Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1552120
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1423. 
Mariette, dass Villamena die Platte desselben retouchirt habe. Diese 
Hypothese ist ohne Grund, da das Blatt des Agostino de Musi mit A 
(gothisch) V. bezeichnet ist. und man kein altes Exemplar ohne diese 
Buchstaben findet. Es ist daher nicht anzunehmen, dass Villamena eine 
unbezeichnete Platte zur Retouche vor sich hatte. Einen Druck mit 
Lafreri's Adresse haben wir nicht gesehen, wenn aber dieser letzter 
Art ist, so wurde dieselbe fälschlich später aufgesetzt. 
7) Der Leichnam des Herrn von den Freunden beweint, nach Ra- 
fael. Er liegt im Vorgrunde auf dem Boden, mit dem Kopfe im Schoosse 
der ohnmächtigeu hiaria, welche von den Frauen umgeben ist. Links 
kreuzt Nicodenius die Arme, und steht Johannes in Thränen neben 
zwei anderen Figuren. In der Mitte oben A (gothisch) V 1516. 
H. 7 Z. 10 L. Br. 6 Z. 2 L.  Bartsch No. 39 beschreibt dieses Blatt 
unter dem Namen der den Leichnam des Herrn beweinenden Marien, 
und hält es im Ganzen für Copie nach Marc Anton. Allein Agostino 
scheint eine andere Zeichnung gehabt zu haben, da die hl. Jungfrau 
viel jünger erscheint, als im Stiche von Marc Anton, und auch den 
Arm nicht bloss hat, wie im Blatte des Letzteren. Auch die Bäume 
sind verändert, sowie auch andere Verschiedenheiten auf eine neue 
Vorlage schliessen lassen. Ferner ist die Stichweise eine ganz andere, 
als jene von Marc Anton, und sie lässt vermuthen, dass Agostino zur 
Zeit als er dieses Blatt ausführte, noch nicht unter der Leitung des 
genannten Meisters stand. Auch in der Zeichnung erscheint er noch 
sehr schwach. Weit vorzüglicher ist aber ein zweites Blatt mit dieser 
Darstellung, welches Bartsch No. 38 beschreibt. Es ist mit den rö- 
mischen Buchstaben A V bezeichnet, und ohne Jahrzahl. Dieser Stich 
kann als Copie nach Marc Anton betrachtet werden, da er um einige 
Jahre später erschien. Das Original beschreibt Bartsch No. 34. 
8) Die drei hl. Frauen, welche das Grab des Heilandes besuchen. 
Sie sind in lange Kleider gehüllt, nach links schreitend dargestellt, und 
auf weissem Grunde. Ohne Zeichen. H. 10 Z. 9 L. Br. 6 Z. 7 L.  
Die Zeichnung wird bald dem Rafael, bald dem Michel Angele zu- 
geschrieben. Auch die Angaben hinsichtlich des Stiches wechseln. 
Bartsch XIV. p. 39 No. 33 entschied mehr für Marc Anton, andere, 
wie Heiuecke, wollten das Blatt dem Giulio Bonasone, oder dem Ago- 
stino Veneziano zuschreiben. Letzterer ist wohl sicher der Stecher, 
und Passavant schreibt ihm selbst die Zeichnung zu. Er betrachtet sie 
als Studium nach dem Leben. Dieselbe Darstellung ist aber auch von 
der Gegenseite gestochen, und hinter den Frauen ist ein schattirter 
Grund. Agostiuo kann nicht als der Stecher angenommen werden, aber 
auch Bonasone scheint keinen Theil zu haben. 
9) Der Tod des Ananias, von Vasari irrig die Geschichte Simon's 
des Zauberers genannt. Rechts nach unten: nnrn. vnß.  Invii Ohne 
Zeichen des Agostino. H. 10 Z. Br. 15 Z.  Bartsch beschreibt dieses 
Blatt unter No. 42, und glaubt, Agostino habe es unter Mitwirkung 
des Marc Anton gestochen, wesswegen ersterer die Platte unbezeichnet 
gelassen haben dürfte. Allein es ünden sich auch noch andere Blätter 
von Agostino, welche ohne Zeichen sind, an welchen aber Marc Anton 
keinen Theil hat. Der Tod des Ananias gehört zu denjenigen Werken, 
in welchen unser Künstler dem Meister am nächsten kommt. Rafael 
bearbeitete diese Vorstellung in einem Garten für die bekannten päpst- 
lichen Tapeten, Agostino's Stich ist aber nach einer Zeichnung gefer- 
tiget, wahrscheinlich nach jener, die zum Oarton in Hamptoncourt ge- 
dient hat. Es gibt verschiedene Abdrücke. 
I. Ohne Adresse des Antonio Salamanca. 
II. Mit der Adresse von A. Salamanca, und leicht retouchirt, so dass 
die Harmonie des Ganzen nicht gestört ist.
        

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