Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1551303
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1180. 
des G. Lüderitz, welcher RiedePs neapolitanische Fischerfamilie in Ab- 
bildung gibt, zur Vertheilung an die Mitglieder. Dieses grosse Blatt 
ist sehr verbreitet, da auch die Kunstvereine in Halberstadt und Königs- 
berg Abdrücke nahmen. Dr. Lucanns in Halberstadt ist der Besitzer 
des schönen Bildes. Im Jahre 1851 liess der Kunstverein in München 
durch L. Schöninger das griechische Blumenmädchen galvanographiren. 
Das Gemälde ist im Besitze des Königs von Württemberg, und gehört 
nicht zu den vorzüglichsten Bildern des Meisters. Der Kopf des halb 
nackten, hinkauernden Mädchens ist nichts weniger als im Sinne grie- 
chischer Schönheit erfasst, und da dem Stiche auch die warme Carna- 
tion, und der Schimmer der aus Pfauenfedern gebildeten leichten Dra- 
perie fehlen muss, konnte derselbe nur um so weniger ansprechen. 
Der Kunstverein in Hannover übernahm ebenfalls einen Theil der Ab- 
drücke für seine Mitglieder, und somit ist diese sogenannte griechische 
Blumennymphe im weiten Kreise bekannt. Einen glänzenden Triumph 
feierte aber Riedel 1851 in Rom bei der Ausstellung des Kniestückes 
einer Albanerin, welches ebenfalls der König von Württemberg besitzt. 
Eine wunderschön colorirte Zeichnung gab der Künstler zum Album 
des Königs Ludwig von Bayern, und diese wurde von A. Schultheis in 
Tuschmanier meisterhaft gestochen. Das Blatt bildet einen Bestandtheil 
der Nachbildungen der Zeichnungen des Ludwig-Albums, und der 
Frankfurter Kunstverein wählte Abdrücke für das Jahr 1852. In dem 
Bilde dieser Albanerin hatte. Riedel eine Lichtwirkung erzielt, von 
welcher selbst erfahrne Kunstkenner betroffen werden. Es dauert lange, 
bevor man sich überzeugen kann, dass eine solche Farbenpracht auf 
dem bekannten Wege der Oelmalerei hervorgebracht sei. Der Künstler 
hat südlichen Sonnenglanz auf die Palette genommen, und eine Menge 
von Experimenten gemacht, um ein so heiteres und allgemein anspre- 
chendes Kunstwerk hervor zu zaubern. Der Beifall, welcher dem Künstler 
nicht allein vom Publikum, sondern selbst von angesehenen Künstlern 
gezollt wurde, war ein ungewöhnlicher, und man hatte dieses Kunst- 
werk mehr als einmal einem Salto mortalc verglichen. Emil Braun be- 
richtet darüber im deutschen Kunstblatt 1851 N0. 18. 
A. Riedel bediente sich auf Gemälden nur in früherer Zeit eines 
Monogramms, auf Zeichnungen und Skizzen kommt es aber auch noch 
später vor. So findet man das erste Zeichen auf der Zeichnung der 
Römerin aus Albano im Album des Königs Ludwig, und desswegen 
auch auf dem schönen Stiche von A. Schultheis. Das zweite Mono- 
gramm gibt Brulliot App. I. N0. 96. Er sah es auf früheren Gemälden, 
theils auch mit dem Namen verbunden. 
1180- Joseph Anton Rhomberg, Historienmaler, geb. zu Dornbirn 
in Vorarlberg 1786, war bis in sein zweiundzwanzigstes 
Jahr mit der Feldarbeit beschäftiget, und fand erst 1808 
an der Akademie in München an Peter von Langer einen 
Lehrer. Im Jahre 1814 wurde ihm mit einem Bilde, 
welches Noah's Dankopfer nach der Sündiiuth vorstellt, der grosse Preis 
zu Thcil, und es fehlte fortan nicht an Lobpreisern seiner Werke, da 
sich darin die Richtung der damals hoch geachteten Langeidschen Schule 
vollkommen aussprach. Rhomberg blieb auch derselben immer treu, so 
dass der Umschwung, welchen die Kunst in München nach dem Er- 
scheinen des P. von Cornelius genommen hatte, ihn nicht berührte. 
Seine Gemälde sind zahlreich. Er malte Bildnisse, historische und bib- 
lische Darstellungen,Genrebilder u. s. w. Auf mehreren ündet man 
das Zeichen des Künstlers. Auch lithographirte Blätter und ein Zeich- 
nungswerk sind von ihm bekannt.
        

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