Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1552035
1406 
1407. 
585 
Künstler-Lexicon XVIII. S. 68 ff. aufgezählt, und dabei auf die Lite- 
ratur derselben hingewiesen. Fast dasselbe Werkzeichen führte auch 
noch sein gleichnamiger Sohn, welcher 1484 urkundlich auf den Schau- 
platz tritt, nachdem er wohl schon viel früher dem Vater hülfreich zur 
Seite gestanden hatte. Auch auf Werken dieses Meisters, welcher sich 
gewöhnlich Sürlin oder Sirlin schrieb, haben wir im Künstler-Lexicon 
aufmerksam gemacht. Sein Zeichen, das dritte, ündet man nach einer 
Angabe im Kunstblatt 1833 S. 410 auf dem Risse zu einem Altare, 
welcher überdiess auch den Namen des Meisters trägt: joerg sirlin 1496. 
Diese Jahrzahl steht am Altare des Domes in Ulm, und vielleicht ent- 
hält die Zeichnung den Entwurf zu demselben. Indessen ist auch der 
Altar von Blaubeuern von 1496. In den Hüttenrechnungen wird des 
Georg Sürlin 1517 zum letzten Male gedacht. 
1406. Alessandro Vagiani, genannt Alessandro Fiorentino, hatte um 
  1630-1650 in Mailand Ruf. Er malte historische Dar- 
MM Stellungen, worunter Lanzi die Geisslung Christi in St. Ber- 
x nardino eines Palma Vecchio würdig hält. Auch das von 
Bartsch P. gr.  p. 123 beschriebene radirte Blatt des Künstlers, 
welches den auf dem Grabe liegenden Leichnam Christi vorstellt, er- 
innert noch an die altere italienische Schule. Die gegebenen Mono- 
grammen findet man auf den Kupferstichen von Johann Troschel, welche 
Trophäen mit Kindcrfiguren vorstellen. Sie bilden eine Folge, für 
welche auch andere Künstler gestochen haben, fol. Das Monogramm 
des Künstlers findet sich auf Zeichnungen, und auch Genrebilder sollen 
damit versehen seyn, besonders mehr oder weniger ausgeführte Skizzen. 
Gemälde dieser Art stellen Spieler, Raufereien und andere leidenschaft- 
liche Auftritte vor. 
1407- Albert Vogel, Formschneider in Berlin, war Schüler von 
Ä F. Unzelmann, und gehört jetzt zu den berühm- 
IM,ÄIN testen Künstlern seines Faches. Zugleich ein 
SZ- geübter Zeichner, und in der Malerei erfahren, 
 ist er im Stande, jede Vorlage in dem ihr eigen- 
thümlichen Charakter wieder zu geben. Seine Blätter gehören daher 
zu den schönsten Erzeugnissen der modernen Xylographie, welche vor 
jenen der französischen und englischen Schule auch noch das Verdienst 
einer strengen Zeichnung für sich haben, da die deutschen Meister dem 
malerischen Effekte nicht alleinige Rechnung tragen. Wo es indessen 
gilt, eine malerische Wirkung zu erzielen, weiss auch Vogel Seinen 
Stichel in der Art zu führen, dass auch hierin jener Anforderung Ge- 
nüge geleistet ist. Namentlich sind die Blätter nach Adolph Menzelfs 
Zeichnungen hervorzuheben, welcher überhaupt der Xylographie einen 
Umschwung gab, der sie zu den höchsten Leistungen dieser Art führte. 
Unzelmann, E. Kretzschmar, A. und 0. Vogel u. A. sind Träger dieser 
Glanzperiode der neuesten Zeit. 
A. Vogel's Blätter sind sehr zahlreich. Zu den früheren gehören 
jene in der Geschichte der neueren deutschen Kunst von A. Grafen 
Raczynski, in SporschiPs Geschichte des dreissigjährigen Krieges nach 
F. M. Pfeiffer, in E. Duller's, und SporschiPs Geschichte des deutschen 
Volkes, in der bei Gubitz erschienenen Ausgabe des Nibelungen-Liedes 
in neuer Verdeutschung von Heinrich Beta, an welche sich 1851 auch 
die Klage in neu hochdeutschen Reimen schloss, ferner die Blätter in 
verschiedenen Volkskalendern von F. Hoffmann, Steffens, in Marbach's 
Volksbüchern u. s. w. Einer ausgezeichneten Erwähnung verdienen 
aber die Illustrationen nach J. Hühner, E. Bendemann und H. Stilke in 
der Wigand'schen Pracht-Ausgabe des Nibelungen-Liedes, welche 1840
        

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