Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1552012
1401 
1403. 
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wo auch noch andere analoge Werke aufbewahrt werden, nämlich in 
jener Richtung, welche durch die Schule des Jan van Eyck auch 
in Bayern, zunächst durch Friedrich Herlen von Ulm, Eingang ge- 
funden hatte, und mit mehr oder weniger Glück gepflegt wurde.  
Dem Monogramme ist auch noch eine Jahrzahl beigefügt, welche 1457 
oder 1455 gelesen werden kann. Israel van Meckenen wurde aber erst 
um 1450 geboren, und kann daher auch der Zeit nach nicht zugelassen 
werden. Wir halten den alten Ulrich Asslinger für den Urheber des 
Werkes. Auch Meister Uly genannt, oder Ulrich der Aesslinger, ge- 
hört er zu den ältesten namhaften Münchener Meistern, deren wir in 
den Papieren der St. Lucas -Zunft erwähnt fanden. Der untere Theil 
des Monogramms scheint aus VL zu bestehen, und den Namen Vli oder 
Vlrich anzudeuten. Das darüber stehende A würde dann den Zunamen 
des Meisters bezeichnen. In einem Ladzettel von 1500 steht Ulrich 
Aesslinger an der Spitze der Altmeister des hl. Lukas. Es kommt aber 
auch noch später ein Maler dieses Namens vor, wahrscheinlich der 
Sohn dieses Künstlers. 
1401. Unbekannter Goldschmied. Unter diesem Zeichen führen 
{ --1 wir einen Künstler ein, welcher im 15. Jahrhunderte 
lebte, und wahrscheinlich zur Classe der Goldschmiede 
  gehört. Nach einer Mittheilung des Herrn Professors 
Massmann findet man es auf einem Niello in der Samm- 
lung des unlängst verstorbenen bekannten Kunstfreundes 
Peter Vischer in Basel. Eine Beschreibung des Niello 
M" S, können wir nicht geben, und daher bleibt es bei dem 
unerfüllten Wunsche. 
1401 Jakob von Pfortzen, Buchdrucker in Basel, bediente sich 
zur Bezeichnung der aus seiner Ofiizin hervorgegan- 
genen Werke dieses Schildes mit dem anscheinlich 
aus AV bestehenden Monogramme. Nach Brulliot I. 
N0. 3287 h- findet man den Schild in einer Titelein- 
fassung mit Genien und Ornamenten, welche von Ur- 
sus Graf geschnitten ist. Rechts oben steht dessen 
Zeichen, und unten halten zwci Genien den gegebenen 
Schild. Brulliot glaubt, dass sich das Monogramm, 
oder vielmehr tigürliche Zeichen, auf denjenigen Künst- 
ler beziehe, welcher die Zeichnung zum Schnitte gemacht hat, es handelt 
sich aber nur um den Buchdrucker Jakob von Pfortzen, welcher auch 
Jakob Pforczen, Phorczen, und de Pfortzheim genannt wird. Dieser 
Drucker stammt aber nicht aus Pfortzheim, sondern aus Kempten. 
Seine Druckwerke reichen von 1488- 1518. Die Titeleinfassung mit 
dem obigen Schilde wurde aber auch noch später benutzt, nach Brul- 
liot zu folgendem Werke: Das newc Testament gantz. yetzt klairlioh aus 
dem rechten grundt teutlcht, mit gar gelerten Vorreden   Zu Basel 
MDXXIIII, 8. Man findet in Druckwerken auch eine Schlussvignette 
des Jakob von Pfortzen. Sie zeigt einen stehenden Engel, welcher mit 
der Rechten den Schild mit dem Basler Wappen, und mit der Linken 
den Schild des Druckers hält. Auf diesem fügen sich die Linien des 
Monogramms nicht nach der Einbiegung oder Wölbung, wie oben ge- 
geben, sondern das Zeichen steht gerade mit kräftigen Linien. 
1403- Unbekanntes Zeichen. Man findet es auf einem Kupfer- 
stiche aus der früheren Zeit des 16. Jahrhunderts, es ist aber 
i noch nicht ermittelt, ob es einem Zeichner oder einem Ver- 
leger angehöre. Wahrscheinlich aber ist es das Verlags- 
Zeichen eines Augsburgers, da die Buchstaben A: in demselben 
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