Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1551071
11121 
1113. 
489 
1112. Pietro Aquila, Kupferstecher und? Maler. Brulliot 1. No. 674 
R sagt, dass einige das erste Zeichen dem Amadeus Prestel bei- 
rR legen. Heller, Monogn-Lex. S. 34, schreibt es einem italie- 
schen Kupferstecher um 1500 zu, was eben so wenig Grund hat, als 
dass der 1808 verstorbene Prestel dadurch seinen Namen angedeutet habe. 
Das Monogranim ist jenes des Malers und Kupferstechers Pietro 
Aquila. Man findet es auf einem Blatte, welches David vorstellt, wie 
er nach der Entwemlung des Bechers den im Zelte schlafenden Saul 
vor dem Angriffe des Abisai schützt. Links schläft die Wache des 
Königs. Das Zeichen ist an einer Stufe angebracht. H. 8 Z. 1 L. Br. 6 Z. 1 L. 
Das zweite Monogranim gehört ebenfalls dem P. Aqnila an, und 
es wurde mit Unrecht: Abbas Primaticcio, erklärt. Man findet dieses 
Monogramm auf einem Blatte, welches eine auf dem Steine neben dem 
Baume sitzende Frau zeigt. Sie stützt die rechte Hand auf den Stein, 
und deutet mit der anderen nach einem Apfel, so dass wahrscheinlich 
 Eva dargestellt ist. Im Grunde breitet sich Landschaft aus, und links 
unten sieht man das Zeichen. H. 5 Z. 4 L. Br. 3 Z. 11 L.  Im 
zweiten Drucke steht links unten: Pielro Aquila inventor et fecit. Daraus 
erklärt sich das Monogramm. 
P. Aquila soll nach der gewöhnlichen Angabe um 1677 zu Mar- 
zallo bei Palermo geboren worden seyn, allein eine-seiner schönsten Ra- 
dirungen trägt die Jahrzahl 1674. Dieses Blatt stellt den betenden 
St. Gregor nach A. Scaramuccia dar. Die Anzahl seiner radirten und 
gestochenen Blätter ist ziemlich bedeutend, und mehrere gehören zu 
den Hauptwerken dieser Art. Das vollständigste Verzeichniss findet man 
im Manuel de Vamateur cfßslampes, par Ch. 1c Blanc. Paris 1850 ffl 
Dem Verfasser sind indessen mehrere schöne Blätter entgangen. 
1113- Anton Paillet, Maler und Kupferstecher. Sein Zeichen tindet 
 man auf mehreren Blättern mit Bildnissen in der bei 
I? - P 171-71. J. Odieuvre erschienenen Europa illustre, Paris 1 7 55, gr. 8. 
Der Beisatz Pinwit deutet einen Maler an, welcher vermuthlich A. Paillet 
heisst, da auch APaillez del. vorkommt. Damit sind wir aber mit der 
Erklärung noch nicht im Reineir. Ein Historien- und Bildnissmaler, 
Namens Antoine Paillet, wurde 1628 in Paris geboren, und starb 1701, 
wie wir aus Guerims Description de Facademie royale  Paris 1715, 
ersehen. Dieser A. Paillet hatte eine grosse Anzahl von Bildnissen ge- 
zeichnet und gemalt, alle jene lllänner aber, deren Bildnisse in der 
Europe illustre nach einem Monogrammisten AP. gestochen sind, starben 
zu einer Zeit, in welcher Paillet noch nicht thätig war. Das Mono- 
gramm findet man xiämlich auf dem Bildnisse der Königin Maria Stuart, 
welches Thomas de Leu gestochen hat, ein Künstler, welcher um 1620 
starb. Auch das Bildniss des 1588 verstorbenen Ludwig von Granada 
hat dieses Zeichen. Folgende Bildnisse tragen ebenfalls das" Mono- 
gramm des Künstlers:  
Pierre Cotton (1- 1626). Gaillard sc. 
Marie de Medici (T 1642). Fessard so. 
Henry de Latour (T 1623). Gallard so.   
Aus diesen Daten ersieht man, dass der erwähnte Anton Paillet 
die Originalbildnisse nicht gemalt haben kann. Man müsste daher einen 
älteren Meister AP. annehmen, wozu das Bildniss der Königin Maria 
Stuart von Th. de Leu zu berechtigen schiene; allein wir haben es 
höchstwahrscheinlich mit einem jüngeren Anton Paillet zu thun, welcher 
alte Bildnisse zum Stiche copirt hatte. Dieser A. Paillet jun. ist wohl 
jener Maler, dessen Thätigkeit Gault de Saint-Germain von 1659-1734
        

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