Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1550821
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ANTONELLVS. 
1071. 
1071. Antonello dit Messina fand im Künstler-Lexicon IX. S. 163 ff. 
einen ausführlichen Ar- 
1' 4' 4' 5'  tikel, in welchem zusam- 
antoncllus m0 ffaneus mc zfpinart. mengefasst ist, was man 
Anloncllus mcssa-zze-us me pinxit. Wgkgäiäsliggäxäeliängeädslä 
ANTONELLVS. MESSANEVS. P. Hier handelt es saieh zu- 
. - "s nächst nur um ie Be- 
ANTONELLVS" MEbSANEblS P' Zeichnung derWerke des- 
ANTÜNELLVS MISSENIVS USALIBA. selben, und wir geben In- 
  schriften, wie sie 1 solche 
ANTONIVS MESSANESIS auf ächten Gemälden in 
den öffentlichen Galerien zu Antwerpen, Berlin und Wien finden. Ueber- 
diess sind aber auch noch Notizen beigefügt, welche sich in dem er- 
wähnten Künstler-Lexicon nicht finden, und zur Ergänzung nothwendig 
scheinen. Besonders merkwürdig ist das Gemälde im Museum zu Aut- 
werpen, welches der Professor M. van Rotterdam aus der Verlassen- 
schaft der Wittwe Maelcamp van Balsberghe erwarb, und 1826 M. van 
Ertborn an sich gebracht hatte. Dieses Gemälde stellt Christus am 
Kreuze zwischen den Mördern vor, und weicht im Style, sowie in der 
Färbung, und in der ganzen AuHassung des von den alten Meistern 
häufig behandelten Dramas so sehr ab, dass man für einen Schüler oder 
Nachahmer des J. van Eyck wenig Anhaltspunkte findet. Die erste In- 
schrift steht in drei Zeilen auf einem unten eingerollten Papierstreifen, 
und über den Taufnamen ist die Jahrzahl gesetzt, welche in den mo- 
dernen arabischen Ziffcrn eher 111-75 als 111-45 gelesen werden muss. 
In G. Wappers Catalogue du Musee d'Anvers (1854) ist die Inschrift 
in Facsimile gegeben, und bei der Beschreibung des erwähnten Bildes 
liest der Verfasser des Cataloges nach dem Vorgange anderer 1445, 
aber mit der Bemerkung, dass die dritte Zahl eine Beschädigung er- 
litten habe. Uebrigens kann in der gegebenen Weise nur die arabische 
Ziffer 7 angenommen werden, da selbst bei einer allenfallsigen Be- 
schädigung des Zahlzeichens der obere Hacken sich zu der vorher- 
gehenden modernen Form der 4 nicht fügen würde, wenn das Fac- 
simile der Zahlen genau ist. Vor dem p des Wortes pinxt steht der 
Buchstabe o, welcher oben mit dem p durch ein kleines oval ge- 
formtes 0 zusammenhängt. Man liest: Oleo pinw-it, was für die Zeit 
von 1445 allerdings eine Bedeutung hat, aber weniger mehr für jene 
von 1475. Im k. Museum zu Berlin ist das Bildniss eines jungen 
Mannes mit der zweiten Inschrift, und der Jahrzahl 1445 auf einem 
Zettelchen, wie Dr. Waagen im Cataloge der Gallerie des k. Mu- 
seums, und Dr. F. Kugler in der Beschreibung derselben angeben. 
Wir wissen nicht, 0b die Jahrzahl in derselben Form der Ziffer, wie 
jene auf dem Gemälde in Antwerpen gebildet ist, der Beisatz o oder 
oleo fehlt aber. 
Man nimmt gewöhnlich als ausgemacht an, dass Antonello d'Am- 
tonio da Messina Schüler des Jan van Eyck gewesen, und von diesem 
in das Geheimniss der Oehnalerei eingeweiht worden sei. Der Ge- 
währsmann ist aber nur Vasari, welchem zufolge Antonello längere 
Zeit in Brügge sich des Umgangs des Jan van Eyck erfreut haben 
müsste. Allein Vasari hatte keine sichere Quelle, oder vermuthete 
überhaupt nur, dass Antonello in der Schule des van Eyck sich auf- 
gehalten habe. Er widerspricht sich in mehreren Dingen, und wusste 
die Zeit nicht genau anzugeben, in welcher der Künstler nach Flan- 
dern gegangen seyn soll. Auch das Todesjahr des Johann van Eyck 
war ihm nicht bekannt, und somit erzählt er nur auf gut Glück, dass
        

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