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1124. Alfonso Patanazzi, Maler von Pesaro, war in der ersten
Hälfte des 16. Jahrhunderts thätig. Er arbeitete für
die Majolica-Fabrik in Pesaro, welche zu seiner Zeit
. in grossem Rufe stand. Man ündet die Initialen auf
bemalten Gefässen und Platten aus jener Anstalt.
Laiizi kennt nur einen Patanazzi von Urbiiio, welcher aber später
lebte, indem er in seinen Werken den F. Baroccio und G. Ridolti zum
Vorbilde nahm, und daher in der späteren Zeit des 16. Jahrhunderts
gelebt hat.
1125. Agostino Pantaleoni, Historienmaler, wurde 1740 zu San
Vito in Friaul geboren. Der letzte Sprössling der guten
A P alten Schule des Landes, lebte er in gänzlicher Zurück-
' ' gezogenheit, so dass sein Name nur in einem engen Kreise
bekannt wurde. In San Vito, zu Portovecchio u. s. w. findet man hi-
storische Bilder von ihm, welche sich durch schönes und harmonisches
Oolorit auszeichnen. Einige seiner Werke sind mit AP und der Jahr-
zahl bezeichnet. Pantaleoni starb 1817.
1126. A. Piatti nennt sich auf kleinen Blättern mit Abbildungen
A P von antiken Statuen und Gruppen, welche Gaetano Vascellini
Ä P'd l gestochen hat. Auf einigen Blättern stehen statt des Namens
e die Initialen AP. Dann findet man auch ein Bildniss des
Albrecht Dürer init der Bezeichnung: AP. del. G. Vascellini i-nc. 12.
Dieser AP. ist wohl ebenfalls unser A. Piatti, welcher ausserdem in
der Kunstgeschichte unbekannt ist. Um 1750-60 lebte ein Maler Pio
Piatti aus Venedig, vielleicht der Vater des Genannten. Vascelliiii starb
1805, und A. Piatti hat ihn wahrscheinlich nicht überlebt.
1127. Unbekannter Goldschmied oder Kupfer-stechen Der Träger
Ä I) dieser Initialen ist durch eine Anzahl von Blättern bekannt,
welche in der Weise des Paul Flynt Goldschmiedsverzierungen
Ä P und verschiedene Vasen enthalten. Briilliot, App. II. No. 20,
spricht von einer Folge von 20 Blättern mit Ornamenten in
Punktirmanier von ungleicher Grösse. Auf dem ersten Blatte erscheint
der Goldschmied in seiner Werkstatt, und es ist mit AP 1604 bezeich-
net. Die Platte hat eine achteckige Form, wie jene einer ähnlichen
Vorstellung von 1610, auf welcher aber das Monogramm AB N0. 169
steht. Die Arbeit deutet indessen auf dieselbe Hand, und daher darf
man den AP. mit dem A B. für Eine Person halten, da die alte Ortho-
graphie wechselt, wie in Beham und Peham. Im Catalog Reynard I.
p. 67 ist desswegen der Monogranimist AB. mit dem AP. vereiniget.
Da heisst es, dass sich von ihm mehrere numrnerirte Folgen von Ge-
fassen in verschiedener Grösse finden, welche aber zu den Seltenheiten
gehören. Die eine dieser Folgen enthält wenigstens 12 Blätter.
Den Namen dieses Goldschmiedes konnten wir nicht herausfinden. Er
lebte in Deutschland, wahrscheinlich zu Nürnberg.
1128. Unbekannter Zeichner oder Radirer. Die Initialen seines
A P Namens findet man auf einem radirten Blättchen, welches die
' Büste eines Kriegers vorstellt. Er tragt eine mit Federn ge-
zierte Pickelhaube. Oben links: AP. Dieses Blatt gehört wahr-
scheinlich einem Dilettanten des 18. Jahrhunderts an.
1129. Anton Pinoeus? Diese Initialen findet man auf einer Ara-
hesken-Verzierung in Holzschnitt, links und rechts neben zwei
A I, nackten aus Sehweifwerk hervorkommenden Figuren. Die Mitte
des Ornaments nimmt eine sitzende weibliche Figur mit dem Füllhorn ein.