Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1552104
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1423. 
Buchstaben A. V. erst beim späteren Drucke eingestochen werden seien, 
was aber noch nicht erwiesen ist. Jedenfalls machen die erwähnten 
Blätter beiden Künstlern Ehre. Auch noch auf drei anderen Blättern 
nach Rafael kommen die Buchstaben A. V. im Täfelchen vor, deren aber 
eines wie jenes des Marc Anton geformt ist. Diese Blätter sind nach 
Marc Anton copirt, und stellen die Philosophie, Herkules u. Antheus, und 
den Sturz des Phaeton vor. Auf sechs Blättern kommt das Täfelchen 
des Agostino allein vor, und wir geben es unter den figürlichen Zeichen 
in Nachbildung. Ungefähr 30 Stiche sind ohne alle Bezeichnung. Unter 
letzteren sind aber Hauptwerke, wie der Tod des Ananias, und der 
Bauer mit der Bäuerin, beide nach Raphael. 
Supplemente zum Peintrie-gravcur und zum Künstler-Lexicon. 
l) HJERONYMVS ALEANDER (sie) ARCHIEPISCOPVS BRVN- 
DVSINVS ET ORIT. S. T. E. OAT. M. D. XXXVIII. Oben links A. V. 
H. 12 Z. 4 L. Br. 8 Z. 4 L.  Bartsch No. 517 kennt nur einen Ab- 
druck mit dem Beisatze nach Brundusinus: ET ORITANVS MDXXXVI, 
nennt aber den Bischof irrig Alexander, worin ihm auch Malaspina II. 
p. 73 folgt. Heiuecke erwähnt eines Abdruckes mit der Jahrzahl 
MDXXXIIL, scheint aber nicht richtig gelesen zu haben. Er hatte 
wahrscheinlich den oben erwähnten] Bartsch unbekannten Abdruck im 
Sinne, da man kein Exemplar mit der Jahrzahl .153?! aufgefunden hat. 
2) Das Opfer des Oain, beschrieben von Bartsch unter den Blät- 
tern anonymer Meister der Schule des Marc Anton XV. p. 8 No. 3, 
und oben No. 971 im Artikel des "amicus borwnienjif". Malvasia legt 
dieses Blatt in der Felsina pittricc dem J  Bonasone bei, bemerkt aber, 
dass man zu seiner Zeit Stich und lilriindung fast allgemein dem Amico 
Aspertino (dem erwähnten Amicus bononiensis) zugeschrieben habe. 
Heinecke I. p. 391 sagt indessen, dass Marolles auf dem im Pariser 
Cabinet vorhandenen Exemplare das Zeichen des Agostino Veneziano 
bemerkt habe, womit auch Brnlliot übereinstimmt, welcher dasselbe 
Exemplar gesehen zu haben behauptet. Mariette hatte ebenfalls Ge- 
legenheit, das Blatt zu untersuchen, entschied aber zuletzt für Asper- 
tino. Andere schrieben die Erfindung dem Rafael zu, was nur in dem 
Falle Grund hätte, wenn das Blatt dessen Composition eines der Sockel- 
bilder in den vatikanischen Arkaden enthalten würde. Diese Darstel- 
lung ist von einem Schüler Marc Antonls 1544 gestochen, das fragliche 
Blatt hat aber keine Jahrzahl. Im Cabinet zu Paris liegt es im Werk 
des Rafael. 
3) Judith und Holofernes. Eine uns unbekannte Vorstellung dieser 
Scene wird im Catalog Sykcs III. p. 47 No. 617 dem Agostino Vene- 
ziano zugeschrieben, aber ohne nähere Beschreibung. Eine von Giulio 
Bonasone gestochene Darstellung der Judith, wie sie den Kopf des 
Holofernes in den Sack steckt, beschreibt Bartsch XV. 8. Die Comp0- 
sition ist von Rafael. 
4) Die Israeliten in der Wüste Manna sammelnd. Links liegen 
zwei Männer zu den Füssen des Moses, und mehrere andere Männer 
und Weiber sind mit dem Einsammeln beschäftiget. Rechts bemerkt 
man ein Kind und zwei nackte Männer mit Vasen. In der Mitte unten 
A. V. H. 11 Z. Br. 16 Z. 3 L.  Bartsch No. 8 schreibt die Com- 
position dem Raphael zu, welcher in der achten Arkade des Vatikan 
diesen Gegenstand behandelt hat. Der Stich ist aber nicht nach dem 
Gemälde gefertiget, sondern angeblich nach dem ersten Entwürfe in 
einer Zeichnung, welche Antonio Armani in Bologna besass. Passavant 
möchte sie einem Schüler RafaePs zuschreiben. Zani verfiel irriger 
Weise auf Oarravaggio.
        

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