Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1552024
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1404 
1405. 
„Augusta Vindelicortim" bedeuten könnten. Ueberdiess ist das Blatt 
mit M lt bezeichnet, so dass wir auf dasselbe unter diesen Initialen 
zurückkommen. Es stellt den Heiland am Fusse des Kreuzes zwischen 
Maria und Johannes vor, welche ihn knieend verehren. In der Mitte 
unten stehen die Buchstaben M H, und links oben bemerkt man obiges 
Schildchen. H. 5 Z. 2 L. Br. 4 Z. 4 L. B. VI. p. 413 N0 1. 
1404- Unbekannter Kupferstecher, welcher in der zweiten Hälfte 
des 16. Jahrhunderts in Italien lebte. Sein Zeichen gibtBartsch 
P. gr. XIV. p. 376. Er fand es auf der mittelmässigen Copie 
eines Stiches nach Marco di Ravennaßs Statue des Marc Aurel. Der 
Copist brachte aber ein anderes Piedestal an, an welchem steht: IMP. 
CAES. DIVI ANTONII F. DIVI HADRIANI NEPOTI äc. Der Grund 
ist mit horizontalen Strichlagen bedeckt, aber ohne Landschaft an- 
zndetiten. H. 12 Z. 3 L. Br. 8 Z. 6 L. Das Monogramm deutet wohl 
den Copisten an, wenn man nicht das Blatt dem Agostino Veneziano 
unterstellen wollte, von welchem es aber nicht herrühret. 
Dasselbe Zeichen findet man ferner auf einem Kupferstiche nach 
Michel Angelo, welchen Bartsch nicht kannte. Maria sitzt mit dem 
auf ihrem Schoosse schlafenden Kinde, und hält ein Buch in der rechten 
Hand. Links ist Johannes, und rechts neben der Maria steht Joseph. 
Unten rechts bemerkt man das Monogranmi, und im Rande steht: Dor- 
miente  vigilat, gr. fol. 
1405. Moriz Ensinger, und Jörg Syrlin son. und jun. Auf diese 
Werkzeichen haben drci Künstler Anspruch, welche 
im 15. Jahrhunderte in Ulm thätig waren, und von 
da aus auch in andere Gegenden Schwabens ihren 
Ruf verbreiteten. Man kann in ihren Zeichen ein 
A" I A V. vermuthen, und da zwei Träger derselben Ar- 
chitekten und Steinmctze sind, so würde es nahe liegen, Archizectus 
Vlmensis zu lesen. Allein damit ist nichts gewonnen, indem eine ganze- 
Künstlerfamilie gewöhnlich das eine und dasselbe Werkzeichen führte. 
Das erste ist jenes des Moriz Ensinger, dessen Name in der Geschichte 
des Münsters zu Ulm verherrlichet ist. Er mag es aber von seinen 
Vorältern ererbt haben. Die Münsterpiiege bestellte schon 1390 den 
Ulrich Ensinger zum Kirchenmeister. Er stammte aus Bern, und hatte 
zwei Söhne, Caspar und Matthäus. Im Jahre 1429 muss er gestorben 
seyn, da in diesem Jahre Caspar als Kirchenmeister der Frauenpfarre 
erscheint. Matthäus wurde 1430 Kirchenmeister zu Bern im Uechtlande, 
da Mathias Heinz von Strassburg den Münsterbau zu St. Vincenzen 
daselbt nicht mehr vollenden konnte. Matthäus kehrte aber später 
wieder nach Ulm zurück, da Caspar Kueu, der Nachfolger seines Bru- 
ders im Kirchenmeisteramte 1446 mit Tod abging. Er vollendete 1449 
das Ohorgewölbe des Ulmer Münsters, betrieb die Aufrichtung der 
Pfeiler des Hauptschiifes, und erbaute auch noch den Vorderthurm. 
Nach seinem 1463 erfolgten Tod tritt endlich dessen Sohn Moriz auf 
den Schauplatz. Er wurde 1465 auf zehn Jahre, und 1.470 auf Lebens- 
zeit zum Kirchenmeister ernannt. Moriz Ensinger schloss 1471 das 
Gewölbe des Mittelschiifes, oder das Hochwerk, und 1478 waren unter 
seiner Leitung auch die beiden Seitenschiffe ausgebaut. Moriz hatte 
das Grösste vollendet und starb 1480. Sein, oder seines Vaters Brust- 
bild in Stein ist im Münster, und diesem ist das Werkzeichen beigefügt. 
Das zweite Zeichen ist jenes des Bildhauers Jörg Syrlin sen., welcher 
als Steinmetz in der Architektur in gleichem Grade erfahren war. Das 
Monogramm mit dem Namen: Jerg Syrlin 1482, ist auch am Fisch- 
kasten (Brunnen), in Ulm eingehauen. Seine Werke haben wir im
        

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