Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1550725
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ANIC. 
1041. 
ebenfalls die Abbreviatur, wie im Originale. St. Rochus steht rechts 
in der Halle. 
4) Christus bei der Samariterin am Brunnen. Anibal Cm"? inuent e: 
srulp. Petrus Stefancmius formis. Cum Privilegio  1610. H. 10 Z. 7 L. 
Br. 15 Z. 3 L. 
Conte Malvasia, Felsina pittrice dtc. p. 102 behauptet, dass Fran- 
cesco Briccio dieses Blatt nach einem Gemälde von Agostino Carracci 
in der Gallerie Lampieri gestochen habe. Für diese Gallerie malten 
die drei Carracci Bilder, Ludovico die Oananäerin, Agostino die Ehe- 
brecherin, und Annibale die Samariterin. Die Composition ist also 
sicher von Annibale Garracci, und wenn F. Briccio das Blatt gestochen 
hat, so erschöpfte er seine ganze Kunst. Bartsch XVIII. p. 304 N0. 52 
legt es aber entschieden dem Guido Reni bei, welcher die Platte 1595 
vollendet haben müsste, als Jüngling von 20 Jahren. Allein es ist be- 
kannt, dass damals Guido's aufstrebendes Talent der Malerei die Eifer- 
sucht des Annibaleerregt hatte, wesswegen der junge Künstler nach 
Rom sich begab. Man möchte daher schwer glauben, dass G. Reni die 
Platte mit der Samariterin gestochen habe, indem die Arbeit für einen 
Malerlehrling von zwanzig Jahren zu gross und zu vorzüglich ist. Die 
ersten, seltenen und schönen Abdrücke haben die Jahrzahl 1595. Im 
Jahre 1610 veranstaltete Pietro Stefanoni den zweiten Druck, zu einer 
Zeit, als Guido Reni in voller Blüthe stand. Annibale Carracci starb 
1609, und der Verleger hatte daher nicht Ursache gehabt, den G. Reni 
zu umgehen, und den _A. Carracci als Erfinder und Stecher zu be- 
zeichnen, wenn er es nicht gewesen wäre. Aber auch Briccio hätte sein 
Recht auf den Stich der Platte geltend machen können, da er erst 1623 
mit Tod abging. Stefanoni dilfftß die Platte aus der Vcrlassenschaft _des 
Annibale Carracci erworben haben, da sie G. Reni nicht besass. Aus 
diesen Umständen scheint hervorzugeheu, dass Annibale selbst, wenn nicht 
Briccio, der Stecher derselben sei. Für letzteren spricht aber die Arbeit 
weniger, da er in keinem anderen Blatte so Vorzügliches geleistet hatte. 
 Auch mit der oben erwähnten Darstellung des hl. Rochus ist es 
nicht ausgemacht, dass G. Rcni der Stecher wirklich sei. Die Arbeit ist 
von derselben Hand, welche das Blatt mit der Samariterin gestochen hat. 
1041. Annibale Oarracci wird von Bartsch als der Urheber zweier 
Am'_ Cm 11m  I Blätter genannt, auf welche wir hier näher eingehen, 
 ,   da sie einerseits mit der Ahbreviatur des Namens ver- 
 sehen sind, andererseits trotz einer achtbaren Auto- 
rität doch aus der Liste der eigenhändigen Radir- und Sticharbeiten 
desbhleäisteä_ gesäriclien Xerdejuldürften. Die Composition gehört aber 
in eic er insic t (Glll nni ae an. 
1) [B. N0. 23.] Die hl.Jungfra.u mit dem Kinde auf dem Schoosse, 
wie sie ihni die Brust reicht. Die Hauptfigur ist nach links gerichtet, 
und iin hniestuck gegeben, auf leicht übcrarbcitetein Grunde. Links 
unten steht: Ani. Ca. in. H. 5 Z. Br. 3 Z. 10 L. Dieses Blatt scheint 
nicht von Ai1uiliale_ratli_rt zu seyn, da es selbst unter den Blättern des 
F. Bricci steht: _Vielle1cht handelt es sich um eine gegenseitige Copie 
des Guido Reni, in welcher die Madonna nach rechts gerichtet ist, auf 
weissein Grunde. Auf diesem von Bartsch N0. 51 beschriebenen Blatte 
steht rechts unten: Ani. Cur. irf, und lnlI Reäided liest man: LACTASTI 
SACRO VBERE. H. 5 Z. 3 i. mit 6 I.  an , Br. 4 Z. 10 L. 
2) [B. N0.15.] Der hl. Franciscus von Assisi in Meditation. Er 
sitzt mit dem Cruciüxe in beiden Haiiden auf einem Baumstamnie, und 
betrachtet den auf seinen Knieen ruhenden Todtenkopf. Links nach 
unten steht: Ani. Ca. in. fe. 1585. H. 5 Z. 3 L. Br. 3 Z._9 L. Dieses
        

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