Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1550865
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ANTS. 
1077. 
Kunst gehabt zu haben, denn auf der von ihm gestochenen Pieta nach 
Michel Angele steht: A. Salamanca quod potuit imilatus ewsculpsit, 
Es ist indessen nicht immer zu bestimmen, welches Blatt entschieden 
von seiner Hand kommt, da aus dem gewöhnlichen Beisatze "Emcudit" 
auch auf eine fremde Hand geschlossen werden kann. Im Künstler- 
Lexicon XIV. S. 204 haben wir eine Anzahl von Blättern verzeichnet, 
welche von vielen Seiten als Salamancaßs eigenhändige Produkte be- 
trachtet werden. Obige Zeichen sind nur als Verlags-Adressen zu 
betrachten. 
1077. Antonio Salamanca fand bereits unter dem Monogramme 
ANT S des vorhergehenden Artikels eine Stelle, wobei 
'  besonders auf seine Verlagsartikel Rücksicht ge- 
ANT. SAL. nommen 1st. Eis wurde bemegtllrt, dass das Adresse- 
Monogramm ö ters nur A rüeke zweiter und 
ANT' SAI" EXC" dritter Art andeute, und diess ist auch mit den 
Am. Sal. exc, gegeübenen Abbreviaturendder Fall, welche noch 
hau ger vorkommen als as MonogrzQm und der 
ANT' S' 8'  vollständige Name. i Die schlechtesten Abdrücke 
sind aber erst Jene von alten Platten, auf welchen die Adresse des Sa- 
lamanca ausgekloptt wurde. Diese Manipulation fand gewöhnlich bei 
der zweiten Retouche statt, welche nicht einmal einen Schatten der 
früheren Schönheit übrig _liess. _Abdrücke dieser Art sind der Schrecken 
der Sammler, da selbst die Umrisse der Bilder verunstaltet, und Schraf- 
ürungen angebracht sind, welche einen Marc Anton, Agostino Venezi- 
ano, Nicolo Beatrizet dtc. unkenntlich machen. Mehrere Blätter mit 
der Abbreviatur Ant. Sal. . ohne und mit Ewc. sind aber noch gut im 
Drucke theils sogar noch vollkommen rein da Salamanca auch Platten 
erhieltjwelche ohne Retouche noch sehr giite Abdrücke lieferten. Sa- 
lamanca hatte daher nicht jede Platte, welche er an sich brachte, vor 
dem zweiten Drucke retouchirt, sondern erst dann den Aufstich vor- 
genommen, wenn fast alle feinen Linien und die auslaufenden Punkte 
ausgedruckt waren. 
Antonio Salamanca war selbst Kupferstecher, seine Kunst wird aber 
nicht hoch angeschlagen. Er hielt sich aber seinerseits nicht für ge- 
ring, besonders als Stecher antiker Gegenstände. Darauf deutet wohl 
die Inschrift unter seinem von Nicole Beatrizet gestochenen Bildnisse: 
Antonius Salamanca Orbis ci Urbis Imitator. Einen Massstab seiner 
Fähigkeit könnte das mit ANT. S. S. bezeichnete Blatt geben. Es stellt 
die Büste einesi im höchsten Zorne schreienden Weibes oder einer 
Faunin vor un gehört wahrscheinlich an die Spitze einer Folge von 
30 Büsten lkriegerischer Frauen des Alterthums in Ovalen. xDieses 
Blatt ist ätber sehr geistreich behandelt, schöner als je eines in dieser 
Folge.  6 Z. 5 L. Br. 4Z. 10 L. Auf einigen dieser Blätter stehen 
die Initialen A. S., öfter aber ist die Abbreviatur AN T. S. oder AN T, 
S. S. beigefügt. Die Iirblilder besass damals der Cardinal de la Valle, 
wie aus folgender Au sc rift erhellet: In Homa in Cum del. Card. de 
la Valle. Eben so bezeichnet sind auch die Blätter einer Folge von 
14 Wappenschilden in der Maäicr des Giorgio Ghisi Mantuano, qu. 8, 
4. u. fol. Von den vielen an eren Blättern mit der Abbreviatur Am. 
Sal. Ext. dürfte nur der geringste Theil von Salamanca selbst gestochen 
seyn. Einen weiteren Anhaltspunkt, um Stiche seiner Hand zu er- 
kennen, haben wir im vorhergehenden Artikel gegeben. Die Buchstaben 
S. S. können nur Salamanca Sculpsit bedeuten, und wenn man daraus 
einen Schluss zieht, so müssen die Blätter mit den heroischen Frauen, 
und den Wappenschilden, von ihm selbst gestochen seyn.
        

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