Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1551432
1225. 
525 
mantuanus excudit" erweiset es als Verlagswerk des A. Ghisi, wenn 
nicht die Buchstaben M. G. F. "Mantuanus Ghisi Fecit" bedeuten. Von 
M. Greuter rührt indessen der Stich nach F. Baroccio nicht her. Der 
Stecher dürfte ein Italiener seyn, welcher die erwähnte Darstellung nach 
Cornel Cort copirt hat. Die erwähnte Adresse trägt auch ein dem Ver- 
fasser des Peintre graveur unbekanntes Blatt mit St. Eulalia. Auf 
einem Kupferstiche mit Apollo und Marsyas nach Martinelli steht: 
Adam Sculptor Mantuanus exc. Romae anno Dei 1581. Die Jahrzahl 
1585 steht auf dem Titel der schönen Figurenstudien aus der Sixtina, 
B. N0. 1-72, worauf wir am Schlüsse zurückkommen. 
A. Ghisi arbeitete in der Manier des Giorgio Mantuano, kommt 
ihm aber hinsichtlich der Zeichnung und der Sicherheit des Stiches 
nicht gleich. Auf seinen früheren Blättern steht der Name "Adam," 
oder „Adam Sculptor." Später bediente er sich der gegebenen Zeichen,. 
welche ebenfalls "Adam Sculptor" zu lesen sind. Gori deutet das Mo- 
nogramm ohne Grund auf Antonius Sequanus, worunter man den An- 
tonio Lafreri verstehen müsste. 
Bartsch P. gr. XV. p. 417 beschreibt 129 Blätter von A. Ghisi, 
wovon die meisten nach Giulio Romano gestochen sind. Malpe legt 
ihm auch eine Geburt Christi nach diesem Meister bei, worauf aber 
Bartsch nicht eingeht. Zani erklärt noch ein Blatt mit der Judith, und 
ein anderes mit der Kreuzschlepptlng für Ghisils Arbeit. Beide sind 
nach G. Romano gestochen, das erstere erklärt aber Bartsch für unter- 
schoben. Unter No.103 p. 148 macht dieser Schriftsteller auf ein inter- 
essantes Blatt aufmerksam, welches mit dem dritten Zeichen versehen 
ist, aber wohl von A. Ghisi nicht herrühret. Es stellt einen Jüngling 
dar, welcher ein Joch mit Riemen auf der Achsel trägt, und mit beiden 
Füssen an eine Kugel gefesselt ist. Unten steht: Servns Eo Laetior 
Qvo Patientior. Nach rechts im Bilde ist auf späteren Abdrücken die 
Adresse: Gio. Jacomo Rossi le stampa in Roma alla Pure. H. 7Z. 5L. 
Br. 5 Z. 2 L. Nach der gewöhnlichen Angabe soll A. Ghisi diese Dar- 
stellung nach A. Mantegna gestochen haben, allein die Composition 
gehört viel eher dem Altobello an. Dieser Meister hat sie selbst in 
Kupfer gestochen, und mit seinem Namen bezeichnet. Ghisi müsste 
daher Altobello's Blatt copirt haben. Wir sahen einen alten, sehr 
kräftigen Abdruck ohne Rossi's Adresse, welcher für A. Ghisi nicht 
sehr zu sprechen scheint. 
Den von Bartsch beschriebenen Blättern fügen wir das Titelblatt 
der Rime degli Academici Eterei  bei. Zu den Seiten eines Ovales 
mit Apollo auf dem Sonnenwagen erscheinen Merkur und Pallas, Um 
das Oval steht: Victor so wllit ad auras. Rechts unten in der Ecke ist 
das Zeichen, aber sehr klein gebildet. H. 7 Z. 5 L. Br. 5 Z. 6 L. 
Bartsch beschreibt von N0. 1-72 die Folge der einzelnen Fi- 
guren und Gruppen, welche Michel Angele an den Bogen der Sixtina 
gemalt hat. Diese schöne Folge besteht nicht aus 72, sondern aus 
73 Blättern. Das Exemplar, welches Frenzel im Catalog Sternberg I. 
N0. 2104 anzeigt, ist von 2  73 nummerirt. Der Titel desselben ent- 
hält Ghisi's eigene Handschrift von 1585. Diess ist das jüngste Datum 
auf Blättern des A. Ghisi Mantuano. 
1225. Der unbekannte Meister mit diesem Handzeichen hat die 
E Folge der Propheten von Baccio Baldini (B. XIII. N0. 1-24) 
retouchirt, und unten rechts mit arabischen Zahlen versehen. 
Die ursprüngliche Höhe der Platten ist 5 Z. 3 L. bei einer Breite von 
3 Z. 11 L. Im zweiten Drucke sind sie bereits abgenommen, und die 
Abdrücke mit dem gegebenen Zeichen sind jene der dritten Gattung.
        

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