Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1550427
424 
AML 
 AMP. 
973 
977. 
Die Radirungen dieser Künstlerin sind ziemlich zahlreich. Im 
Künstler-Lexicon VI. S. 539 haben wir 31 Blätter verzeichnet. Viele 
sind mit dem Namen versehen. 
973- Unbekannter Kupferstecher, welcher in der früheren Zeit 
des 16. Jahrhunderts lebte, und dessen Blätter zu den 
IVLIAL grossen Seltenheiten gehören. Hr. E. Harzen fand das erste 
Zeichen auf einem Blatte, welches die Lucretia vorstellt, wie sie sitzend 
den Dolch zückt. Der Stich ist delikat in der Weise des Marc Anton 
gehalten und somit könnte es sich um einen italienischen Meister han- 
deln, für welchen wir aber keinen Namen haben. Herr Harzen sah 
das fragliche Blatt in einer Privatsamnilung zu Oxford. 
Das zweite Zeichen gibt Heinecke, Neue Nachrichten 8m. S. 361. 
Nach der Angabe dieses Schriftstellers findet man es auf einem alten 
Kupferstiche mit einem nackten Weibe, welches in laseiver Haltung auf 
dem Bette liegt. Brulliot I. N0. 565 hatte eine Vorstellung dieser Art 
nie gesehen, glaubt aber, es sei diess jenes Blatt, welches Bartsch IX. 
p. 497 N0. 4 beschreibt. Dieser Schriftsteller sagt aber, dass rechts 
unten ein aus den Buchstaben A M gebildetes Monogramm stehe, wie 
oben N0. 902 zu ersehen ist. Heinecke handelt von einem Blatte, 
welches zu Anfang des 16. Jahrhunderts gestochen wurde, der von 
Bartsch erwähnte Meister lebte aber um 1563. Da es uns an Autopsie 
fehlt, können wir nicht entscheiden, ob Heinecke im Irrthum sei, glau- 
ben laberdderinoch, dass eshsich um ein Blatt jenes Meisters handle, 
we c er ie ucretia gestoc en lat. 
974. Anna Margaretha Martinengo malte Blumen und Insekten 
A M M auf Pergament. Diese schönen Aquarellen sind mit den 
   Initialen bezeichnet, und datiren von 1684 an. Die Künstlerin 
starb 1721 im St. Catharinenkloster zu Frankfurt am Main. 
 Dieser Name steht auf einem Gemälde 
975  in der Weise des G. Dow, welches einen 
Herrn und zwei Damen vorstellt, wie sie sich an der besetzten Tafel 
mit Musik unterhalten. Es ist diess ein Bild von dem Maler Mathys 
Neveu, welcher 1647 zu Leyden geboren wurde, und in sogenannten 
Gesellschaftsstücken sich auszeichnete. 
976. Ambrosius Breughel, Blumenmaleä vän Alost, dürfte der 
Träger dieses eic ens seyn. Mit dem 
Beisatze: van franckaelst, findet man es 
auf einem meisterhaften Blumenstüeke in 
 der Samliäilung des  Sßlllfägii 31 Mau- 
beuge epartement u or  as Ge- 
mälde ist ungefähr zwei Fuss hoch, und 
stellt einen Blumenstrauss vor, welcher 
eine weisse Lilie, eine Iris, eine Tulpe 
A 1 ' 4 7 A und eine Passionsblume enthält. Die Vase 
 ist von Glas, und steht auf einem Tische, 
auf welchem Früchte liegen, und zwei kleine Eidechsen kriechen. Die 
Frische des Colorits, und die Zartheit der Behandlung sind bewunder- 
ungswiirdig. Das beigefügte Wort "franckaelst" bezieht sich wahr- 
scheinlich auf die freie Stadt Alost, und somit dürfte A. Breughel das 
Bild gemalt haben. Er war schon vor 1647 Meister, und von 1653- 
1670 Direktor der Akademie in Antwerpen. 
977. Andrea Meldolla bediente sich neben anderen dieses Zeichens 
I4? auf radirten Blättern, welches öfters sehr versteckt und nachlässig 
gezogen ist. Unter dem Monogramm A M. haben wir ausführlich 
über A. Meldolla gehandelt, und s. daher No- 910.
        

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