Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1550659
ANDR. 
1027. 
447 
Das zweite, dem Verfasser des Peintre graveur unbekannte Blatt gibt 
nach der Aufschrift ebenfalls die Hölle im Campo santo, die Compo- 
sition weicht aber so sehr von dem Gemälde ab, dass nur eine bei 
demselben unberücksichtigte Zeichnung zu Grunde zu liegen scheint. 
Indessen ist bekannt, dass schon 1379 das Bild der Hölle restaurirt 
wurde, man weiss aber nicht, dass damals bedeutende Abänderungen 
stattfanden. Die Aufschrift des alten Blattes spricht für die Hölle im 
Campo santo. Oben links an der Ecke steht: QVESTO-ELINFERNO-DEL- 
cnüo SANTO m PISA. H. 8 Z. 1 L. Br. 10 Z. 4 L. Die Entstehung 
diesses Stiches fällt sicher noch in's I5. Jahrhundert, und somit kann 
auch von allenfallsigen Abänderungen bei der späteren Restauration 
durch Sollazzino in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts keine Rede 
seyu. Die beiden alten Blätter sind wahrscheinlich nach Zeichnungen 
des Andrea und Bernardo di Cione gestochen. 
Vasari lässt den Andrea Orcagna 1389 im 60. Jahre sterben, jetzt 
ist es aber erwiesen, dass der Künstler 1876 nicht mehr am Leben 
war. Sein Lebensalter ist unbekannt, und es ist daher unrichtig, wenn 
noch fernerhin nach Vasari 1329 als das Geburtsjahr des Meisters be- 
zeichnet wird. Vgl. die neue Iiorentiner Ausgabe der Vite des Vasari 
II. p. 131 Note 3. Andrea hatte vier Söhne. Bernardo, genannt Nardo, 
Andrea und Jacopo waren Maler, und Ristoro Bildhauer und Architekt. 
Bernardo jun. hatte ebenfalls einen Sohn, Namens Mariotto, welcher 
Maler war. Vasari konnte aber keines seiner Werke namhaft machen. 
Bartolomeo, der Sohn des Mariotto, war Goldschmied, und von diesem 
könnten auch die alten Stiche der Hölle herrühren, da in der zweiten 
Hälfte des 15. Jahrhunderts Goldschmiede sich mit dem Stiche befass- 
ten. Jacopo gab seinem Sohne den Namen Cione, und somit blühte 
die Familie von dem alten Cione an bis zu dem Cione di Jacopo we- 
nigstens 200 Jahre. 
1927. Andrea Mantegna, der grosse Meister der Paduanischen 
ANDREAS 1y[ANTENEA_ Schule, bezeichnete einige Gemälde mit 
EOY M demNamen, schrieb aber nie Mantegna, 
A-ZVAP      - wie er in allen Werken über Kunst ge- 
nannt wird. Seine Zeitgenossen nannten ihn auch Mantinea, wie aus 
einem Briefe des Don Girolamo Ercmita an den Marquis Francesco de 
Gonzaga bei Dr. Gaye, Carteggio inedito dtc. I. p. 328 erhellet. Dieser 
interessante Brief bezieht sich auf das berühmte Bild der Santa Maria 
della Vittoria, welche 1797 aus der Kirche der Philippiner von den 
Franzosen entführt wurde, und gegenwärtig im Museum des Louvre 
eine Stelle behauptet. Am Sockel des Hauses, welches Mantegna in 
Mantua besass, wird der Künstler Mantinia genannt. Man liest an 
diesem Sockel noch heut zu Tage: Super Funde A Do. L. Prin. Op. 
Dono Dato An. MCCCCLXXVI. And. Mantinia Haec Fecit Fundamente 
X V. KL. Novembris. In dem Contrakte über den Verkauf eines anderen 
Hauses von 1492, welcher im geheimen Archive zu Mantua aufbewahrt 
wird, ist aber die jetzt gebräuchliche Form des Namens festgehalten. 
Der Künstler heisst darin Andreas Manlegna q. honorandi ser Blaxii. 
Letzterer ist der Vater des A.Mantegna, und führte selbst den Namen 
Mantinea. Im zweiten Testamente unsers Meisters liest man näm- 
lich: Spectabilislvir dominus Andreas [ilius q. domini Blasii Maritime. 
civis et habitator Mantue etc. Im ersten Testamente, welches Pungileoni 
in den Memorie di Ant.Allegri I. p. 13, III. p. 6, anzieht, hat Biagio 
Mantinea das Predikat egregio, und daher ist es sehr zweifelhaft, ob 
Andrea Mantegna als Knabe die Schafe gehütet habe, wie Vasari 
von ihm und von Giotto behauptet. Das Prädikat: Ser, domiuus,
        

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