Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1546315
Initialen. 
ist im Museum zu Berlin. Die Allegorie auf den Triumph des Todes 
im spanischen Museum überbietet aber diese Bilder in noch höherem 
Grade. Der Tod reitet durch die Masse der Menschen jeden Standes, 
Alters und Geschlechtes und wirft Alles vor sich nieder, während auf dem 
von sieben halb in Thiere verwandelten Menschen gezogenen Heuwagen die 
Eitelkeit, der Ruhm und ein Teufel mit der Posaune sitzen. Unerreicht 
bleibt auch eine andere Allegorie des real Museo. Ein Engel zeigt 
einem Jünglinge die schaudervollen Qualen, welche das Laster in ver- 
schiedener Gestalt jenseits zu erwarten hat. Dieses Gemälde ist so voll 
der wunderlichsten Einfälle und von Teufelsspuck, dass die Erinnerung 
daran wie ein böser Traum nachzuwirken vermag. Erquicklicher ist eine 
Darstellung des Paradieses im Museum zu Madrid, in welchem der ewige 
Vater die ersten Menschen über die Erde und alle Thiere setzt, doch mit 
der Andeutung, dass der Ungehorsam dem Teufel Macht verleiht. Ohne 
Spuckgestalten sind drei ovale Bilder im Museum zu Valencia, welche die 
Gefangennehmung, Dornenkrönung und Geisslung Christi vorstellen. Die 
Gemälde dieser Art sind jedenfalls sehr selten, und es dürften sich ausser 
den genannten nur noch wenige andere finden. Ueber die spanischen 
Bilder handelt Passavant im deutschen Kunstblatt IV, S. 221 und 223. 
Man findet auch eine bedeutende Anzahl von Kupferstichen und 
Holzschnitten, welche Compositionen des abenteuerlichen Meisters von 
Herzogenbusch enthalten. Am seltensten, ja jetzt fast unauffindbar sind 
jene alten Stiche mit dem Monogramm Nr. 24, welche seit Bartsch dem 
Goldschmied Alaert du Hameel zugeschrieben werden. Andere Zeich- 
nungen wurden erst nach mehreren Decennien gestochen, und theils dem 
J. Agnen mit Unrecht zugeschrieben, wenn sie nicht vielmehr mit Ver- 
änderungen und Zusätzen in die Welt ausgingen. Um 1560-1580 
fanden in den Niederlanden die Bilder des Hieronymus Bosche wieder 
zahlreiche Verehrer, und da die Gemälde fast alle verschwunden waren, 
so suchte man nach den alten Zeichnungen, und entwarf neue im Sinne 
des alten Spuckmeisters von Herzogenbusch. Das Wohlgefallen an den 
Compositionen ä la Bosche verbreitete sich sogar nach Italien, indem 
Lomazzo (Trattato VI, 315) derlei phantastische Ergiessungen für einzig 
und wirklich göttlich erklärt. Peter Breughel war ebenfalls verwandten 
Geistes, in gewisser Hinsicht der zweite divino Bosco, und sein Sohn, 
der sogenannte Höllenbreughel, ist der dritte im Bunde. Doch sind die 
Phantastereicn eines Breughel und David Teniers gegen die Teufels- 
revier eines J. Agnen nur Kinderspiel. Die Kupferstiche nach Zeich- 
nungen dieses Meisters sind ziemlich zahlreich, die meisten aber ge- 
hören zu den Seltenheiten. Mehrere erschienen im Verlage des Hier- 
onymus Cock, theils mit dessen Namen, theils mit der Adresse: Aux 
quatre vents. Auch Peter Firens und C. Galle hatten Stiche dieser Art 
im Verlage. Ausser P. Miricenys nennt sich nur selten ein Stecher. 
Wir unterlassen es, ein Vcrzeichniss von solchen Kupferstichen zu ge- 
ben, und begnügen uns mit den folgenden Blättern, welche in die Zeit 
des Meisters hinaufreichen, und theils von ihm selbst herrühren. Die 
früheren Schriftsteller nahmen keinen Anstand, den Hieronymus Bos 
auch unter die Formschneider und Kupferstecher zu zählen; Zani wider- 
spricht aber dieser Ansicht unbedingt, und andere folgten ihm nach. 
Wir müssen aber wenigstens auf jene Blätter eingehen, welche mit 
grosser Wahrscheinlichkeit dem J eronymus Agnen zugeschrieben werden 
könnten. Dann handelt es sich auch um das Monogramm auf denselben. 
Holzs chnittc. 
1) Die Versuchung des hl. Anton. Er kniet. im Vorgrunde einer reichen 
Landschaft mit Ruinen vor dem Cruciüxe gegen links gewendet. Der Satan 
Monogrammlsten. 5
        

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