Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1551755
ASKT. 
1317. 
557 
1317. Regel-ins a salice, d. h. Rogier van der Weyden? In der 
Sammlung des Herrn von 
o 0 g 9 Lyversberg zu Cöln waren 
i 9 mehrere Jahre acht Ge- 
mälde mit Darstellungen 
aus der Leidensgeschiehte 
des Herrn, und sie befinden sich jetzt in der Sammlung des Land- 
gerichtsrathes Theodor Baumeister daselbst. In den Werken über Ma- 
lerei wird die Lyversbergische Passion häuüg angezogen, da bei ana- 
logen Bildern auf den Meister derselben verwiesen wird. Zuletzt sollte 
auch ein Name für den Maler der Passion geschaffen werden, und man 
verfiel auf Israel van Meckencn, ohne zu bedenken, dass die Kupfer- 
stiche dieses Meisters, und die mit einigem Rechte ihm zugeschriebenen 
Gemälde, mit den Passionsvorstellungen, und anderen, diesen analogen 
Werken gar nicht stimmen. Auf den vortrefilichen Gemälden dieses 
alten Meisters findet man die Jahrzahlen 1463 und 1466, welche seine 
Blüthezeit bezeichnen. Er war indessen noch 1488 thätig, indem man 
ihm ein Epitaphgemälde mit dieser Jahrzahl zuschreibt. Es stammt aus 
der Wallraiischen Sammlung, und wird jetzt im Museum zu Cöln auf- 
bewahrt. Dieses Gemälde verräth bereits die abnehmende Kraft des 
Meisters, obgleich es noch immer viele Schönheiten bietet. Die beiden 
Flügelbilder sind erst 1494 und 1508 hinzugefügt worden, und rühren 
von einem anderen Künstler her, nur nicht von Israel van Meckencn. 
obgleich dieser Meister noch 1502, und wohl noch später gearbeitet 
hat. Passavant (Kunstreise dzc. S. 416) schloss den Meisler Israel auch 
schon vor mehr als zwei Decennicn von der 'I'l1eilnahme an der Lyvers- 
bergischen Passion aus, und nahm das Werk für einen bisher unbe- 
kannten altkölnischen Meister in Anspruch, welchem demnach auch alle 
jene Gemälde angehören müssten, die in den Gallerien zu München, 
Berlin, Wien dtc. dem Israel van Meckencn zugeschrieben werden. 
Merlo (Nachrichten von dem Leben und den Werken kölnischer Künstler 
S. 275) stellt sie im Artikel des J. v. Meckenezi zusammen, aber ohne 
diesen Meister als Vor-fertiger anzuerkennen. In den betreffenden Ca- 
talogen der Gallerien wird er aber noch lauge üguriren, da nur zu oft 
die gründlichsten Nachweisungen unberücksiget bleiben, und vielleicht 
durch höheren Machtspruch es bleiben müssen. 
Die Passions -Vorstcllungen aus der Lyversbergisehcn Sammlung 
nahmen die inneren Seiten zweier Flügel ein, welche wahrscheinlich 
ein Schnitzwerk deckten. Auf den äusseren Seiten war die Anbetung 
der Könige dargestellt. Die Bilder sind folgende: 
1) Das Abendmahl, 2) die Gefangennehmung, 3) Christus vor Pi- 
latus, .4) die Verspottuug und Dornenkrönung, 5) die Kreuztragung, 
6) die Kreuzigung, 7) die Kreuzabnehmung, und 8) die Auferstehung. 
Diese Vorstellungen sind auf Goldgrund gemalt, doch ist in ver- 
ständiger Weise Landschaft und Architektur angewendet. Der Maler 
hätte des Goldes fiiglich entbehren können, wie es auch auf mehreren 
anderen Gemälden desselben fehlt; er scheint aber in der Passion noch 
der Vorliebe für Goldverzierungen Rechnung getragen zu haben, da sie 
noch nach der Hälfte des 15. Jahrhunderts herrschte. Die Gemälde 
der Passion schliessen sich daher in dieser Hinsicht noch an die alte, 
unter dem Einflusse der Richtung des Jan van Eyck stehenden Schule 
an. Ueber der Thüre im Gemälde deiilerspottung des Heilandes stehen 
die Buchstaben A. S. K. T. mit dem Wappen, wie oben gegeben. Letz- 
teres zeigt sich auch auf dem Bilde mit Christus vor Pilatus, und 
kommt auch noch anderwarts vor. Auf der Streitaxt eines Soldaten
        

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