Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1546320
Initialen. 
als Krüppel führt ihm ein junges Weib zu, und rechts sieht man eine 
vermummte Frau mit verschiedenen Teufelsgestalten. Oben links in der 
Luft wird der Heilige von Teufeln geplagt, denen er aber zu entfliehen 
sucht. Im Mittel- und im Hintergrunde sind andere Scenen aus dem Leben 
des hl. Antonius mit Sluuckgestalten dargestellt. Weiter hin ist eine Burg- 
ruine mit einem vormaueiten Fenster, in welchem eine Jahrzahl steht, 
anscheinlich 1522. H. 9 Z. 872 L. Br. 14 Z. 2 L. 
Dieses geistreich behandelte Blatt wird von Einigen dem Hierony- 
mus Bosch selbst zugeschrieben, wahrscheinlich auf das Ansehen des 
Carl van Mander hin, welcher einen Holzschnitt mit der Versuchung 
des hl. Anton von 1522 ausdrücklich als "Houtsneeprent" des Jerony- 
mus nennt. Die Auffassung stimmt auch vollkommen für ihn, und auch 
der Schnitt ist so eigenthümlich, dass man ihn keinem der gleichzeitigen 
Meister zuschreiben kann. Die Jahrzahl 1522 kann indessen die Hypo- 
these von der Eigenhäindigkeit des Blattes zerstören, wenn man nicht 
annimmt, dass die Platte erst nach dem Tode des Meisters abgedruckt 
wurde. Es steht aber auch noch in Frage, 0b 1522 als erstes Datum 
des Blattes zu nehmen ist, oder 0b es sich überhaupt um eine Jahr-zahl 
handelt, da. die Ziffern nicht deutlich sind. Weigel (Kunstkatalog 
Nr. 20479) werthet ein Exemplar auf 30 Thlr. 
2) St. Johannes auf Pathmos. Er sitzt links im Vorgrunde bei einer 
Baumgruppe, und blickt zur Madonna empor, welche ihm oben rechts 
in Wolken erscheint. Neben dem Evangelisten ist der Teufel im Begriffe, 
das Schreibzeug zu rauben. H. 9 Z. 10 L. B. 13 Z. 11 L. 
3) St. Anton in der Wüste, wie er zu den um ihn versammelten 
Thieren spricht. Unten links ist ein ilndeutliches Monogramm, welches 
einem gothischen A mit einem Schnörkel ähneln soll. Der Schnitt er- 
innert in Etwas an die Blätter des Jost Amman, er rührt aber von 
einem älteren Meister her, wenn nicht von H. Bos selbst. 
Kupferstiche. 
4) St. Christoph trägt das Jesuskind durch das Wasser, während ihn 
allerlei Teufels- und Truggestalten umgeben. Auf einer Bandrolle steht; 
Cristofore SV virtutes. sub tibi tate. qui te. de mane videt. nocturna tempore 
ridet bosche. Oben über dem Bande in der Mitte des Blattes steht das erste 
Zeichen, und das zweite A auf dem Schwerte eines Dämon. H. 7 Z. 4 L. (B) 
Br. 12 Z. 4 L.  
Dieses höchst Seltene Blatt ist sicher von Jeronymus Agnen, da es 
ausser dem Mouogramme auch noch dessen Zunamen trägt. YVir ent- 
nahmen die Beschreibung und die Copie des Zeichens dem von Frenzel 
verfertigten Catalog der Sternberyschen Sammlung III. Nr. 19, und 
wollen glauben, dass die Form so ziemlich festgehalten sei. Hinsichtlich 
der technischen Behandlung bemerkt Frenzel, dass das Blatt in einigen 
Dingen, z. B. in den Fleischpartien, an Israel van Meckenen erinnere, 
doch sei alles mit breitem, treierem Grabstichel überarbeitet. Bei der 
Auktion erreichte dieser Stich einen Preis von 99 Thlr. 
5) Christus zwischen Maria und Johannes. Er steht vor einem 
Baldachine, dessen Vorhänge rechts ein Engel mit dem Schwerte, links 
ein solcher mit der Lilie zurückhalten. Der Heiland trägt einen Mantel, 
welcher den linken Arm frei lasst, womit er auf die Seitenwunde deutet. 
Das mit Dornen gekrönte Haupt umgibt in Kreuzform ein strahlender 
Nimbus. Zu seinen Füssen liegt die Weltkugel. Maria steht links mit 
gefalteten Händen, und rechts nähert sich Johannes. 
Dieses höchst merkwürdige und seltene Blatt ist ziemlich in der 
Weise des obigen behandelt, hat aber kein Zeichen. Duchesne legt es 
in der Voyage d'un Iconophile dem J. Bes zu. Oben abgerundet fol, 
H. 390 rn. Br. 264 m.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.