 4 L. Br. 6 Z.  Dieses Blatt ist in Malaspinaßs Catalog II. 
p. 79 beschrieben. 
16) Der nackte Mann am Baume mit der Schalmey, nach Bandinelli. 
Er hat ein aufgeschlagcnes Notenbuch vor sich, in welchem steht: NON 
ASPETOMI MAI CON TAL GAR  Der Rest ist durch die Hand 
des Musikers bedeckt. Den Grund bildet eine Gebirgslandschaft. Links 
oben steht 1515 A (gothisch) V. H. 4 Z. 6 L. Br. 3 Z.  Bartseh 
N0. 454 betitelt dieses Blatt "L'homme ä la lyre", was unrichtig ist. 
Er erwähnt auch nichts von dem Zeichen. Der Stich ist sicher von 
Agostino, sehr fein in der Weise Oampagnolaüs gehalten. 
17) Der Greis im Kinderwagen, in welchem er sich mit beiden 
Händen nach rechts hin bewegt. Oben auf einer Bandrolle steht: 
ANCHORA. IMPARQ, und im Unterrande: Tam. Diu. Discendum. Ext. 
Quam. Diu. vIvas. Bis. Pueri. Senes. Ant. Salamanca. Emcudebat. MDXXX VIII. 
H. 16 Z. Br. 11 Z.  Bartsch No. 400 legt dieses Blatt entschieden 
dem Agostino Veneziano bei, und glaubt es nach einer Zeichnung von 
B. Bandinelli gestochen. Vasari dürfte aber hier mehr berücksichtiget 
werden, obgleich er auch einige Unrichtigkeiten über Agostino de Musis 
verbreitet hatte. Nach der Angabe dieses Schriftstellers istßdie Com- 
position von Giuntalocchi, und der Stich von Girolamo Faggioli aus Bo- 
logna. Letzterer war Oiseleur und Kupferstecher, und soll für Sala- 
manca Platten geliefert haben. Der Stich des Alten im Kinderwagen 
stimmt auch nicht vollkommen für Agostino, und es ist wohl zu be- 
merken, dass die ächten und bezeichneten Blätter desselben nicht über 
1536 herabreichen. Von diesem Jahre kennt man einige Bildnisse, mit 
welchen aber der Alte in keinen Vergleich kommt. Auf Faggioli oder 
Fagiuoli kommen wir unter den Initialen J. B. F. zurück.  Die beiden 
vorhandenen Gopien sind leicht zu kennen. Die mittelmässige ist von 
der Gegenseite, so dass der Alte nach links hin rollt. Die andere ist 
von dem Meister mit dem Namen Jesu, und hat dessen Zeichen. 
18) Die Akademie des Bildhauers Baccio Bandinelli. Er sitzt im 
Atelier in Mitte von sechs Schülern, welche beim Lampenscheine zeichnen. 
Der Meister hält eine Statuette-der Venus. Auf einer Tafel steht: 
ACCADEMIA DI BAG-CHIO BRANDIN. IN -ROMA  IN LVOGO 
DETTO-BELVEDERE-MDXXXI. A. V. II. 10 Z. Br. 11 Z.  
Bartsch No. 418 behauptet, dass die Originalabdrücke nach der Inschrift 
die Buchstaben A V tragen, und dass die Exemplare ohne dieselben 
von der Platte einer sehr täuschenden Copie kommen. Hierin scheint 
sich Bartsch geirrt zu haben. Die Abdrücke mit A V ohne Adresse 
des A. Salamanca sind sehr rein, und tragen das entschiedene Gepräge 
des Agostino Veneziano. Die Platte erlitt aber später unter Salarnancais 
Händen eine ziemlich starke Retouche, so dass man die Abdrücke dieser 
Art wohl für Copie halten könnte. Wir sahen einen irntadelhaften Ab- 
druck mit A V und der Adresse des Salamanca, und zwei Exemplare der 
sogenannten Copie ohne A V, wovon aber das eine noch deutliche Spuren 
der stärkeren Linien der Initialen unter der Jahrzahl zeigte , während sie 
in dem anderen nicht mehr sichtbar waren. Es scheint also, dass die 
Buchstaben bei der Retouche weggenommen wurden, und dass die Blätter 
Monogrammisten. 43
        

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