Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1550551
1007. 
437 
aber älter zu seyn, und kann somit aus einer Zeit stammen, in welcher 
der alte Abondio noch gelebt hat. Der jüngere Antonio Abondio kann 
das Bildniss des Baron von Madruzzo weder modellirt, noch geschnitten 
haben, da seine Gepräge erst von 1567 an datiren. 
1007. Antonio Abondio, Medailleur, einer der vorzüglichsten, wenn 
AN  AB äicät (äitf igäöästle hKürästler seintes Faghesd in der tzweäten 
 ä. e es  a r un erts wur e ers 111 er neues en elt 
AN  AB nach seinem Namen bekanht. Die Gepräge mit AN. AB. 
fanden aber von jeher die höchste Beachtung, und man bedauerte nicht 
selten, dass die Kunstgeschichte sein Andenken so wenig bewahrt habe. 
Bolzenthal ist der erste, welcher in seinen Skizzen zur Kunstgeschichte 
der modernen Medaillen-Arbeit. Berlin 1811-0, auf die Werke dieses 
Meisters näher eingeht, ohne aber Specialitäten aus seinem Leben zu 
wissen. Von grossem Interesse ist auch die Abhandlung des k.k.Rathes 
J. Bergmann in Wien: Ueber den ausgezeichneten Medailleur AN. AB. u. s. W. 
in den Wiener Jahrbüchern der Literatur 1845, Bd. CXII. Anzeigeblatt 
S. 1-25, und Nachtrag Bd. CXlV. Anzeigeblatt S.43- 45. Bergmann 
zahlt darin die meisterhaften Werke dieses Künstlers auf, hatte aber 
schon früher in den Medaillen berühmter illänner der österreichischen Mo- 
narchie. hWien 1844 II. S. 81, Gelegenheit, über Denkmünzen Abondio's 
zu sprec en. 
Antonio Abondio stammt aus einer adclichen Familie, welche in 
Ascona am Lago Maggiore begütert war. Sein gleichnamiger Grossvater 
war Bildhauer, und_ führte 1n_Ma1land einige riesenhaite Statuen aus, 
während er auch liebliche Bilder 111 Wachs modelhrte. Alessandro 
Abondio, der Vater unsers Medailleurs, kam später als Hofmaler nach 
München, wo er im Auftrage des Herzogs Wilhelm V. lebensgrosse 
Bildnisse malte, und auch kleine Portraite in Wachs bossirte. Er war 
der Meister des Antonio, welcher ebenfalls Bildnisse malte, und nach 
den noch vorhandenen Zeichnungen zu urtheilen, zum Historienmaler 
bestimmt gewesen zu seyn scheint. Antonio hatte aber viel grösseres 
Talent zur Wachsbildnerei, welche ihm namentlich im Portraite aus- 
gezeichnet gelang. Bildnisse dieser Art arbeitete er auch bald in Schau- 
münzen, und sogenannten Gnadenpfennigen aus. Zu seinen früheren 
Werken des Metallschnitts dürfte ein Medaillon mit der Toilette der Venus 
gehören, auf welchen wir unter dem gothischenMonogi-amme AN. AB. 
N0 100a aufmerksam gemacht haben. Alessandro Abondio der Vater, 
war noch um 1582 in München thätlg, und hatte ausser Antonio auch 
einen Sohn, Namens Trajano, welcher ebenfalls Wachsbossirer und Bild- 
hauer war. Beide Brüder kamen in kaiserliche Dienste. Antonio Abon- 
dio, unser Meister, wird nach J. Schlager (Archiv für Kunde österreichi- 
scher Geschichlsquellen III. S 701) 1566 zuerst als Conterfecter und Maler 
des Kaisers Maximilians lI. genannt. Durch die gütige Mittheilung des 
Herrn Rathes J. Bergmann wissen wir auch, dass ihm Maximilian II. 
den 28. Februar 1574 den Adel bestatiget, und das Wappen aufge- 
bessert hatte. Sein Motto war: Aumilium meum a Domino. Er hatte 
laut Urkunde d. d. 9. Februar 1577 am „ New Markt" zu Wien ein 
Haus, scheint aber in üblen Vermögensunlstaudexi, oder ein schlechter 
Wirthschafter gewesen zu seyn, indem ein Recipisse vom 16. Jänner 1580 
an Anton Abondio Gontrefactor vorliegt, dass Seine Majestät Rudolph II. 
ihn bei seinen Gläubigern um 1000 Gulden enthoben habe, und dass er 
auch ehestens allher zu Hof sich vermögen möge. Ferner wird durch De- 
kret vom 19.April dem Hofzahlmeister angezeigt, dass Ihre Majestät dem 
Antonio Abondio seine Absenten, so 757  bringen thun, passiren zu 
lassen gnädigst bewilliget habe. Unter denfhbsenten sind wahrscheinlich 
Monogrammisten. 33
        

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