Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1550479
AMVL. 
987. 
429 
Es unterliegt keinem Zweifel, dass dieser Mair zu Landshut in 
Nieder-Bayern gelebt habe. Hr. Pfarrer E. Geiss machte uns aus Archi- 
valien mit allen Landshuter Meistern jener Zeit bekannt: 
Nikel Alexander Mair Pictor in Landshut 1492, 1499, 1514. 
Johannes Schwab Pictor in Landshut 1494. 
Ulrich Nettenauer Pictor de Monachio in Landshut 1497. 
Sigmund Gleissmüller Pictor in Landshut 1503. 
Hieronymus Kirchmair Pictor in Landshut 1505. 
N. A. Mair malte historische Darstellungen und architektonische 
Ansichten. Die Architektur fehlte aber auch bei den ersteren nicht. 
Die Herzogin Maria Jakobea bestellte bei Mair in Landshut ein Ge- 
maldc für das Kloster Seeligcnthal daselbst. Es stellte den Tod der 
hl. Jungfrau dar, und nach einer alten, in dem handschriftlichen Nach- 
lasse des Akademikers v. Obermayr copirtcn Rechnung erhielt der 
Künstler dafür die damals nicht unbedeutende Summe von 30 Gulden. 
Dieses Gemälde ist nicht mehr vorhanden. Dann malte Mair auch die 
Bildnisse des Herzogs Georg des Reichen und seiner Gemahlin Hedwig 
von Polen. Ein anderes Gemälde stellte die Verlobung der Prinzessin 
Elisabeth, der Tochter des Herzogs Georg, mit dem Prinzen Rnppert 
von der Pfalz im Saale auf der Trausnitz zu Landshut vor. Diess ist 
wahrscheinlich jene Composition von 1499, deren Stich Bartsch No. 4 
unter dem Titel: „La bumlcrole prösentäe" beschreibt. Am Gewölbe 
des Speisesaales im Grunde ist das Wappen von Landshut angebracht. 
Im Jahre 1514 malte der Künstler einen Altar mit mehreren Bildern 
in Abtheilungen, welcher in der alten Capelle zu Landshut seine Stelle 
gefunden haben soll. Das Mittelbild stellte die Madonna. mit dem Kinde 
auf dem Throne dar, und in den übrigen Ahtheilungen sah man Scenen 
aus dem Leben Jesu und Heilige. Dieser Altar ist in der Kirche nicht 
mehr vorhanden. Wahrscheinlich gehörten jene alten Gemälde dazu, 
welche nach Brulliot I. N0. 633 das erste Zeichen mit der Jahrzahl 
1514 tragen. Das zweite Monogramm fanden wir auf einem Gemälde, 
welches die Ansicht eines Stadtthores mit Durchsicht gibt. Rechts auf 
einem mit Bäumen besetzten Ilügel steht ein gothisches Haus, im All- 
gemeinen demjenigen ähnlich, welches durch einen mit dem Namen 
MAIR bezeichneten Kupferstich bekannt ist. Bartsch p. 370 gibt diesen 
nicht seltenen Kupferstich im Anhange als zweifelhaftes Blatt des Mair 
von Landshut an, obgleich es in der Weise desselben, und sehr schön 
gestochen ist. Wir halten dieses Blatt für acht, obgleich es keine J ahr- 
zahl trägt. Die meisten Blätter Mair's haben die Jahrzahl 1499, das 
gothische Haus, vor dessen Thiire die Frau einen Mann empfängt, ist 
aber ein späteres Produkt, doch noch vor 1504 entstanden. Der Form- 
schneider Hans Wurm von Regensburg. welcher von 1501 -1504 in 
Landshut. eine Druckerei hatte, schnitt dieselbe Darstellung in Holz, 
welche, auf braunes Papier gedruckt und mit Weiss gehöht, äusserst 
selten verkommt. Der Name des Mair steht nicht darauf, sondern nur 
jener des Formschneiders, welcher warseheinlieh nach einer Zeichnung 
von Mair geschnitten hat. Letzterer dürfte dann Veranlassung gefunden 
haben, dieses, vielleicht merkwürdige Haus, in Kupfer zu stechen. Das 
oben erwähnte Gemälde stellt das sogenannte Judenthor in Landshut 
vor, welches in veränderter Gestalt jetzt unter dem Namen des Mün- 
chener Thores bekannter ist. Rechts von diesem, auf einem Plateau 
des Trausnitzberges, war ein altes gothisches Schlösschen, welches ver- 
muthlich der Kupferstich in Abbildung gibt. Eine andere, auf Holz 
gemalte Ansicht von Landshut besass noch um 1830 der Glasermeister 
S. Kircher in München. Ob sie das Monogramm, oder den Namen des 
Künstlers trägt, können wir nicht bestimmen.
        

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