Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1550491
AMZ. 
990. 
431 
reste von Fresken berühmter Meister an Palästen in Venedig. Er hatte 
dieselben gezeichnet, und theils auch gestochen, für folgendes Werk: 
Varie pitture a Frcsco de' principali maestri Veneziani etc. 24 Blätter mit 
Text. Venezia 1760, fol. Im Künstler-Lexicon XXII. 8214-218 haben 
wir über die beiden Ant. Maria Zanetti ausführlich gehandelt, und daher 
bemerken wir hier nur noch, dass die im Artikel des älteren Zanetti 
erwähnten Blätter mit Figuren und Thieren nach Zeichnungen von 
B. Castiglione wahrscheinlich von Zanetti Giovane radirt sind." Das 
schöne und seltene Blatt mit obigem Zeichen stellt verschiedene Köpfe 
vor. Rechts sind deren fünf, und links zwei, in Gruppen gegen ein- 
ander blickend. Unten innerhalb des Randes steht das Monogramm mit 
dem Beisatze: Jnv. UEL ET scvLps LONDINI. H. 4 Z. 4 L. Br. 6 Z. 
Dieses seltene Blatt ist in einer ganz anderen Weise behandelt, als die 
Büsten des älteren Zanetti. Es ist geistreich radirt, ohne Anwendung 
von Punkten, deren sich Zanetti di Girolamo bediente. Von dem jün- 
geren Zanetti ist auch das grosse, schöne und seltene Blatt, welches 
den hl. Petrus im päpstlichen Ornate auf Wolken darstellt, wie er das 
Kreuz betrachtet, welches Engel tragen.' Unten steht: Jacobus Timo- 
rcuus inv. Antonius Maria Zanetli del. ct sculp, gr. fol. 
A. M. Zanetti Giovane war Custos der St. Marcus-Bibliothek in 
Venedig, und starb 1778. 
990. Antonio Maria Gonte Zanetti, Radirer und Formschneider, 
 wurde 1680 zu Venedig geboren, wo seine 
(m)   Familie zur reichen Kaufmannschaft ge- 
1 1 1 1 hörte, und vom Kaiser Leopold in den 
Grafenstand erhoben wurde. Mit Glücksgütern gesegnet, wendete er seine 
ganze Liebe der Kunst zu, und machte in dieser, obwohl nur Dilettant, 
wirklich Epoche. Schon als Knabe von vierzehn Jahren zeigte er durch 
seine Radirungen entschiedenes Talent, das Hauptverdienst des Grafen 
besteht aber darin, dass er in Italien die Kunst des Formschnittes in 
Helldunkel wieder in's Leben rief. Dieses Verfahren kam nach dem 
Tode des Andrea Andreani in Verfall, und blieb zuletzt ganz unberück- 
siehtiget; Zanetti wendete aber zum Drucke wieder mehrere Platten an, 
und erreichte ein so glückliches Resultat, dass mehrere seiner Blätter 
jenen eines Hugo da Carpi, und Andrea Andreani fast gleichkommen. 
Er wendete auch radirte Platten an, die Clair-obscxir besorgte er aber 
eigenhändig, so dass gerade die Hauptsache sein Verdienst ist. Im 
Künstler-Lexicon XXII. S. 214 haben wir ausführlich über diesen Künstler 
gehandelt, und auch auf seine Werke aufmerksam gemacht, so dass 
uns hier nur zunächst obliegt, auf das Monogramm des Meisters ein- 
zugehen. Die ersten vier Zeichen findet man auf den radirten und 
punktirten Blättern einer Folge von 12 Büsten, unter dem Titel: 
XII Teste e figure disegnale e intagliatc all' aqua-forle da .4 MZ (Mono- 
gramm) nelP elä d'anm' quatordici, dedicate alü Eccell. Sig. Dr. Mead 
amatore illustre am, 12. Dann kennen wir auch noch drei Blätter mit 
halben Figuren, auf welchen dieselben Zeichen vorkommen: Apollo mit 
der Leyer, die Malerei, und Bacchus von einem Knaben mit dem Kruge 
bedient, kl. 4. Andere Radirungen, welche theils mit dem Namen ver- 
sehen, theils unbezeichnetsind, haben wir im Künstler-Lexicon aufgezählt. 
Man findet auch etliche Holzschnitte in Helldunkel, welche das 
Monogramm des Künstlers tragen, aber zuweilen grösser, als oben ge- 
zeichnet. Das fünfte Moilogramm steht auf einem Blatte in Helldunkel 
von drei Platten, welches nach Parmigianinds Compositiou ein Opfer 
an Apollo vorstellt. Auf anderen Holzschnitten folgt auf das gewöhn- 
liche Zeichen der Buchstabe I. f., oder es steht über dem Monogramm
        

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