Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1550848
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ANTON IUS. 
1072  1073. 
feinen Zeichnung, und in der Weichheit der Carnation mit den bräun- 
lichen Schatten die Einwirkung der Eycktschen Schule erkennen. Der 
Verfertiger solcher Gemälde kann allerdings schon einige Zeit vor 1440 
zu Brügge seine Studien gemacht haben, und Vasariis Tradition von 
einem Antonio Mamertini mag nicht ohne Grund seyn. Ein Theil der 
anderen Gemälde, welche dem Antonello zugeschrieben werden, auch 
solche mit der Namensinschrift und späteren Daten , entsprechen ent- 
schieden dem Charakter der venezianischen Schule der späteren Zeit 
des 15. Jahrhunderts, und es ist kaum denkbar, dass sich der eine 
und derselbe Antonello da Messina zuletzt des Einflusses der van Eyck- 
schen Schule vollständig wieder entäussert habe. 
Das Gesagte wollen wir indessen durchaus nicht als massgebend 
der bisherigen Autorität gegenüber stellen, es drängt sich nur bei der 
Critik der Erzählung des Vasari auf, und die anderen Gründe möge 
man einer weiteren Prüfung unterwerfen. Hier sei nur noch bemerkt, 
dass auch im ersten Decennium des 16. Jahrhunderts ein Antonello da 
Messin gelebt habe. Man ündet einige Madonnenbilder von seiner 
Haniäelche einen glücklichen Nachahmer RafaePs verkünden. Er 
ist vielleicht mit Antonello Rosaliba Eine Person, und der Verfertiger 
jenes Gemäldes der Madonna mit dem Kinde in Santa Maria di Giesu 
zu Catanea, welches folgende Inschrift trägt: ANTONELLVS MISSENIVS D" 
snmnn noo ünolr orvs 1497. In Catanea hält man das Bild für ein 
Werk des bekannten Antonello da Messina, welcher aber 1497 wohl 
nicht mehr gelebt hat. An Salve di Antonio da Messina ist kaum zu 
denken. Man hält ihn für einen Enkel des Antonello. Er gehört zu 
den vorzüglichsten NachalnnernRafaelis. In der Cathedrale zu Messina 
ist ein Gemälde von 1511, welches den Tod der Maria vorstellt, und 
entschieden RafaePs Einfluss kund gibt. Auf ein gewisses Absurdum 
des Cav. Massimo, welcher bdiauptet, Antonello da Messina habe den 
Jan van Eyck in Brügge die Oelmalerei gelehrt, wollen wir hier nicht 
eingehen. Wir verweisen in dieser Hinsicht auf die Inschrift: NICO- 
LAVS. TOMASI DE. FLORE. 
1072. Anton Pichler, Edelsteinsehneider von Brixen, hatte als 
ANTONIO Künstler Ruf. Er lebte mehrere Jahre in Neapel, und 
 starb zu Rom 1779 im 82. Jahre. Auf einigen Werken 
desselben steht der Name Antonio. Vierzig seiner Cameen und Initag- 
lios sind durch Gypsabgüsse bekannt. 
1072" ANTONIVS CREMONENSIS, s. ANTO. CREMONENSIS. 
1073. Antonio Allegri da Gorreggio Ävird manchlilnal Lieti ge- 
nannt, un er selbst at ein Gemälde 
  mit dem Namen Antonius Loetus be- 
zeichnet, indem er das Wort Allegro in's Lateinische übersetzte. Sein 
Sohn Pomponio schreibt sich sogar in öffentlichen Akten P. Lieti. 
Antonio hielt aber den Familiennamen ausserdem immer fest. S0 lesen 
,wir auf dem berühmten Gemälde des hl. Franziscus in der Galerie zu 
Dresden: ANTONIUS DE ALLEGRIS P. Aus dem Contrakte, welchen 
1514 der FYZEIIZiSCELDGT Conyent in Correggio mit dem Künstler absehloss, 
geht auch hervor, dass sein Vater diesen Namen geführt habe, indem 
der Künstler Antonius filius Peregrini dzi illegris genannt wird. Liest; ist 
daher nur eine zufällige Benennung we c e Pomponio sonderbarer eise 
beibehielt.  Ueber Antonio da. Correggio s. besonders P. PungileonPs 
Memorie di A. Allegr-i. Parma 1817. Vgl. auch 0. Mündler Essai d'une 
unalyse crilique da la notice des tablewux italiens du Musäe, national du 
Louvre 1850, p. 64.
        

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