Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1551423
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1223 
1224. 
Eiern, und gegenüber ist das Weib mit zwei Hühnern. Die Darstellung 
ist gegenseitig, nach Dürer's Stich von 1519. B. N0. 89. Mit dem 
zweiten der oben gegebenen Monogrammen. H. 4 Z. 3 L. Br. 2Z. 7 L. 
1223. Unbekannter Meister. Der Träger dieses Zeichens gehört 
36ml") zu den vielen älteren deutschen Künstlern, deren Namen 
' ' in Vergessenheit kamen. In dem uns zu Gebot stehenden 
Notizbuche eines älteren Kunstfreundes ist indessen der Name Augustin 
Schmuckher eingetragen, man kann aber darunter nicht den Augsburger 
Maler A. Schmucker verstehen, da. dieser 1539 starb, wie aus dem 
alten, von Thoman Burgkmair angelegten Handwerksbuche der genannten 
Stadt hervorgeht. Mit dem unten folgenden Monogrammisten AS von 
1568 kann er auch nicht Eine Person seyn, wie Heller meint, da die 
Blätter dagegen sprechen. Unser Meister gehört wahrscheinlich zur 
Klasse der Goldschmiede, da seine beiden Hauptblatter als Musterstücke 
für solche zu betrachten sind. Bartsch IX. p. 50 beschreibt folgende 
Blätter von ihm: 
1) Die Fortuna, mit einem Fusse auf der Kugel stehend, während 
sie den andern im Fluge erhebt. Auch ihre beiden Arme sind erhoben. 
Im landschaftlichen Grunde breitet sich ein von Bergen eingeschlossenes 
Thal aus. In der Mitte oben über dem Kopfe der Figur ist das Zeichen 
mit der Jahrzahl 1540, und im oberen Rande steht in Versalien: Er- 
rat. Per. Trifidvm. Fortvna. Volvbilis. Orbem. Omnipotenti. Tamen. Re- 
giwr. Illa. Manv. Rund, Durchmesser 2 Z. 2 L. 
2) Die Justitia in einem ornamentirten Streifen mit schwarzem 
Grunde. Die Gerechtigkeit erscheint als weibliche Figur in antiker 
Kleidung, und schreitet unten mit Dolch und Waage nach rechts. Das 
Monogramm, hier mit der Jahrzah11538, steht unten rechts auf einem 
Täfelchen. H. 4 Z. Br. 1 Z. 10 L.  
3) Ein ähnliches Blatt, mit Amor auf einer Art Candelaber. Er 
schiesst nach links hin seinen Pfeil ab. In halber Höhe des Blattes 
sitzt ein nacktes Kind am Rande des Bassin, und blickt nach zwei an- 
deren Kindern, welche rechts und links unten stehen. Auf dem Täfel- 
chen links unten steht das etwas grössere Zeichen mit der Jahrzahl 
1539. H. 5 Z. 11 L. Br. l Z. H L. 
1224. Adamo Ghisi, Kupferstecher von Mantua, ist nach seinen 
Ä m Lebensverhältnissen wenig bekannt. Er war vermuthlich 
' m der Sohn des Gio. Battista Ghisi, denn Vasari sagt im Leben 
m , des Hugo da Carpi, dass dieser Künstler zwei Söhne ge- 
habt habe. Er nennt übrigens nur die Diana Mantuana als Tochter, 
Adamo passt aber der Zeit nach vollkommen als Bruder derselben, so 
dass er an die Stelle des Giorgio Ghisi tritt, welcher gewöhnlich als 
älterer Bruder des Adam bezeichnet wird. 
Malpe und Malaspina lassen ihn 1530 geboren werden, ohne einen 
hinlänglichen Beweis für sich zu haben. Das älteste Datum auf seinen 
Blättern ist 1566". doch muss er schon viel früher gearbeitet haben, 
da man eine Copie der das Kind saugenden Madonna nach G. B. Man- 
tuano kennt, welche folgende Inschrift trägt: Adam Sculptor an. XI. 
Leider ist das von Bartsch" N0. 2 beschriebene Original ohne Datum, 
so dass auch daraus das Geburtsjahr nicht ermittelt werden kann. Von 
1577-1585 scheint A. Ghisi den Kunsthandel betrieben zu haben. 
Auf einem Blatte mit Christus am Kreuze von 1577 steht nämlich: 
Adam Mantuanus Smlptor ewcuzlit. Das Blatt mit der hl. Jungfrau und 
einigen Heiligen, welches Bartsch N0. 8 dem A. Ghisi zuschreibt, ist 
ebenfalls nur dessen Verlagsartikel, da es die Initialen M. G. F. trägt, 
welche man auf Matthäus Greuter deutet. Die Adresse: "Adam sculptor
        

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